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Keynesianische Politik – Pro und Contra 3

Dennoch, der stärkste Contra-Punkt keynesianischer Politik sind steigende Defizite und wachsende Schulden. Dies wird allerdings erst dann zum Problem, wenn der Staat bereits zuvor hoch belastet war, wie im Falle einiger Europäer.

Ziehen wir als Gegen-Beispiel nur einmal China heran: China kurbelte, noch vor den USA, Ende 2008 die Wirtschaft mit Milliarden-schweren Konjunkturprogrammen an, woraufhin das Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr auf (und jetzt kommt’s) locker-leichte 3% stieg. Für Euro-Staaten die Traumquote! Mit anderen Worten: China konnte sich die keynesianische Politik problemlos leisten und hat damit nicht nur das eigene Wirtschaftswachstum hoch gehalten, sondern auch den Rest der Weltwirtschaft mitgezogen.

Auf der anderen Seite stehen die USA – die aber sind es gewohnt ab und an von Haushaltsdefiziten zu Überschüssen zu schwanken und machen sich im Allgemeinen wenig Sorgen um die langfristigen Auswirkungen der wachsenden Staatsverschuldung. Zudem verfügen sie über einen ungeheuren Vorteil: den US-Dollar, als Leitwährung.

Wir können uns sicher alle darauf einigen, dass ein zu hoher Schuldenberg ein Problem ist. Durch keynesianische Politik aufgeblähte Defizite allerdings (falls sie sich in einem normalen Rahmen bewegen können), sollten, falls Keynes den gewünschten Effekt zeigt, wieder abgebaut werden können. Denn das Ziel keynesianischer Politik ist Wachstum! Wenn das nachhaltig funktioniert, kann der Staat damit beginnen sein Defizit wieder abzubauen, durch Einsparungen oder Steueranhebungen. Die Betonung liegt hier aber auf nachhaltig! Denn wenn das Wachstum nicht nachhaltig ist, dann wirken sich die Sparprogramme nachteilig auf das Wachstum aus und eine zweite Rezession droht (wovor vor allem die US-Amerikaner Angst haben, denn deren Arbeitsmarkt liegt, trotz allem, immer noch brach).

Inflation und Stagnation

Damit können wir nun zum Klassiker der Auswirkungen keynesianischer Politik kommen: der Inflation! Denn wie wir alle wissen, können Staatschulden stattdessen auch weginflationiert werden. Schließlich zeigt die Geschichte, als Auswirkung keynesianischer Politik, Phasen mit steigenden Inflationsraten. Doch, ganz ehrlich, so einfach wie das klingt, ist es in Wirklichkeit nicht. Mit dem Thema Inflation werden wir uns also morgen noch einmal gesondert und ausführlicher beschäftigen.

Doch, die Geschichte lehrt uns auch, neben der Inflation, kann es zugleich auch zu Stagnation kommen. Das ganze nennen wir Stagflation und werden es uns morgen ebenfalls noch einmal näher ansehen.

Deflation und Stagnation

Zudem lehrt uns Japans neuere Geschichte, dass keynesianische Politik interessanterweise auch zu Deflation und Stagnation führen kann. Auch diesen Aspekt werden wir morgen noch einmal ausführlicher behandeln.

So long liebe Leser…wir sehen keynesianische Politik kann durchaus zu verschiedenen unerwünschten Szenarien führen. Nun möchte ich zwar noch nicht dem morgigen Contra-Fazit vorgreifen, doch ich muss es einfach loswerden: für mich liegt der ausschlaggebende Faktor dafür, ob keynesianische Politik funktioniert oder nicht (oder sagen wir mal zu erwünschten Ergebnissen führt), zum einen in der jeweiligen Ausgangslage und zum anderen vor allem in den Fähigkeiten der jeweiligen Regierungen, begründet. Keynesianische Politik ist in bestimmten, extremen Situationen unumgänglich. Doch Keynes kann ein Spiel mit dem Feuer sein und wer nicht damit umzugehen weiß, der verbrennt sich…Bis morgen und liebe Grüße..

Ihre Miriam Kraus

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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