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Klimawandel: Die Landwirte spüren die Wetterturbulenzen bereits jetzt

Neben der Corona-Pandemie beherrscht derzeit kaum ein Thema so die Schlagzeilen wie die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, von der ich auch persönlich betroffen war. Was ich vor Ort erlebe habe, hat meine schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen. Allein fünf Gehminuten um mein Haus in der Nähe von sind vier Menschen ertrunken. Über eine Woche gab es keinen Strom, kein Internet, kaum Mobilfunk.

Wetterextreme auch in Südfrankreich

Doch die Wetterextreme gehen weit über Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hinaus. Darüber berichtet die französische Tageszeitung La Depeche, für in der südfranzösischen Region Okzitanien erscheint. Diese Region wurde erst vor wenigen Jahren durch den Zusammenschluss der bisherigen Regionen Languedoc-Roussillon und Midi-Pyrénées geschaffen. Hier, rund zwei Stunden nördlich von Toulouse habe meinen Zweitwohnsitz, in dem ich normalerweise ein paar Monate des Jahres verbringe. Doch in Zeiten von Pandemie und Starkregen ist eben nichts normal.

5 Minuten Tornado reichen für erhebliche Schäden

So berichtet La Depeche jetzt in seiner Ausgabe, dass die Wetterextreme den Landwirten besonders hart zusetzen. Im März gab es ungewöhnliche Trockenperiode, abgelöst von Hagel im April und schließlich von Dauerregen im Mai. Seit Juni bis jetzt kann man kaum von Sommer sprechen. Vor ein paar Tagen ist im Departement Lot ein Tornado durchgefegt. Fünf Minuten haben  gereicht, um erhebliche Schäden anzurichten.

Mangels Sonne macht sich beim Getreide ein schädlicher Pilz breit

Die Wetterturbulenzen haben nicht Einfluss auf die aktuellen, sondern auch auf die zukünftigen Ernten: „Es gab schlicht nicht genug Sonne, damit die Samen keimen können“, erklärt Pierre-Henri Mons von der Landwirtschaftskammer des Departement Lot. Beim Getreide hätte zum Beispiel alles bis spätestens zum 25. Juli fertig sein müssen. Je länger man das noch nicht fertige Getreide auf dem Feld lässt, desto anfälliger wird es für schädliche Pilze. Und solche Felder lohnen sich dann nicht mehr zu ernten.

Verlust an Rendite und Qualität

Sowohl für die Landwirte als auch für die Verbraucher haben die klimawandelbedingten Wetterturbulenzen gravierende Folgen: Für die Landwirte sinkt die Rendite und für die Verbraucher verschlechtert sich die Qualität der Produkte.

Auch an der Börse wird sich die Spreu vom Weizen trennen

Es wird nicht mehr lange dauern und wird sich auch der Börse die Spreu vom Weizen trennen. Unternehmen mit klimaschädlichen Geschäftsmodellen werden aus den Fonds und ETFs fliegen und durch nachhaltigere Unternehmen ersetzt, und das wird nicht nur Landwirtschaft betreffen.

Die klimawandelbedingten Wetterturbulenzen richten nicht nur erhebliche Hochwasserschäden Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz an, sondern beeinträchtigen auch erheblich die Landwirtschaft in Südfrankreich.

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Über den Autor
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Volkmar Michler

Volkmar Michler ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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