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Knock-out-Zertifikate: Definition und Erklärung

Knock-out-Zertifikate sind eine Form von Hebelzertifikaten. Ein Emittent, zum Beispiel eine Bank, bietet ein Hebel- oder Knock-out-Zertifikat an, um sich damit zu refinanzieren.

In dem Fall werden Anleger zu Gläubigern dieses Emittenten und wetten auf das Steigen oder Fallen eines bestimmten Basiswertes.

Der Basiswert kann eine Aktie, ein Aktienindex, ein Währungspaar oder ein Rohstoffindex sein. Der Anleger kann mit Knock-Out-Zertifikaten im Gegensatz zu anderen Zertifikaten eine überdurchschnittlich hohe Wirkung erzielen. Knock-out-Zertifikate werden auch Turbozertifikate genannt.

Knock-out-Zertifikate sind riskant – aber bieten hohe Gewinnchancen

Mit den Knock-out-Zertifikaten erreichen Anleger eine große Hebelwirkung Dadurch werden aber nicht nur die Ertragschancen, sondern vor allem auch die Anlagerisiken verstärkt.

Der Name dieser Zertifikate leitet sich von ihrer speziellen Konstruktion ab: Unterschreitet der Basiswert eine vorher festgelegte Schwelle, die „Knock-out-Schwelle“, dann wird des Zertifikat augenblicklich wertlos, sozusagen „ausgeknockt“. Setzt man mit dem Zertifikat auf fallende Kurse gilt die Wirkung analog bei Überschreiten der Schwelle.

Zusätzlich zur Knock-Out-Schwelle enthalten manche Zertifikate noch eine Stopp-Loss-Schwelle. Diese Schwelle ist eine Art Sicherheitsbarriere. Sie schützt Anleger bei unerwarteten Kursentwicklungen vor dem Totalverlust, also dem Knock-Out.

Diese Stopp-Loss-Schwelle liegt in der Regel einige Prozentpunkte von der Knock-Out-Barriere entfernt. Bei unterschreiten des Stopp-Loss-Niveaus wird das Zertifikat nicht mehr gehandelt und Anleger erhalten am Ende der ursprünglichen Laufzeit den Restwert zurück.

Turbo-Zertifikate: Beispiel verdeutlicht Funktion

Ein fiktives Beispiel: Die Siemens-Aktie kostet aktuell 70 Euro, Bank XY bietet ein Turbo-Zertifikat mit folgenden Konditionen: Basispreis ist 65 Euro, Stopp-Loss-Level ist 67 Euro, das Zertifikat kostet 6 Euro. Die 1 Euro Unterschiedsbetrag (Siemens-Kurs minus Basispreis zum Zertifikatspreis) sind die Gebühren für die Bank.

Fällt die Siemens-Aktie auf 64 Euro, dann zieht der Stopp-Loss bei 67 Euro. D. h. pro Zertifikat bekommt der Anleger noch 2 Euro zurück (67-65), hat aber zwei Drittel verloren. Bei einem Knock-Out ohne Stopp-Loss wäre ein Totalverlust entstanden.

Eine andere Variante beim gleichen Beispiel: Die Siemens Aktie steigt auf 75 Euro. In dem Fall steigt das Zertifikat auf 11 Euro (akuteller Kurs minus Basispreis und 1 Euro Marge für die Bank). Der Anleger hat seinen Einsatz fast verdoppelt.

Vorteile von Knock-out-Zertifikaten

  • Die Zertifikate bilden die Bewegung des Basiswertes proportional ab, dadurch ist ihre Wertentwicklung transparent.
  • Der Anleger kann maximal so viel verlieren, wie er eingesetzt hat. Die Stopp-Loss-Schwelle, falls sie vorhanden ist (!), dient als Schutz vor dem Totalverlust.
  • Mit Knock-out-Zertifikaten können Anleger gute Renditen erzielen.

Nachteile von Knock-out-Zertifikaten

  • Den hohen Renditenchancen stehen hohe Verlustrisiken gegenüber. Bei Papieren ohne Stopp-Loss-Schwelle ist auch ein Totalverlustrisiko gegeben.
  • Die Rückzahlung hängt wie bei allen Zertifikaten von der Bonität des Emittenten ab.
  • Knock-out-Zertifikate können komplex und schwer verständlich sein und sind für Börsenneulinge eher nicht empfehlenswert

Die Vor- und Nachteile von Knock-out-Zertifikaten bedingen sich gegenseitig. Denn sowohl Verluste als auch Gewinne werden durch den Hebel der Produkte potenziert.

Knock-out-Zertifikate: Zwei Varianten, die für Anleger interessant sind

Zwei besondere Varianten von Knock-out-Zertifikaten sind zu nennen, mit denen der Anleger handeln kann. Der Long Rolling Turbo und der Short Rolling Turbo. Sie funktionieren wie das normale Knock-out-Zertifikat. Es handelt sich somit um ein gehebeltes Anlagezertifikat.

Mit dem Long Rolling Turbo wird auf das Steigen, mit dem Short Rolling Turbo auf das Sinken eines Basiswertes gesetzt. Die Besonderheit der Rolling Turbos ist, dass der Hebel und das Partizipieren an Kursentwicklungen des Basiswertes im Gegensatz zu den „normalen“ Turbos konstant bleiben.

Anleger legen durch die Rolling Turbos ihre individuelle Risikoneigung fest. Rolling Turbos sind nicht von der Volatilität, also der Wertschwankung von Aktienkursen und Zinsen abhängig. Dadurch bleiben sie in ihrem Wert für Anleger immer transparent und nachvollziehbar.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass Knock-out-Zertifikate aufgrund ihres Verlustrisikos eher für erfahrene Anleger geeingent sind, welche die Produkte verstehen und die Risiken genau einschätzen können.

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Über den Autor Investor Verlag

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