MenüMenü

Serie Hebelzertifikate Teil 4: Wert des Hebelzertifikats

Im letzten Beitrag hatten wir den aktuellen Hebel eines DAX-Long-Zertifikates berechnet. Die Formel lautete:(Basispreis / Preis des Zertifikats) x Bezugsverhältnis = Hebel

In unserem Beispiel hieß das:(6000 € / 10 €) x 1:100 = 6

Das Zertifikat hatte ursprünglich einen Hebel von 6, bewegt also die sechsfache Menge des eingesetzten Kapitals (mit 1000€ im Zertifikat bewegen Sie 6000 € DAX). Was passiert nach einem DAX Anstieg auf 7500 Punkte, bei dem sich der Zertifikatspreis auf 15 € erhöht?

(6000 € / 15 €) x 1:100 = 4

Der Hebel sinkt auf 4. Gleichzeitig sind aus den ursprünglich 1000 € im Zertifikat 1500 € geworden. Letztlich bewegen Sie mit Ihrer Position 4×1500 €=6000 €. Nur wenn Sie Zertifikate nachkaufen wollen, müssen Sie den jetzt geringeren Hebel berücksichtigen (im Zweifel entweder mehr Zertifikate kaufen oder ein anderes Zertifikat mit höherem Hebel zum Aufstocken wählen).

Bisher haben wir den Preis unseres Zertifikates näherungsweise berechnet. Wenn Sie z.B. für die Berechnung eines Stopp-Loss, eines Limites oder eines Kurszieles den genauen Wert brauchen, müssen Sie das Aufgeld (für die Finanzierungskosten) berücksichtigen. Der Emittent stellt bei der Long-Variante praktisch die finanziellen Mittel bis zum Basispreis gegen Kreditzinsen zur Verfügung. Dafür verlangt er das Aufgeld bzw. verrechnet das Aufgeld laufend über den Preis des Zertifikats.

Für unser DAX-Long-Zertifikat berechnet sich der Preis dann bei einem angenommenenAufgeld von 20 € (einsehbar im Emissionsprospekt) wie folgt:

Wert Long-Zertifikat (genau) = (aktueller Kurs Basiswert + Aufgeld – Basispreis) x Bezugsverhältnis

Im Beispiel: Wert DAX-Long-Zertifikat (genau) = (7000 + 20 – 6000) x 1:100 = 10,20 €

Der Schein kostet etwas mehr als die näherungsweise berechneten 10 €. In meinem Börsendienst DAX-Profits nehme ich Ihnen solche Rechnereien ab. Sie brauchen nur WKN, Stückzahl und Limit bzw. Stopp-Loss einzugeben und schon kann es losgehen.

Fazit

Für die Berücksichtigung diverser Orderzusätze ist eine genaue Berechnung des Zertifikatspreises erforderlich. Diese schließt das Aufgeld des Emittenten (ggf. weitere Faktoren) mit ein.

Lesen Sie weitere News zum Thema Hebelzertifikate:

Serie Hebelzertifikate Teil 1: Einleitung

Knock-out-Zertifikate: Definition und ErklärungKnock-out-Zertifikate sind eine Form von Hebelzertifikaten. Ein Emittent, zum Beispiel eine Bank, bietet ein Hebel- oder Knock-out-Zertifikat an, um sich damit zu refinanzieren.  › mehr lesen

Serie Hebelzertifikate Teil 2: Zertifikatspreis

Serie Hebelzertifikate Teil 3: Hebel des Zertifikats

Serie Hebelzertifikate Teil 4: Wert des Hebelzertifikats

Serie Hebelzertifikate Teil 5: Basispreis

Serie Hebelzertifikate Teil 6: Knock-Out-Strategie

Serie Hebelzertifikate Teil 7: Short-Strategien

 

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Henrik Voigt. Herausgeber: FID Verlag GmbH. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz