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Kurs-Umsatz-Verhältnis KUV bei der Aktienanalyse

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis bedient sich einer Stromgröße. Diese ist mit dem Umsatz keine Überschussgröße. Bei der Berechnung steht im Zähler der Kurs, während im Nenner der Umsatz je Aktie (Umsatz geteilt durch die Anzahl der Aktien) steht:

Auf deutschen Finanzportalen findet man die Größe Umsatz je Aktie selten. Weniger schwierig ist es, eine Zahl für den Umsatz zu finden. Ebenso ist die Marktkapitalisierung ersichtlich. Teilen wir die Marktkapitalisierung durch den Umsatz, entspricht das dem KUV. In Zähler und Nenner verzichte wir durch die Anzahl der Aktie zu teilen.

Umsatzschätzungen sind träge

Kurse können fallen, bevor man die Schätzungen für den Umsatz auf die veränderten Rahmenbedingungen anpasst. Die Vergleichbarkeit der Unternehmen ist wichtig, um zuverlässige Aussagen zu erhalten, was bei Firmen aus der gleichen Branche zutreffend ist. Die Anforderung der Vergleichbarkeit steht im Widerspruch zu der These, dass der Wert von 1 die Scheidemarke ist. Ein KUV von unter 1 deutet auf eine Unterbewertung und ein KUV von größer 1 auf eine Überbewertung hin.

These eines fairen KUV widerspricht dem ROI

Dies kann aus einer Vielzahl von Gründen nicht stimmen. Eine unterstellte faire Bewertung bei einem KUV von 1 bedeutet, dass der Wert eines Unternehmens seinem Umsatz entspricht. Wir brauchen die erste Zeile der GuV für die Unternehmensbewertung, denn Kosten und Gewinn sind irrelevant. Wir wissen, dass es anders ist.

Unternehmen AUnternehmen B
Umsatz50.00050.000
Kapitalumschlag22
EBIT-Marge5%10%
Gesamtkapitalrendite10%20%
Unternehmenswert bei KUV=150.00050.000

In diesem Beispiel stellen wir zwei Unternehmen gegenüber, die einen identisch hohen Umsatz und Kapitalumschlag haben. Der Unterschied liegt in der EBIT-Marge. Multipliziert mit dem Kapitalumschlag erhalten wir die Gesamtkapitalrendite, die sich unterscheidet. Die These des KUV von 1 würde unterstellen, dass beide Firmen den gleichen Wert haben, obwohl die Gesamtkapitalrendite von B doppelt so hoch ist. Das kann nicht sein.

Einige Branchen brauchen aufgrund ihrer geringeren Marge einen höheren Umsatz als andere, um auf den gleichen Unternehmenswert zu kommen. Deshalb ist das KUV keineswegs unbrauchbar. Man muss sich bei den einzelnen Unternehmen bzw. Branchen überlegen, welches Niveau gerechtfertigt ist. Wie bei den anderen Kennzahlen ist der Branchenvergleich und der Vergleich zur eigenen Historie hilfreich. Deutet sich eine Unterbewertung an, prüft man, ob dies durch eine Verschlechterung der Margen begründet sein kann. Andernfalls steckt Wertaufholungspotenzial in einer Aktie.

Grafik: Hände heben den Trend

Ergebniskennziffer EBIT bei der FundamentalanalyseDas EBIT - "Earnings before Interest and Taxes" (Gewinn vor Zinsen und Steuern) - hilft bei der Analyse der Ertragsaussichten von Aktien. › mehr lesen

KUV bei jungen Unternehmen oft hilfreich

Wie beim KCV und KBV kann man das Umsatzmultiple bei Unternehmen heranziehen, die Verluste schreiben. Hilfreich ist es bei neuen jungen Firmen, die man aus Sicht des nächsten Jahr als Kandidaten für hohes Wachstum handeln kann. Hier legt man über die ersten Jahre den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft, etwa durch hohe Investitionen, Forschung und Vermarktung. In einer solchen Situation wäre beispielsweise das KBV nicht die adäquate Größe.

Es steigt bei Kurssteigerungen (bei Verlusten kann der Buchwert nicht zulegen) und deutet auf eine hohe Bewertung hin, während das KUV aufgrund der stark wachsenden Umsätze ein anderes Bild der Bewertung vermittelt.

 

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