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Worauf Sie bei ETFs achten sollten

Von Dr. Steve Sjuggerud

Mein guter Freund Dan Denning, bezeichnet in seinem aktuellen Bestseller „The Bull Hunter“ ETFs als äußerst präzises Investment. ETF heißt Exchance traded Fund und ist eine Mischung aus Einzelaktie und Fonds. Denn Sie können mit einer einzigen Aktie – dem ETF – einen ganzen Sektor oder auch den ganzen Aktienmarkt eines Landes abdecken.

In Deutschland beispielsweise werden etwa 80 ETFs, zum Beispiel auf Indizes wie den DAX, DivDAX oder MDAX gehandelt. Abgebildet werden dabei die ganzen Indizes oder einzelne Sektoren wie Banken, Automobil, Telekommunikation, Technologie oder Chemie. Außerdem gibt es verschiedene ETFs auf internationale Indizes wie den EuroStoxx, den Global Titans 50 oder den Dow Jones. Eine Übersicht über die ETFs in Deutschland finden Sie auf der Seite der Deutschen Börse: www.deutsche-boerse.de.

ETFs sind ähnlich wie Fonds, weil sie in Aktien aus einem Themengebiet investieren. Bei den ETFs werden die Aktien dabei entsprechend ihrem Gewicht im jeweiligen Sektor vertreten.

Aber genau hier gibt es ein Problem …

Exxon oder Chevron zum Beispiel machen fast die Hälfte im ETF des US-Energiesektors aus. Haben Sie damit also wirklich einen Aktienkorb, der den Energiesektor korrekt abbildet? Eben nicht. Der ETF wird stattdessen von Exxon und Chevron wegen ihrer großen Börsenkapitalisierung dominiert.

Wenn Sie also diesen ETF zum US-Energiesektor kaufen, dann bekommen Sie keine Diversifikation in Energieaktien … Sie kaufen vielmehr fast nur Exxon und Chevron.

Wenn ich aber einen Korb von 30 Energieaktien will, dann möchte ich, dass alle 30 in meinem Portfolio so ziemlich das gleiche Gewicht haben. Denn im Beispiel des ETF auf den US-Energiesektor verliere ich viel Geld, wenn sich Exxon und Chevron halbieren – unabhängig davon, wie sich die anderen 28 Aktien im Sektor entwickeln.

Für mich ist der Sinn eines ETF eine breite Risikostreuung zu bekommen und zwar nur durch den Kauf des ETF anstatt sämtlicher Einzelaktien … und das mit niedrigen Gebühren und einem einfachen Handel. Tatsächlich sind die Gebühren bei den ETFs niedrig. Es gibt keinen Ausgabeaufschlag. Und der Handel ist sehr liquide. Beispielsweise werden im DAX EX, dem größten Indexfonds in Deutschland, durchschnittlich 54,3 Millionen € am Tag gehandelt. Obendrein findet der Handel wie bei einer Aktie den ganzen Tag über statt. Sie können also ständig ein und aussteigen.

Aber das Problem mit der Diversifizierung besteht trotzdem oft. Nehmen Sie beispielsweise den ETF auf US-Halbleiter mit dem Kürzel SMH – Intel und Texas Instruments machen dabei fast die Hälfte des ETF aus. Hier kaufen Sie wie beim Energie ETF keinen Korb von Halbleiteraktien. Sie kaufen fast nur Intel und Texas Instruments. Und deren Entwicklung macht dann fast die gesamte Performance des ETF aus. Sie bekommen also auch hier keine Diversifikation.

Oder der ETF auf US-Biotechs mit dem Kürzel BBH. Auch das ist ein schwarzes Schaft unter den ETFs. Denn hier machen 2 Aktien, nämlich Genentech und Amgen, 2/3 des ETF aus. Auch hier bekommen Sie kein diversifiziertes Portfolio. Sie kaufen stattdessen eigentlich nur die 2 Werte.

Das sind 3 Beispiele dafür, wie ETFs eben nicht sein sollen. Besser wäre, ein aktives Management, bei dem die Nieten aus dem Portfolio fliegen und die Aktien, die viel zu teuer sind.

Ich als Anleger möchte nicht, dass der Fund immer mehr von einer Aktie kauft, nur weil sie immer teurer wird oder gar schon extrem teuer ist. Es sollten stattdessen wirklich nur die attraktiven Aktien drin bleiben, die vernünftig bewertet sind und noch Chancen bieten.

Durch gezieltes Über- und Untergewichten von Branchen und Einzeltiteln ist dann vor allem bei stagnierenden Märkten eine bessere Performance möglich. Außerdem sollte es wirklich eine breite Streuung geben mit 20 oder 30 Aktien aus einem Sektor. Und keine Aktie im Portfolio sollte ein Gewicht von mehr als 5 % haben.

Schließlich möchte ich in einem ETF nicht die 2 Riesen Amgen und Genentech haben, sondern die 28 anderen Aktien aus dem Sektor mit größerem Potential.

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Über den Autor Investor Verlag

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