Ordertypen

Im Finanzbereich ist ein von Anlegern und Tradern erteilter Auftrag an die Bank oder den Broker gemeint, wenn von einer Order gesprochen wird. Sowohl beim Börsenhandel als auch beim außerbörslichen Direkthandel gibt es mehrere Orderarten, ebenso als Ordertypen bezeichnet.
5 min | Stand 09.06.2022
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Inhaltsverzeichnis

Worum handelt es sich bei Ordertypen?

Die diversen Ordertypen unterscheiden sich dadurch, was Anleger mit ihrer Kauforder oder der Verkaufsorder im Detail erreichen möchten. Ordertypen unterstützen dabei, die eigene Anlagestrategie bestmöglich umzusetzen. Differenziert werden die Orderarten durch die entsprechenden Orderzusätze.

Welche Ordertypen existieren am Markt?

Ein gutes Ordermanagement setzt voraus, dass Anleger und Trader mehrere Ordertypen in Anspruch nehmen können. Wir möchten daher die wichtigsten Orderarten im Folgenden nennen und kurz erläutern, nämlich:

  • Marktorder (Market Order)
  • Limit Order
  • Stop Order
  • Trailing-Stop Order
  • One-Cancels-the-Other Order

Market Order

Beginnen wir mit dem gängigsten Ordertyp, nämlich der Marktorder. Diese wird im Fachbereich häufig als Market Order bezeichnet. Wenn Anleger bzw. Trader nicht explizit eine andere Orderart wählen, handelt es sich automatisch stets um eine Market Order. Dies gilt sowohl für die Kauforder als auch für eine Verkaufsorder.

Die Markt Order wird platziert, wenn der Kunde einen Kauf oder Verkauf möglichst schnell und mit hoher Wahrscheinlichkeit ausführen lassen möchte. Allerdings gehen Anleger bei der Marktorder das Risiko ein, dass sich der Kurs des Wertpapiers im Moment der Orderausführung (deutlich) in die eine oder andere Richtung bewegt. Daher ist die Market Order vorrangig für Standardwerte geeignet, bei denen andere Orders nicht sofort zu einer größeren Kursbewegung führen.

Trotzdem die Marktorder kein Limit beinhaltet, versuchen die zuständigen Händler dennoch, den für den Anleger bestmöglichen Kurs zu erzielen. In dem Zusammenhang fallen deshalb häufig die Begriffe „bestens“ und „billigst“. Billigst bedeutet, dass der Händler versucht, für den Kunden einen möglichst geringen Kurs beim Kauf des Wertpapiers zu erzielen. Auf der anderen Seite wird durch „bestens“ ausgesagt, dass beim Verkauf ein möglichst hoher Preis das Ziel der Orderausführung ist.

Limit Order

Beim Trading sowie bei der längerfristigen Anlage in Wertpapiere wird alternativ zur Marktorder häufig mit einer sogenannten Limit Order gearbeitet. Der Unterschied zur Market Order besteht darin, dass Sie als Anleger oder Trader ein Kurslimit vorgeben. Dies führt bei einer Kauforder dazu, dass dieser Auftrag nur dann ausgeführt wird, wenn ein von Ihnen vorgegebener Preis nicht überschritten wird.

Die umgekehrte Maßgabe gilt für die Verkaufsorder. In dem Fall geben Sie mit der Limit Order vor, dass Sie beim Verkauf Ihrer Position einen bestimmten Mindestpreis erzielen möchten. Ausgeführt wird die Order dementsprechend nur dann, wenn der aktuelle Marktpreis nicht unterhalb Ihres vorgegebenen Limits liegt.

Stop Order: Verschiedene Arten

Unter der Bezeichnung Stop Order werden bei der Ordererteilung mehrere Ordertypen zusammengefasst. Es handelt sich dabei insbesondere um die folgenden Varianten:

  • Stop-Buy Order
  • Stop-Loss Order
  • Stop-Limit Order
  • Trailing-Stop Order

Die Stop-Buy Order beinhaltet, dass der Kauf eines Wertpapiers nur unter der Voraussetzung durchgeführt wird, dass der Marktpreis einen definierten Kurs erreicht. Gleichzeitig findet die Orderausführung in Form einer Market Order „billigst“ statt.

Noch etwas bekannter und häufiger genutzt ist die sogenanntes Stop-Loss Order. Diese übt insbesondere beim Risikomanagement eine wichtige Funktion aus. Bei dieser Form der Wertpapierorder findet automatisch ein Verkauf einer Bestandsposition statt, wenn ein vorgegebenes Limit wurde. Meistens wird die Stop-Loss Order eingesetzt, um (größere) Verluste bei einer Position zu vermeiden. Dieser Ordertyp kann allerdings ebenfalls dazu dienen, noch nicht realisierte Gewinne zu sichern.

Die Stop-Limit Order als weitere Stop Order unterscheidet sich von der einfachen Stop Order lediglich dadurch, dass die Ausführung nicht „billigst“ oder „bestens“ erfolgt, sondern mit einem vorgegebenen Limit stattfindet. Wird dieses Limit in Form des Marktpreises eingehalten und die Stop-Marke erreicht, findet automatisch ein Kauf bzw. Verkauf statt.

Trailing-Stop Order

Eine besondere Form der Stop Order ist die Trailing-Stop Order. Das Spezielle an diesem Ordertyp ist, dass der sogenanntes Stop Kurs dynamisch angepasst wird. Daher orientiert sich der Kurs der Orderausführung jeweils am aktuellen Marktpreis des Wertpapiers. Die Trailing-Stop Order gibt es zwei Varianten, nämlich als Stop-Buy sowie als Stop-Loss Order.

One-Cancels-the-Other Order

Ein weiterer, bekannterer Ordertyp ist die One-Cancels-the-Other Order. Das wesentliche Merkmal besteht darin, dass Anleger und Trader zum gleichen Zeitpunkt zwei Orders an den Markt geben. Wird anschließend eine dieser beiden Orders ausgeführt, findet automatisch eine Löschung des anderen Auftrages statt. Der Hauptzweck einer solchen One-Cancels-the-Other Order ist, dass Trader grundsätzlich nicht nur bei steigenden, sondern ebenfalls bei fallenden Kursen die Möglichkeit haben, Gewinne zu erzielen.

Ordertypen: Wie nutze ich Orderzusätze?

Orderzusätze sind sowohl für längerfristig orientierte Anleger als auch für Trader eine sehr gute Möglichkeit, die entsprechende Wertpapierorder an der eigenen Anlagestrategie auszurichten. Sind Sie beispielsweise sehr sicherheitsorientiert, beinhaltet Ihre persönliche Orderstrategie voraussichtlich insbesondere die folgenden Ordertypen:

  • Limit Order
  • Stop-Loss Order
  • Stop-Buy Order

Kurzfristig orientierte Trader, die vor allem möglichst hohe Gewinne in kurzer Zeit erzielen möchten, nutzen hingegen häufig eine etwas andere Orderstrategie und demzufolge andere Orderzusätze. Hier wird oft mit der Market Order gearbeitet, aber auch die Stop Orders wie die One-Cancels-the-Other Order kommen regelmäßig zum Einsatz. So hat jeder Trader- und Anlegertyp die Möglichkeit, mittels der Orderzusätze die eigene Anlage- und Handelsstrategie umzusetzen.

Was beinhaltet die Ordergültigkeit?

Wenn Sie eine Order an den Markt geben, muss diese zwingend eine bestimmte Gültigkeit haben. Das gilt sowohl für eine Kauf- als auch für eine Verkaufsorder. Wer mit Wertpapieren handelt, findet insbesondere die folgenden drei Gültigkeiten vor:

  • Day (tagesgültig)
  • GTC (Good till cancelled)
  • GTD (Good till Date)

Wird bei einer Order nichts Anderes vorgegeben, dann ist der entsprechende Auftrag tagesgültig. Das führt dazu, dass die Wertpapierorder automatisch gelöscht wird, sollte an dem Tag keine Ausführung möglich sein.

Die „Good till cancelled“ (GTC) Order hingegen beinhaltet, dass der Auftrag solange gültig bleibt, bis Sie entweder die Löschung der Order veranlassen oder eine Änderung vornehmen.

Der dritte Gültigkeitszusatz „Good till Date“ (GTD) beinhaltet, dass direkt bei Ordererteilung ein Datum – eventuell sogar nebst Uhrzeit – vorgegeben wird, bis zu dem der Auftrag maximal gültig ist.

Welcher Ordertyp passt zu welcher Orderstrategie?

Die meisten Marktteilnehmer verfolgen ihre persönliche Anlagestrategie, von der wiederum die Orderstrategie abhängt. Somit passen nicht alle Ordertypen gleichzeitig zu jeder Orderstrategie. Kurzfristig orientierte Trader zum Beispiel nutzen oft etwas andere Ordertypen als Anleger, die langfristig Gewinne mit dem Wertpapier erzielen möchten. Die folgenden Orderzusätze sind zum Beispiel für Anfänger sehr gut geeignet, weil sie mit einer bestimmten Absicherung verbunden sind:

  • Limit Order
  • Stop-Loss Order

Die Limit Order ist besonders in engen Märkten und beim Handel von (ausländischen) Nebenwerten sowie Derivaten wichtig, damit der Ausführungskurs keine „böse Überraschung“ beinhaltet. Kurzfristig orientierte und risikofreudigere Trader setzen hingegen oft auf die Market Order, damit der Auftrag möglichst schnell und auf jeden Fall ausgeführt wird.

Für welche Finanzinstrumente sind Ordertypen geeignet?

Grundsätzlich sind die unterschiedlichen Ordertypen für alle Finanzinstrumente geeignet, die an den Märkten gehandelt werden. Dazu zählen insbesondere:

  • Aktien
  • Derivate wie Optionen oder Futures
  • CFDs
  • ETFs

Die meisten Orderarten haben sowohl beim börslichen Handel als auch beim Direkthandel ihre Gültigkeit. Allerdings gibt es insbesondere beim OTC-Handel (Direkthandel) je nach Händler bzw. Broker einige Ordertypen, die nicht akzeptiert werden. Die am häufigsten verwendeten Ordertypen werden allerdings in der Regel auch beim Direkthandel akzeptiert.