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Agrarrohstoffe: Spekulieren auf Hunger und Katastrophen

Kaffee, Mais und Zucker gehören unter anderem zu den Agrarrohstoffen. Vor allem letzteres hat in den vergangenen Jahren viele Höhen und Tiefen miterlebt was den Preis anbelangt. 1967 kostete ein Pfund Zucker noch einen Cent. Mitte der 70er Jahre stieg er auf den Rekordpreis von 40 Cent. Was müssen Sie zum Handeln mit Agrarrohstoffen wissen?

Agrarrohstoffe: Von Baumwolle bis Zucker

Agrarrohstoffe sind, wie der Name schon sagt, Rohstoffe aus landwirtschaftlicher Produktion für die Nahrungs- und Futtermittelaufbereitung. Jedoch werden nicht alle Agrarrohstoffe an der Börse gehandelt, sondern nur die sogenannten Soft Commodities, was auf Deutsch so viel wie „weiche Waren“ bedeutet.

Diese Agrarrohstoffe bedienen eine ganze Bandbreite an Produkten. Von Baumwolle, Kaffee und Kakao über Mais, Milch und Palmöl zu Reis, Weizen und Zucker. Aber auch Lebewesen wie Rinder und Schweine zählen dazu.

Soft Commodities lassen sich leicht standardisieren. Aber auch historisch bedingte Willkürlichkeit spielt eine Rolle bei der Auswahl der zu handelnden Agrarrohstoffe. Schweinebäuche lassen sich demnach handeln, nicht aber Forellen oder Hühner.

Der Handel mit Soft Commodities

Bei Agrarrohstoffen handelt es sich um kein klassisches Investment. Trotzdem gibt es für Anleger und Trader viele verschiedene Anlagemöglichkeiten.

So kann entweder mit Rohstoff-Fonds indirekt, ETFs, Basket-Fonds, Basket-ETFs, Zertifikaten auf Rohstoffkörbe oder einzelne Agrarrohstoffe gehandelt werden. Aber auch die Möglichkeit via Hebelzertifikaten, CFDs, Optionen oder direkt über Futures besteht zum Handel mit Soft Commodities.

Sowohl Spekulanten als auch Agrarwirten selbst handeln aktiv mit Agrarrohstoffen. Die Einen haben dabei nur den Profit im Sinn, die Anderen neben dem Profit die Lenkung ihrer Rohstoffabsatzpreise. Außerdem können Agrarwirte so ihre Ernten mit zusätzlichen Wetterkontrakten für unterschiedliche Anbauregionen absichern.

Hohe Preise dank Unwetter

Manche Agrarrohstoffe sind sehr vom Klima abhängig. Ausfallende Ernten oder plötzliche Änderungen des Wetters, die ein Land verwüsten, wirken sich deshalb sofort auf die Preise dieser Stoffe aus und lassen sie in die Höhe schnellen.

Aber nicht nur das Wetter kann sich auf die Preise auswirken, sondern auch die Politik. Fast 80% des Kakaos, der weltweit auf die Märkte gelangt, stammt aus der Elfenbeinküste – einem Land, das regelmäßig von politischen und wirtschaftlichen Krisen heimgesucht wird. Dabei ist Schokolade eines der beliebtesten Lebensmittel weltweit.

Die Nachfrage nach Genussmitteln wie Kaffee, Zucker, Rind- und Schweinefleisch ist einer der besten Indikatoren, um eine aufstrebende Volkswirtschaft auszumachen. Vor allem Indien, aber auch China, fragen bereits stark nach internationalen Gütern aus dem Bereich der Soft Commodities. Im eigenen Land können sie die Nachfrage durch die eigene Produktion nicht decken.

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