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Call-Optionen: Der Turbo für Ihr Depot

Reich werden an der Börse – und das nicht erst in 40 Jahren, sondern viel schneller. Wer träumt nicht davon? Doch mit kleinen 5 % Gewinnen werden Sie dort niemals ankommen. Viel mehr braucht Ihr Depot einen Turbo, die Rede ist von Call-Optionen.

Call-Optionen sind Hebelprodukte. Dies bedeutet, dass Sie vor dem Einsatz von Call-Optionen erst Basiswerte erfolgreich handeln können müssen. Haben Sie hier den Dreh raus, steht der Gewinnvervielfachung mittels Call-Optionen nichts mehr im Wege.

Was versteht man unter Call-Optionen?

Natürlich lassen sich über das Thema Put- und Call-Optionen ganze Bücher schreiben. Sinn und Zweck dieses Artikels soll es nicht sein, eine komplette Abhandlung über Call-Optionen zu liefern, sondern viel mehr, diese grob prinzipiell zu erklären und darzustellen, welche grundsätzlichen Verwendungsmöglichkeiten Call-Optionen zur Renditesteigerung bieten.

Unter Call-Optionen versteht man (vereinfacht gesagt) verbriefte Wetten auf steigende Preise. Diese lassen sich offensiv und defensiv einsetzen (ersteres vergessen viele Anleger).

Offensiv-Werkzeug Call-Optionen: So kommt Schwung ins Depot

Eine der beliebtesten Möglichkeiten, mit Call-Optionen zu arbeiten, ist die Nutzung von Call-Optionen (Kaufoption genannt) als aggressives Hebelwerkzeug. Die Idee hierbei ist, dass bei einem Basiswert (z.B. eine Aktie) ein Ausbruch vorausgesehen wird und mittels Call-Optionen gehandelt werden soll (Ausübungspreis).

Der Vorteil ist, dass mit Call-Optionen pro Kontrakt meist 100 Einheiten des Basiswerts (im Falle von Aktien also 100 Aktien) kontrolliert werden, jedoch nur ein Bruchteil des bei einem direkten Aktienkauf nötigen Kapitals aufgebracht werden muss. Hierdurch können effiziente Hebeleffekte erzielt werden.

Sie können sich dies vorstellen wie eine Option auf ein Wohnhaus, dass Sie erst zu einem späteren Zeitpunkt kaufen möchten. Sie geben dem Makler 20.000 Euro und erhalten das Recht, in z.B. einem Jahr zu einem festen Preis das Haus kaufen zu können.

Steigt der Wert des Hauses von 400.000 Euro auf 500.000 Euro, haben Sie mit einem Einsatz von 20.000 Euro 80.000 Euro Gewinn gemacht, da Sie sich den Einstandspreis von 400.000 gesichert haben.

Funktionsweise der Call-Option

Beim Motiv des Verkäufers der Call-Option muss man unterscheiden: Im Falle eines Optionsscheins, der von Banken emittiert und an Kassabörsen gehandelt wird, sichern sich die Emittenten durch entgegengesetzte Geschäfte ab.

Diese egalisieren sich gegenseitig, wodurch das Risiko eliminiert wird. Die Bank verdient bei den Optionsgeschäften an der Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufskursen, der Geld-Brief-Spanne.

Im Falle einer echten, an der Terminbörse gehandelten Option ist der Verkäufer tatsächlich in Besitz des Basiswertes und setzt darauf, dass der Kurs des Basiswertes nicht so stark ansteigt und der Optionsinhaber sein Recht nicht zu seinem Vorteil ausüben kann.

Dem Verkäufer bleibt in diesem Fall die Optionsprämie als reiner Gewinn. Der Verkauf von Optionen ist eine Möglichkeit, in Seitwärtsphasen für sein bestehendes Aktiendepot Zusatzerträge zu erwirtschaften.

Kennzahlen bei Call-Optionen: Das Delta

Besonders erfreulich ist, dass Sie die Stärke Ihres Hebels praktisch selbst wählen können: Eine wichtige Kennzahl bei Put- und Call-Optionen ist das Delta. Dieses gibt an, wie sich die Option im Preis bewegt in Relation zu Bewegungen im jeweiligen Basiswert.

Ein Delta von 1 bedeutet, dass eine Option um einen Euro, US-Dollar, etc. zulegt mit jedem Euro, US-Dollar, etc. um den der jeweilige Basiswert steigt. Bei einem Delta von 0.5 wäre entsprechend ein halber Anstieg für jeden vollen Anstieg im Basiswert im Optionspreis zu verzeichnen.

Wie hoch das Delta bei Call-Optionen ist, hängt davon ab, wie weit der Preis des Basiswerts vom Strike-Preis der Option entfernt ist. Je weiter Call-Optionen ins Geld steigen, desto höher wird das Delta. Als Faustregel gilt, dass das Delta meist etwa 0.5 beträgt, wenn die jeweilige Call-Option „am Geld“ notiert (d.h. der Preis des Basiswerts etwa den Strike-Preis beträgt).

Dies hat einen weiteren positiven Nebeneffekt, den Sie so nur bei Put- und Call-Optionen bzw. Produkten, denen diese zugrunde liegen, finden: Je weiter der Preis des Basiswerts aus dem Geld läuft, desto stärker reduziert sich das Delta und damit der Hebel Ihrer Option (was in Ihrem Sinne ist, denn die Spekulation läuft in diesem Fall gegen Sie).

Mit Call-Optionen sind Sie keinesfalls nur auf die Offensive beschränkt. Eines der vielen möglichen Einsatzgebiete von Call-Optionen findet sich auch in der Defensive. Die Rede ist von der „Stock-Replacement-Strategie“.

Call-Optionen zur Risikoreduzierung: Die „Stock-Replacement“-Strategie

Stellen wir uns folgende Situation vor: Sie sind schwer in eine Position investiert. Der Markt lief gut die letzten Monate und Sie haben schöne Gewinne eingefahren. Da Sie Ihre Gewinner stets laufen lassen möchten, erscheint es Ihnen nicht gut, Ihre Position abzubauen.

Gleichzeitig gefällt Ihnen auch das Risiko nicht, welche die Position aufgrund ihres angewachsenen Volumens in Ihrem Portfolio prozentual bildet. Was können Sie tun? Die Hälfte verkaufen und so das Risiko reduzieren? Natürlich ist dies eine Möglichkeit, doch es geht eleganter.

Sie führen in dem Falle eine Ersetzung Ihrer Aktien durch Call-Optionen durch. Pro 100 Aktien des kritischen Werts in Ihrem Depot kaufen Sie eine Call-Option. Hierdurch kontrollieren Sie von der Hebelwirkung der Call-Optionen her noch die gleiche Anzahl Aktien.

Jedoch müssen Sie nur einen Bruchteil des bisher notwendigen Kapitals einsetzen. Schmiert die Aktie unerwartet ab, können Sie maximal einen Bruchteil des ursprünglichen Kapitals verlieren. Gleichzeitig wirft Sie der Stop-Loss, den Sie bei Aktien gehabt hätten, nicht komplett aus Ihrer Position hinaus.

Natürlich gibt es eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, Put- und Call-Optionen interessant einzusetzen. Aber schon mit den zwei genannten Strategien erschließen Sie sich eine Reihe interessanter Vorteile, die Sie ohne Call-Optionen nicht hätten.

Long-Call und Short-Call

Als Long-Call bezeichnet man den Käufer einer Call-Option. Er hat das Recht zum Kauf. Der Long-Call muss in jedem Fall eine Optionsprämie an den Verkäufer (Short-Call) entrichten. Der Käufer der Call-Option macht nur Gewinn, wenn der Basispreis so hoch steigt, dass auch die Optionsprämie, die der Käufer an den Verkäufer entrichten muss, ausgeglichen wird.

In der Short-Call-Position befindet sich der Verkäufer einer Call-Option. Er hat die Pflicht zum Verkauf. Er trägt das Risiko einer extremen Wertsteigerung, wobei das Risiko im entgangenen Gewinn durch die Kurssteigerung des Basisiwertes besteht, an der der Verkäufer dann nicht mehr partizipiert. Fällt der Preis, erhält er die Optionsprämie als reinen Gewinn.

Des Weiteren unterscheidet man amerikanische und europäische Optionen: Bei der amerikanischen Option kann der Käufer einer Call-Option sein Recht während der gesamten Laufzeit ausüben. Bei der europäischen Option kann er dies nur am Ende der Optionslaufzeit.

Unterschied zu Put-Optionen

Anders als bei der Call-Option, bei der der Inhaber der Option ein Recht auf den Kauf hat, geht es bei der Put-Option um das Verkaufen eines Basiswertes. Mit einer Put-Option erhält der Inhaber das Recht den Preis für einen Basiswert (z.B. eine Aktie) festzusetzen (Ausübungspreis) und später zu diesem Preis zu verkaufen.

Er kann sich mit der Put-Option den Verkaufspreis für ein bestimmtes Produkt sichern. Sollte der Preis für dieses fallen, kann der Optionsinhaber das Produkt zu einem festgelegten, höheren Preis an die Short-Position verkaufen, als es zu diesem Zeitpunkt wert ist.

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