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Ukraine-Lieferstopps: Weizen noch immer unterbewertet

Inhaltsverzeichnis

Die Ukraine, Kornkammer Europas, und einer der wichtigsten globalen Weizenexporteure kann aufgrund des Angriffskrieges durch Russland keine Agrarrohstoffe mehr liefern. Der Handel über den Seehafen in Odessa funktioniert nicht mehr und die ukrainische Bahn ist nicht in der Lage die Ausfälle zu kompensieren. Deshalb steigen die Getreidepreise – allerdings tun sie das nicht erst seit letzter Woche, sondern schon seit ein paar Jahren. Denn die globale Nachfrage steigt, während das Angebot nicht Schritt halten kann. Die Ereignisse seit Beginn des Krieges haben den Aufwärtstrend nur beschleunigt. Trotzdem ist Weizen nach wie vor unterbewertet.

Weizen ist ein wichtiges Asset

Über 13 US-Dollar kostete einst der Weizenpreis pro Scheffel 2008 und dann noch einmal fast 7 US-Dollar mitten in der schlimmsten Finanzkrise dieses Jahrhunderts Mitte 2009. Beachtlich dabei ist: Während der Finanzkrise war Weizen sogar zeitweilig im Verhältnis zu Gold teurer. Das heißt, mitten in der großen Finanzkrise bevorzugten Anleger Weizen sogar gegenüber Gold als zeitweilige Absicherung.

Aktuell handelt der Scheffel Weizen bei 11,75 US-Dollar und zeigt im Verhältnis zum breiten Aktienmarkt extreme Werte, die Sie nicht außer Acht lassen sollten.

Weizen ist gegenüber dem Aktienmarkt stark unterbewertet

Das Verhältnis vom breiten Aktienmarkt (dargestellt durch den US-Aktienindex Dow Jones Industrial Average) zum Weizenpreis lässt sich grafisch darstellen:

Quelle: stockcharts.com

Im Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre ist ein Wert von etwa 20 „normal”, was das Verhältnis vom Dow Jones zum Weizenpreis angeht. Doch aktuell liegt das Verhältnis auch nach dem Weizenpreisanstieg immer noch nur bei 28,6. Das bedeutet, dass der Weizenpreis gegenüber dem Dow Jones deutlich unterbewertet ist.

Der Aktienmarkt ist gegenüber dem Weizenpreis überbewertet

Eine Korrektur musste in der Vergangenheit nach Extremwerten in der Dow Jones/Weizenpreis-Ratio nicht nur das Verhältnis hinnehmen, sondern auch der Aktienmarkt. Ich sollte besser sagen insbesondere der Aktienmarkt, denn die Unterbewertung des Weizenpreises geht immer auch mit einer Überbewertung in den Aktienmärkten einher. Beachten Sie folgenden Chart:

Quelle: stockcharts.com

Hier sehen Sie noch einmal die Entwicklung der Dow Jones/Weizenpreis-Ratio (in rot) im Vergleich mit der Entwicklung des Dow Jones Industrial Average Index. Wie Sie erkennen können, bewegen sich die Ratio und der Dow Jones Index immer (bisweilen zeitverzögert) in der gleichen Richtung.

Wir können also auch diesmal davon ausgehen: Kommt es zu einer Korrektur der extrem hohen Ratio, dann kommt es früher oder später auch zu einer Korrektur im Aktienmarkt.

Weizenpreis in der Erholung

Doch vor einer Korrektur passiert das:

Quelle: stockcharts.com

Hier sehen Sie wieder die Ratio (in rot) im Vergleich zur Weizenpreisentwicklung (schwarz). Wie Sie erkennen können, laufen die Ratio und der Weizenpreis absolut konträr zueinander – und das gleichzeitig. Während der Dow mit seinem Gleichlauf zur Ratio immer etwas zeitverzögert reagiert (siehe oben), die Korrektur sich beim aktuellen Wert der Ratio also fortsetzen sollte, ist es der Weizenpreis der zuerst anzieht und dann weiter nach oben läuft.

Fazit: Weizen muss man haben

Der Aufwärtstrend im Weizen hat sich bestätigt. Die Beschleunigung der Preisdynamik durch den Krieg ändert nichts an der Tatsache, dass Weizen gegenüber den breiten Aktienmärkten noch immer unterbewertet ist. UND der Krieg ist noch nicht beendet.