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So funktionieren Faktor-Zertifikate

Wie funktionieren Faktor-Zertifikate? Dazu der Vergleich mit dem „Bekannten“: den Turbos. Bei einem „herkömmlichen Turbo“ ist es meistens so, dass sich der Kurs des Turbos absolut gesehen so stark verändert wie der Basiswert.

Entweder als Zuwachs (bei einem Long-Zertifikat) oder als Verlust (bei einem Short-Zertifikat). Wenn der Basiswert um einen Euro steigt, steigt also der Kurs des entsprechenden Long-Zertifikats um einen Euro.

Vergleich Faktor-Zertifkate vs. Turbos

Da der Kapitaleinsatz beim Turbo deutlich geringer ist, kommt es zur Hebelwirkung. Wenn z.B. die Aktie von 100 auf 101 Euro steigt, ist das 1% Zuwachs. Wenn der Turbo gleichzeitig von 5 auf 6 Euro steigt, sind das 20% Zuwachs. Hebel von satten 20.

Dieser Hebel ist aber nicht konstant. Wenn Sie erst eingestiegen wären, wenn die Aktie bei 110 Euro steht und der Kurs des Turbos bei 15 Euro und die Aktie dann um einen Euro steigt, dann steigt der Turbo wieder um einen Euro. Von 15 auf 16 Euro sind aber keine 20% Zuwachs mehr, sondern „nur“ noch ca. 6,67%.

Bei einem herkömmlichen Turbo nimmt die Hebelwirkung ab – und zwar dann, wenn der Basiswert in die gewünschte Richtung läuft. Das ist sozusagen der Preis dafür, den ich persönlich aber gerne zahle, denn dann lief es eben auch in die richtige Richtung. Zudem haben Turbos den Vorteil, dass deren Kurs sehr leicht berechnet werden kann. (Die Finanzierungskosten sind fast vernachlässigbar für kurze Zeiträume.)

Basiswert ist um einen Euro gestiegen? Dann ist der Turbo (long) ebenfalls um einen Euro gestiegen (bei Bezugsverhältnis 1:1). Und der Turbo (short) ist dann um einen Euro gefallen.

Konstanter Hebel bei Faktor-Zertifikaten

Anders nun die Faktor-Zertifikate. Da bleibt der Hebel konstant, z.B. bei 2 oder 3 oder auch einem negativen Wert. Wenn eine Aktie oder der DAX an einem Tag um 1% fällt, dann fällt der Schein eben (wer hätte es gedacht) um 2 oder 3 Mal 1%, sprich -3%.

Dies wird täglich berechnet, und deshalb kann es über einen längeren Zeitraum zu einer anderen Performance kommen als beim Basiswert.

Beispiel: Eine Aktie steht bei 100 Euro und steigt 10 Tage lang jeweils einen Euro. Performance am Ende: 10%. Ein Faktor-Zertifikat mit Hebel 2 kommt dann aber nicht auf eine Performance von zwei Mal +10% = +20%, sondern auf 20,89% Plus.

Für jeden Tag wird separat gerechnet, deshalb können Faktor-Zertifikate nicht einfach die Performance des Basiswertes für längere Zeiträume pauschal hebeln.

Faktor-Zertifikate sind in der Tat eine relativ neue Erscheinung auf dem Markt. Sie sind aber mit zahlreichen Vorteilen ausgestattet, weswegen ich sage, dass es mit Faktor-Zertifikaten erstmals möglich ist, Sie innerhalb eines Börsenzyklus zum Millionär zu machen. Ohne das Risiko eines plötzlichen Totalverlusts.

Und dies mit einer bislang unerreicht hohen Sicherheit. Der Schlüssel zu Ihrem Börsenerfolg, soviel ist für mich klar, heißt Faktor-Zertifikate. Faktor-Zertifikate sind viel sicherer als alle bisherigen Hebelprodukte – denn einen Knockout oder ein Laufzeitende gibt es nicht.

Das heißt: Sie können Ihre Position theoretisch ewig behalten und sich alle Chancen offen halten. Und oben drauf gibt es ein viel höheres Gewinnpotential als bei klassischen Hebelinstrumenten.

Kein Totalverlust bei Faktor-Zertifikaten

Das Problem aller anderen erhältlichen Hebelprodukte ist deren Totalverlustmöglichkeit. Liegen Sie nicht richtig – verschätzen Sie sich nur um ein paar Cents oder ein paar Tage – so ist Ihr Kapital unwiederbringlich verloren. Es sei denn, Sie nutzen Faktor-Zertifikate. Denn das Risiko eines Totalverlusts gibt es hier nicht.

Mir ist klar, dass das unglaublich klingt. Glauben Sie mir, so ging es mir am Anfang auch. Doch ich habe mir den Wertpapierprospekt durchgelesen.

Das öminöse Aufgeld bei Hebel-Zertifikaten: Spielwiese der EmittentenBei Zertifikaten sind keine "Manipulationen" wie bei den Optionsscheinen möglich? Das Aufgeld ist ein Gegenbeweis. › mehr lesen

Und die Kollegen aus der Vermögensverwaltung namhafter Banken haben sich den Prospekt ebenfalls durchgelesen. Und wir alle konnten keinen Haken an der Sache finden. Die Gewinne bei Faktor-Zertifikaten sind unerreicht hoch – und das trotz vergleichsweise kleiner Hebel.

Zunächst fällt auf, dass es Faktor-Zertifikate in den meisten Fällen „nur“ mit kleinen Faktoren gibt. Verglichen mit den teils dreistelligen Hebeln, die Optionsscheine und Knockout-Zertifikate bieten, sind Faktor-Zertifikate konservativ aufgestellt.

Dennoch: Faktor-Zertifikate haben eine Gewinnentwicklung, die es so nirgendwo sonst gibt. Denn bei diesen Zertifikaten bleibt der Faktor immer gleich. Er sinkt oder steigt nicht wie bei Optionsscheinen und Knockout-Zertifikaten.

Faktor-Zertifikate bieten einen Zinseszinseffekt

Das heißt: die Kursentwicklung des Basiswerts wird mit immer gleich bleibendem Faktor verstärkt. Ein kleiner Unterschied – mit Folgen. Dank des gleich bleibenden Faktors ergibt sich ein Zinseszinseffekt, der Knockoutprodukten fehlt. Das heißt, dass sich Ihr Kapital exponentiell vermehrt.

Je besser es für Sie läuft, desto stärker steigen die Gewinne. Und je schlechter es läuft, desto kleiner werden die Verluste – auch das ist ein Effekt des gleich bleibenden Faktors.

Faktor-Zertifikate drehen also die Nachteile von Knockout-Zertifikaten um – und verwandeln sie damit in Vorteile. Und wenn das Knockoutprodukt wegen Kursverfall wertlos ausgebucht wird, besitzt das Faktorzertifikat noch ein Drittel Restwert. Und es wird immer einen Restwert geben – denn einen plötzlichen Totalverlust gibt es bei Faktor-Zertifikaten nicht.

Zudem können Sie mit Faktor-Zertifikaten nicht nur Aktien und Rohstoffe handeln, sondern auch Anleihen – also Wertpapiere der Bundesrepublik Deutschland. Es gibt Faktor-Zertifikate, die die Kursentwicklung der Anleihen mit einem Faktor von bis zu 15 abbilden. Das heißt: steigt der Kurs einer deutschen Anleihe um 1%, so steigt das Faktor-Zertifikat um 15%. Darüber hinaus gibt es auch Faktor-Zertifikate, die von fallenden Anleihekursen profitieren.

Die zahlreichen Vorteile überzeugen alle. Im Ausland sind die Zertifikate inzwischen ein Renner. So zum Beispiel in ganz Skandinavien.

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Über den Autor
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Michael Vaupel

Michael Vaupel ist Rohstoff- und Derivate-Experte. Der 40-jährige hat an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn Volkswirtschaftslehre studiert.

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