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Zertifikate - Definition und Erklärung

Zertifikate stehen als Oberbegriff für unterschiedliche Formen von Wertpapieren. Bei einem Zertifikat handelt es sich um eine Art Schuldverschreibung eines Emittenten. Ein Emittent ist zum Beispiel eine Bank, die sich mit dieser Schuldverschreibung refinanziert.

Ein Anleger gewährt einem Emittenten einen Kredit, welcher nach einer zuvor vereinbarten Frist vom Emittenten wieder zurückgezahlt werden muss. Die Rückzahlung des Kredits orientiert an der Kursentwicklung von bestimmten Basiswerten wie Indices, Aktien oder anderen Vermögenswerten, folglich an derivativen Komponenten.

Zertifikate: Eine Analyse vor dem Kauf ist ratsam

Zertifikate sind zum Teil komplexe Finanzinstrumente. Vor dem Erwerb sollten Anleger Ertragschancen und Verlustrisiken des Produkts in unterschiedlichen Marktsituationen analysieren. Es ist ratsam, eine konkrete Erwartung über künftige Kursentwicklungen des Basiswerts in der Laufzeit des Zertifikats zu bilden.

Die Derivaten Komponenten sind zu beachten, da sich der Wert des Zertifikats an den Kursentwicklungen des Basiswertes wie z. B. einer Aktie oder ein Aktienindex orientiert. Je nach konkreter Ausgestaltung des Zertifikates ist eine eher größere oder kleinere Beteiligung und Kursgewinnen und –Verlusten des Basiswertes möglich.

Vor- und Nachteile von Zertifikaten

Zertifikate haben den großen Vorteil, dass selbst mit wenig Kapital der Markt frei gewählt werden kann, in welchem mit Zertifikaten gehandelt werden soll. Der Anleger kann unabhängig davon, ob er auf Preisentwicklungen von Basiswerten wie Indices, Aktien oder Anleihen spekuliert, sein strategisches Vorgehen selbst wählen.

Das bedeutet, dass einerseits der risikofreudige Anleger mit Zertifikaten Hebelwirkungen erzielen und so hohe Gewinne bis hin zur Vervielfachung erwirtschaften kann. Gleichzeitig kann der risikoscheue Anleger anhand von bestimmten Zertifikatversionen, etwa durch Discount-Zertifikate, das eigene finanzielle Risiko deutlich verringern.

Einer der größten Nachteile entsteht, wenn der Emittent eines gehandelten Zertifikates in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Dieser Nachteil von Zertifikaten trat in der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 zutage. Die Bank „Lehman Brothers“ ging aufgrund der Wirtschaftskrise bankrott.

Damit wurden auch die Zertifikate wertlos, da Zertifikate im Prinzip eine Schuldverschreibung sind, die der Schuldner nicht mehr zurückzuzahlen konnte. Zu den weiteren Nachteilen zählt die mangelnde Transparenz. Für den Anleger besteht die Gefahr, dass anhand einer dürftigen Kurzbeschreibung eines Zertifikats eine falsche Erwartungshaltung entsteht.

Bei manchen Zertifikaten sind die Kosten und Gebühren nicht klar erkennbar, beziehungsweise es besteht die Gefahr, dass versteckte Gebühren anfallen können. Weitere Kosten können dadurch entstehen, dass der Emittent als erste Anlaufstelle des Anlegers für Transaktion ungünstige Kauf- und Verkaufskurse stellt.

Gewinne erzielen beim Zertifikathandel

Zertifikate können eine attraktive Geldanlage für Anleger darstellen. Um Gewinne zu erzielen, sollte der Anleger sich vorab über das jeweilige Zertifikat informieren und sich an folgenden Punkten orientieren:

  • Gebührenstruktur
  • Transparenz
  • Ertragschancen und Verlustrisiken

Eine breitgefächerte Information über Möglichkeiten und Risiken beim Handel mit Zertifikaten ist unabdingbar, um nicht im Nachhinein viel Geld zu verlieren.

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