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Korrelation bei Aktien – das sollten Privatanleger wissen

An den Börsen gibt es sowohl eine positive als auch eine negative Korrelation. Eine positive Korrelation bedeutet, dass 2 Aktien oder 2 Märkte, es können auch mehr sein, mit den gleichen oder ähnlichen Kursbewegungen auf Nachrichten reagieren.

Das bedeutet für Sie: Ein Depot mit Werten aus Ländern, die eine hohe positive Korrelation aufweisen, ist nicht ausgewogen und schlecht diversifiziert.

Dieser Nachteil einer positiven Korrelation gilt aber nicht nur für Einzelaktien sondern natürlich auch für ganze Märkte. Hier herrscht bei Privatanlegern die verbreitete Fehleinschätzung vor, dass es eine ausreichende Diversifikation sei, neben US-Titeln auf deutsche Werte zu setzen. Das ist völlig falsch.

Positive Korrelation: Dax 30 läuft der Wall Street hinterher

Die deutsche Börse läuft

der Wall Street immer hinterher wie ein Hund seinem Herrchen. Es heißt nicht umsonst in Börsianer-Kreisen: „Wenn die Wall Street hustet, kriegt der DAX 30 einen Schnupfen.“ Der deutsche Leitindex hat und wird sich nie von den US-Märkten abkoppeln. Der DAX 30 wird vielleicht Trends stärker nachvollziehen, aber er wird nie ein autarkes Eigenleben führen. So sieht die Wirklichkeit aus.

Ich weiß, dass es schwer ist, solche harten Realitäten zu akzeptieren, aber Sie müssen es tun. Ich kenne mich damit aus, negative Fakten zu akzeptieren. Sie haben daher entgegen der weit verbreiteten Meinung Ihr Depot keineswegs gut diversifiziert, wenn Sie neben US-Aktien auf deutsche DAX-Titel setzen (bei deutschen Nebenwerten sieht die Sache schon besser aus).

Woher kommt der Trugschluss? Von der Devisenseite: Denn hier diversifizieren Sie Ihr Depot, indem Sie Aktien auf USD-Basis mit Aktien auf Euro-Basis mischen. Aber diese Unabhängigkeit bezieht sich eben nicht auf die Aktienmärkte. Da sitzen DAX und Dow nämlich im gleichen Boot.

Die Wahrheit ist also: Wenn Sie US-Aktien und deutsche Standardwerte kaufen, dann haben Sie Ihr Depot gar nicht diversifiziert, sondern im Gegenteil sogar noch abhängiger von der Entwicklung der US-Märkte gemacht.

Sie haben das Gegenteil von dem erreicht, was eigentlich Ihr Ziel war: Risikominimierung durch die Streuung auf verschiedene Märkte, die negativ miteinander korrelieren. Was Sie in Wirklichkeit brauchen ist eine negative Korrelation, also Aktienmärkte, die steigen, wenn Dow Jones und DAX 30 fallen.

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Über den Autor
Tom Firley

Der gebürtige Kölner Thomas Firley hat in Rosenheim Betriebswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit Anfang 2006 für den Investor Verlag.

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