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Keynesianische Politik – Pro und Contra 2

Gestern haben wir uns schon einmal damit beschäftigt was, und vor allem wann, für eine keynesianische Politik spricht. Heute wollen wir uns zudem mit den möglichen negativen Folgen auseinander setzen.

Doch zuvor rollen wir noch kurz die Geschichte von hinten auf und vertiefen noch einmal das Pro der keynesianischen Politik:

Also mit Japans Takahashi haben wir schon mal ein Beispiel für eine gelungene „keynesianische“ Politik. Was im Übrigen umso interessanter ist: während die Japaner also anno dazumal auf Konjunkturprogramme und Defizit gesetzt hatten, was Japan vor der großen Depression bewahrte, rasselte der Großteil der übrigen Welt ungedeckelt in eben jene hinein.

Warum? Weil der Rest der Welt, der Keynes noch nicht und Takahashi leider auch nicht kannte, stattdessen auf die Lehren des Österreichischen Schule setzte. (Einige Leser haben mich schon darauf aufmerksam gemacht und sie haben Recht: der Fairness halber muss ich die gute alte Wiener Schule auch noch einmal ausführlicher abhandeln….kommt noch…). Grundsätzlich finden die Österreicher Rezessionen ok, weil sie Blasen liquidieren. Konjunkturprogramme sind dabei jedenfalls störend. Je nach Ausprägung, der unterschiedlichen Strömungen, der Österreichischen Schule, fordern die Vertreter wenig bis (im Falle der Neo-Austrians) gar keinen Staat. Grundsätzlich bin ich der österreichischen Schule gegenüber auch sehr positiv gestimmt (eigentlich positiver als gegenüber den Keynesianern), doch auch die Österreicher haben nicht immer Recht. (genau so wenig wie die Keynesianer)

Fazit

Angesichts der Lehren, welche wir aus der Geschichte ziehen können, kann ich ein bestimmtes Pro-Keynes-Fazit abgeben: Keynes funktioniert und muss heran gezogen werden, wenn sich eine Weltwirtschaftskrise ereignet und eine wirklich schwere Rezession, bzw. eine Depression droht.

So viel zum Pro, gehen wir nun zum Contra über:

Contra

Schulden

Zunächst müssen wir die Frage klären: was will Keynes, oder besser keynesianische Politik? Vereinfacht: es geht darum, in schweren Zeiten, mit Hilfe von staatlichen Eingriffen das Nachlassen der privaten Nachfrage, durch ein Wachstum der öffentlichen Nachfrage auszugleichen. Schließlich soll die Beschäftigung steigen, die private Nachfrage wieder anziehen und die Rezession überwunden werden. In schweren Zeiten ein patentes Mittel und so wurde die keynesianische Politik im Zuge unserer letzten Weltwirtschaftskrise auch weltweit angewandt.

Wir sind der Depression bislang entgangen, insofern kann man sagen, Keynes hat erst einmal funktioniert. Das Problem ist jedoch, dass die Staaten im Sinne dieser Politik auch Haushaltsdefizite und steigende Schulden in Kauf nehmen. Wobei – und das muss man einfach mal sagen – die heutigen Lasten der hochverschuldeten Nationen Europas oder der USA und Japans, nicht ausschließlich auf die Konjunkturpakete und sonstigen Stimulierungsmaßnahmen und Ausgaben seit 2008 zurückzuführen sind. Der Fall Griechenlands ist ein prekäres Beispiel für einen Staat der über viele Jahre hinweg über seine Verhältnisse gelebt hat. Ebenso die USA oder Japan – beide Staaten schleppen nicht erst seit 2 -3 Jahren massive Schulden mit sich herum.

Im 2. Teil geht’s weiter…

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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