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Wirtschaftstheorien: Die Meinungen prallen aufeinander

Bei Wirtschaftstheorien, die allesamt in erster Linie strategische Planvorgaben zur Bewältigung von ökonomischen Krisen darstellen, gibt es je nach Standpunkt die unterschiedlichsten Ansätze. Darüber wird in der Politik aber auch in der Bevölkerung oft und gern heftig diskutiert und gestritten.

Grundsätzlich jedoch lassen sich bei den Wirtschaftstheorien 2 Strömungen ausmachen, die komplett entgegengesetzte Lösungen anbieten. Dabei handelt es sich einerseits um den Monetarismus und andererseits um den nach dem berühmten Ökonomen benannten Keynesianismus.

Dieser Grundsatzstreit ist keineswegs neu und flammte bereits im zurückliegenden Jahrhundert seit der großen Weltwirtschaftskrise des Jahres 1929 immer wieder auf. Auch in der aktuellen Euro-Krise stehen sich die beiden Lager gegenüber.

Wirtschaftstheorie Monetarismus: Was steckt dahinter?

Wirtschaftswissenschaftler, die vom Monetarismus geprägt sind, vertreten eine Angebots-orientierte Politik. Dabei geht diese Gruppe davon aus, dass das Wachstum und damit auch die Beschäftigung einer Volkswirtschaft nur dann steigt, wenn die Angebotsseite – also die Unternehmen – wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen vorfinden.

Damit sich die Wirtschaft frei entfalten kann, sollen die Neuverschuldung und die Staatsausgaben begrenzt und die Inflation gering gehalten werden. Der Staat soll sich weitestgehend aus der Privatwirtschaft heraushalten und sich mit Bestimmungen zurückhalten.

Daneben soll der Einfluss von Arbeitnehmern in die Entscheidungen von Unternehmen beschnitten werden. Die Monetarismus-Ökonomen sind der Meinung, dass diese Maßnahmen automatisch zu einer höheren Produktivität und damit zu mehr Arbeitsplätzen und einem größeren Wohlstand führe.

Die Theorie des Keynesianismus

Der Keynesianismus ist nach dem britischen Volkswirtschaftler John Maynard Keynes, der zwischen 1883 und 1946 lebte, benannt. Vertreter dieser Wirtschaftstheorie sind Befürworter einer Nachfrage-orientierten Politik.

Nach Ihrer Ansicht ist die Nachfrage nach Dienstleistungen und Gütern dafür entscheidend, wie viel davon von den Unternehmen bereit gestellt wird und damit auch wie viele Arbeitsplätze dadurch schaffen werden.

Um nun die Nachfrage in Krisenzeiten zu steigern, soll der Staat ein verbraucherfreundliches Umfeld schaffen. Die Ausgaben der öffentlichen Hände sollen zusätzlich erhöht werden, wie während der tiefen Rezession 2009 in der EU praktiziert. Daneben sollen Renten und Löhne keinesfalls gekürzt, die privaten Haushalte steuerlich entlastet oder gar subventioniert werden.

Widerstreitende Wirtschaftstheorien sind allgegenwärtig

In fast allen wirtschaftspoltischen Diskussionen prallen die Standpunkte des Monetarismus und des Keynesianismus aufeinander. Wer in diesem Grundsatzstreit am Ende die Oberhand gewinnt, ist völlig offen. Möglicherweise liegt die Wahrheit auch irgendwo zwischen den beiden Extremen.

Während der aktuellen Euro-Krise beispielsweise setzen die Vertreter des Monetarismus (logischerweise sind dies Hilfsleister-Staaten wie Deutschland oder Frankreich) drastische Sparmaßnahmen wie Sozialabbau, Rentenkürzungen, Lohnsenkungen und Privatisierung von staatlichen Unternehmen.

Ökonomen und Politiker der unmittelbar betroffenen Länder (z.B. Griechenland oder Irland) sind davon überzeugt, dass derartige Sparmaßnahmen jede wirtschaftliche Entwicklung im Ansatz ersticken.

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