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Milton Friedman und der Monetarismus

Der wichtigste Vertreter des Monetarismus ist Milton Friedman, obgleich die Wurzeln des Monetarismus eigentlich bis zum US-Ökonom Irving Fisher (1867-1947) zurückreichen.

Fisher, ein Vertreter der klassischen Theorien, geht von einer engen Korrelation zwischen dem monetären Bereich und dem realen Bereich einer Volkswirtschaft aus. Seine Hauptwerke sind „The purchasing power of money“ (erschienen 1911) und „Theory of interest“ (erschienen 1930).

Milton Friedman (1912 -2006): Leben und Wirken

Friedman gilt wie gesagt als führender und herausragender Vertreter des Monetarismus. Seine Theorien machten ihn – neben John Maynard Keynes – zum wohl wichtigsten Wirtschaftswissenschaftler des letzten Jahrhunderts.

Friedman befürwortete auch nach dem Ende des Bretton-Woods-Systems die Aufnahme flexibler Wechselkurse. Friedman erhielt 1976 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.

Friedman vs. Keynes

Friedman beschäftigte sich eingehend mit dem Keynesianismus dessen Theorien er grundlegend verwarf (obgleich der Wiener von Hayek letztlich grundlegende Ähnlichkeiten zwischen dem Monetarismus und dem Keynesianismus zu entdecken vermag).

So entwickelte Friedman in den späten 40er Jahren eine geldtheoretische Gegenposition zu Keynes, welche auf der Quantitätstheorie basierte.

Man könnte also sagen, dass sich der Monetarismus aus der Kontroverse mit dem Keynesianismus entwickelte und tatsächlich bestehen mehrere Merkmale in beiden Strömungen die sich grundlegend widersprechen:

  • Geld und Zins

Während die Keynesianer den Zins als den Preis des Geldes betrachten, sehen die Monetaristen im Zins den Preis des Kredits und die Veränderung des Preisniveaus als den Preis des Geldes.

  • staatliche Eingriffe

Während die Keynesianer staatliche Eingriffe bis hin zum deficit spending befürworten, sind die Monetaristen fiskalpolitischen Eingriffen vollkommen abgeneigt. Sie unterstellen solchen Maßnahmen wie Konjunkturpaketen im Grunde eine vernachlässigbare Wirksamkeit, wobei im Ernstfall sogar private Investitionen verdrängt werden könnten.

Bei einer Finanzierung mit Hilfe von Geldschöpfung allerdings, so die Monetaristen, bestünde keine Fiskalpolitik, sondern eine Geldpolitik. Darauf und auf die Quantitätstheorie komme ich im zweiten Teil noch zu sprechen.

Monetarismus in der Praxis

Der Monetarismus gewann vor allem in den 70er Jahren massiv an Einfluss, als der Keynesianismus an der Stagflation scheiterte.

In den 70ern war Friedman Mentor einer Gruppe chilenischer Wirtschaftswissenschaftler, die sich die Chicago Boys nannten. Ihr Einfluss in der Militär-Diktatur Pinochets war hoch und so bestimmten sie maßgeblich eine auf Friedmans Ideen basierende liberale Wirtschaftspolitik.

1974 begann die Deutsche Bundesbank als erste Notenbank weltweit das monetaristische Konzept der Geldmengensteuerung umzusetzen. Ziel war es den Preisanstieg über die Steuerung der Geldmenge zu kontrollieren.

Die dahinter stehende Idee ist folgende: Dem Monetarismus zufolge soll die Geldmenge durch die Zentralbanken so gesteuert werden, dass sie mit dem Wachstum der volkswirtschaftlichen Produktion ausgeweitet wird. So entstand die Idee von der geldpolitischen Seite her Finanzierungsvorgänge zu ermöglichen, die schließlich zum Wachstum des Produktionspotenzials führen.

Die Europäische Zentralbank hält noch immer am monetaristischen System der Geldmengensteuerung fest, während in den USA über die vergangenen Jahrzehnte eher mit der keynesianischen Zinspolitik gearbeitet wurde, wobei mittlerweile fast schon der Eindruck entsteht, aktuell könnte auf eine Mischform zugegriffen werden.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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