Dividendenaktien – Aktientitel mit einer sehr guten Dividendenrendite

Manche Anleger achten bei der Auswahl von Aktien ausschließlich auf das Kurspotenzial und darauf, wie sich die Aktienkurse in der Vergangenheit entwickelt haben. Andere Anleger wiederum selektieren Aktienwerte bewusst nach einem anderen Kriterium, nämlich ob es sich bei den entsprechenden Wertpapieren um eine Dividendenaktie handelt.
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Inhaltsverzeichnis

In unserem Beitrag erfahren Sie, was eigentlich Dividendenaktien sind und worin die Bedeutung der Dividendenrendite liegt. Ferner gehen wir darauf ein, für welche Anleger Dividendenaktien geeignet sind und auf welche Kriterien bei der Auswahl geachtet werden sollte. Zudem beantworten wir die Fragen, warum Unternehmen überhaupt Dividenden ausschütten und worin die Vor- und Nachteile einer sogenannten Dividendenstrategie bestehen.

Hintergrund: Dividende und Dividendenrendite

Bevor wir näher darauf eingehen, worum es sich bei Dividendenaktien handelt, möchten wir zunächst etwas näher auf den Hintergrund eingehen. Die Basis für jede Dividendenaktie ist die Dividende, die seitens der Aktiengesellschaft ausgeschüttet wird. Es handelt sich dabei um eine Gewinnbeteiligung, die den Aktionären des Unternehmens zukommt. Die nominale Dividende lässt allerdings noch keine Aussage zu, ob diese für den Aktionär attraktiv ist oder es sich lediglich um einen kleinen Ertrag handelt. Um das beurteilen zu können, muss auf Grundlage der Dividende die Dividendenrendite berechnet werden.

Die Dividendenrendite wiederum zieht eine Verbindung zwischen dem Aktienkurs und der nominalen Dividende, die seitens der Aktiengesellschaft ausgeschüttet wurde. Erst durch die Dividendenrendite ist es möglich, eine Aussage dazu zu treffen, ob der Aktienwert auf Grundlage der ausgeschütteten Dividende für Anleger attraktiv ist oder nicht. Mögliche Kursgewinne werden in dem Zusammenhang natürlich außen vor gelassen. Darüber hinaus ist eine gute Dividendenrendite eine zwingende Voraussetzung dafür, dass sich bestimmte Aktien als Dividendenaktien, Dividendentitel oder sogenannte dividendenstarke Wertpapiere bezeichnen dürfen.

Die Berechnung der Dividendenrendite ist in dem Zusammenhang übrigens sehr einfach, denn Sie müssen dazu lediglich den Aktienkurs und die nominale Dividende je Aktie kennen. Auf dieser Grundlage wird anschließend die nominale Dividende je Aktie durch den aktuellen Kurs geteilt und das Ergebnis mit 100 multipliziert. Beläuft sich der aktuelle Aktienkurs eines Wertpapiers beispielsweise auf 35,80 Euro und wurde zuletzt eine Dividende von nominal 1,65 Euro gezahlt, ergibt sich anhand der zuvor genannten Formel die folgende Berechnung:

1,65 Euro / 35,80 Euro * 100 = 4,61 %

Die ermittelte Dividendenrendite in Höhe von 4,61 Prozent stellt bereits einen sehr guten Wert dar, sodass für dieses Wertpapier beste Voraussetzungen bestehen, dass es sich um eine Dividendenaktie handeln kann.

Was sind Dividendenaktien?

Kommen wir nun zu der eigentlichen Frage, welche Eigenschaften und Merkmale sogenannte Dividendenaktien besitzen. Zunächst einmal ist es eine Grundvoraussetzung für jede Dividendenaktie, dass die Aktiengesellschaft überhaupt eine Dividende ausschüttet. Darüber hinaus sollte es sich um eine möglichst kontinuierliche Dividendenzahlung handeln, die im besten Fall schon seit vielen Jahren vorgenommen wird.

Als Dividendenaktien werden allerdings nur solche Wertpapiere bezeichnet, bei denen die Dividende – bezogen auf den Aktienkurs – eine bestimmte Höhe erreicht und sich demzufolge eine überdurchschnittliche Dividendenrendite vergibt. Darüber hinaus sollten Sie allerdings bei der Auswahl noch auf weitere Kriterien achten, auf die wir im übernächsten Abschnitt näher eingehen werden. Nicht jede Aktie mit einer guten Dividendenrendite ist nämlich automatisch gleichzeitig ein Dividendentitel.

Für welche Anleger sind Dividendenaktien geeignet?

Dividendenaktien eignen sich nicht pauschal für sämtliche Anleger, die an der Börse aktiv sind. Wer zum Beispiel bei der Selektion von Wertpapieren ausschließlich auf möglichst hohe Kursgewinne hofft, für den sind Dividendenaktien in aller Regel uninteressant und auch meistens ungeeignet. Grundvoraussetzung dafür, dass Dividendentitel das geeignete Instrument für Anleger darstellen, sind in erster Linie:

  • Anleger möchte sich an der Börse engagieren
  • Kunden möchten selbst Selektion von Aktien vornehmen
  • Es wird Wert auf kontinuierliche und gut kalkulierbare Erträge gelegt
  • Diversifikation bei Aktien ist möglich und gewünscht

In erster Linie sind demzufolge dividendenstarke Aktien für Anleger geeignet, die sich bei einem Investment in die Wertpapiere möglichst kontinuierliche Erträge wünschen. Wer hingegen nur auf Kursgewinne spekuliert, der kann in dem Sinne keine kalkulierbaren und kontinuierliche Erträge erzielen. Somit eignen sich Dividendenaktien auch für Anleger, die – insbesondere aufgrund der niedrigen Zinsen – vielleicht eigentlich lieber in verzinsliche Wertpapiere investieren möchten, weil sie dort feste Zinsen erhalten. Da die Anlagezinsen allerdings momentan sehr gering sind, steigen immer mehr Anleger – zumindest teilweise – auf Dividendentitel um, da es auch dort bei vielen Aktiengesellschaften gut kalkulierbare Erträge in Form der ausgeschütteten Dividenden gibt.

Welche Kriterien sollte man bei der Auswahl der Aktien achten?

Wie eingangs bereits erwähnt, ist nicht jede Aktie mit einer guten Dividendenrendite automatisch eine Dividendenaktie. Ein Grund besteht darin, dass eine überdurchschnittliche Dividendenrendite auch nur deshalb entstehen kann, weil der Kurs des Wertpapiers in der Vergangenheit massiv gesunken ist. Fallende Kurse wirken sich nämlich aufgrund der erläuterten Formel positiv auf die Dividendenrendite aus, was in gewisser Weise ein Paradoxum ist. Aus dem Grund sollten Anleger bei der Wahl der Aktien zunächst darauf achten, dass die gute Dividendenrendite eben nicht nur auf fallende Kurse zurückzuführen ist.

In dem Zusammenhang ist es sinnvoll, sich die Entwicklung der nominalen Dividende über einen längeren Zeitraum, beispielsweise in den vergangenen fünf bis zehn Jahren, zu betrachten. Zu bevorzugen sind insbesondere solche Aktientitel, bei denen die AG schon seit vielen Jahren eine entweder gleichbleibende oder im optimalen Fall sogar kontinuierlich steigende Dividende zahlt. Darüber hinaus sollten Sie sich ebenfalls den Kursverlauf des Aktienwertes anschauen und dabei vor allem solche Wertpapiere bevorzugen, die sich durch eine vergleichsweise geringe Volatilität auszeichnen.

Sehr gut geeignet sind in dem Fall in der Regel die sogenannten Standardwerte, zu denen unter anderem auch die 40 DAX-Aktien zählen. Ohnehin sollten Sie bei der Auswahl durchaus auf die Bekanntheit des Unternehmens Wert legen. Zwar weisen manche ausländischen Nebenwerte durchaus sehr hohe Dividendenrenditen auf. Das ist allerdings zum einen oft nur eine Momentaufnahme. Zum anderen entsteht naturgemäß ein deutlich höheres Risiko von massiven Kursverlusten oder dass die Firma insolvent werden könnte.

Zusammenfassend sind es dementsprechend die folgenden Kriterien, auf die Sie bei der Auswahl von Aktien achten sollten, um möglichst einen optimalen Dividendentitel zu finden:

  • Möglichst kontinuierliche Dividendenzahlung seit Jahren
  • Dividende nicht rückläufig
  • Überdurchschnittliche Dividendenrendite über längeren Zeitraum
  • Keine größeren Kurseinbrüche in jüngerer Vergangenheit
  • Größeres Unternehmen (Standardwert)

Warum schütten Unternehmen Dividenden aus?

Bei der Dividende handelt es sich um eine sogenannte Gewinnbeteiligung. Das bedeutet, dass die Aktiengesellschaft ihre Aktionäre, also im Grunde die Miteigentümer des Unternehmens, an dem im vergangenen Jahr erzielten Betriebsgewinn beteiligen möchte. Manchmal findet sogar die Ausschüttung einer Dividende statt, obwohl im abgelaufenen Geschäftsjahr gar kein Gewinn generiert werden konnte. Das tun Aktiengesellschaften in der Regel zur Aktionärspflege, sollte es sich zwischenzeitlich nur um ein negatives Geschäftsjahr gehandelt haben.

Ein weiterer Grund neben der Pflege der Eigentümer, aus dem Aktiengesellschaften eine Dividende ausschütten, ist steuerlicher Natur. Durch die Ausschüttung wird im Grunde der zu versteuernden Gewinn unter bestimmten Voraussetzungen reduziert. Darüber hinaus kann der erwirtschaftete Betriebsgewinn sinnvoll verwendet werden, wenn die Aktiengesellschaft das zugeflossene Kapital in Form des Betriebsgewinns beispielsweise nicht für Investitionen, zur Finanzierung der Übernahme anderer Unternehmen oder für andere Zwecke benötigt.

Worum handelt es sich bei der Dividendenstrategie?

Die Dividendenstrategie ist nichts anderes, als dass Anleger gezielt vor allem oder ausschließlich solche Aktienwerte ins Depot nehmen, die als Dividendentitel gelten. In dem Fall stellen sich viele Anleger ihr eigenes Portfolio ausschließlich aus Dividendenaktien zusammen, die wiederum eine überdurchschnittlich gute Dividendenrendite haben. Die Dividendenstrategie beinhaltet demzufolge, stets eine Überwachung des Portfolios vorzunehmen und bei Bedarf Aktien zu verkaufen und andere Wertpapiere zu kaufen, falls sich die Dividendenrendite signifikant verändert hat.

Worin bestehen die Vor- und Nachteile einer Dividendenstrategie?

Bei der Dividendenstrategie gibt es sowohl Vor- als auch Nachteile, die Sie kennen sollten, bevor Sie sich für diese Anlagestrategie entscheiden. Daher möchten wir im Folgenden stichwortartig die wichtigsten Vor- und Nachteile aufführen:

Vorteile

  • Gut kalkulierbare und kontinuierliche Erträge
  • Regelmäßige Ausschüttung in Form der Dividende
  • Dividendenaktien innerhalb der Dividendenstrategie oft relativ stabile Unternehmen
  • Leichte Identifizierung der infrage kommenden Aktientitel auf Grundlage der Dividendenrendite
  • Für viele Anlegertypen geeignet
  • Sehr einfache und transparente Strategie

Neben diesen Vorteilen gibt es auch einige Nachteile, die im Zusammenhang mit der Dividendenstrategie stehen, wie zum Beispiel:

  • Dividendenrendite als Grundlage der Dividendenstrategie lediglich eine Momentaufnahme
  • Vor drei Monaten dividendenstarker Aktientitel kann inzwischen nur noch eine unterdurchschnittliche Dividendenrendite vorweisen
  • Stetige Depotüberwachung sinnvoll und empfehlenswert (Zeitaufwand)
  • Mögliches Kurspotenzial der Aktien wird häufig nicht beachtet

Auf den letzten Nachteil möchten wir noch etwas näher eingehen. Es ist definitiv sinnvoll und für Anleger sehr gut geeignet, Aktien auf Grundlage einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite auszuwählen und damit eine Dividendenstrategie zu fahren. Auf der anderen Seite sollte man allerdings auch das mögliche Kurspotenzial nicht außer Acht lassen.

Im direkten Vergleich schneiden nämlich häufig Aktien mit einer maximal durchschnittlichen oder sogar unterdurchschnittlichen Dividendenrendite in der Jahresabrechnung besser als Dividendenaktien ab, wenn sie auf der anderen Seite höhere Kursgewinne erzielen. Aus dem Grund besteht eine ideale Dividendenstrategie im Prinzip aus der Kombination einer dividendenstarken Aktie und einem Wertpapier, welches gleichzeitig eine sehr gute Entwicklung im Hinblick auf den Aktienkurs nimmt.