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So lassen sich bei Aktiengewinnen Steuern sparen

Über die Abgeltungssteuer wurde in diesem Jahr eifrig diskutiert. Wolfgang Schäuble (CDU), Finanzminister der letzten Regierung, ist seit jeher ein entschiedener Gegner der 25-Prozent-Steuer, und im Wahlkampf sprangen ihm einige bei.

So schossen auch Martin Schulz im Namen der SPD sowie Grüne und Linke gegen die Quellensteuer, die in ihren Augen für eine soziale Schieflage im Land sorge.

Dennoch konnte sie sich am Ende halten und dürfte auch in naher Zukunft nicht viel Raum in der öffentlichen Debatte einnehmen.

Was ist die Abgeltungssteuer und warum ist sie vermeintlich ungerecht?

Vornehmlich geht es bei der Abgeltungssteuer um die Versteuerung von Aktiengewinnen. Seit 2009 müssen alle Gewinne, die aus Kursanstiegen von Aktien bestehen, beim Fiskus versteuert werden, und zwar mit genau 25 Prozent.

In der Zeit davor waren solche Erträge noch steuerfrei, sofern die Aktie mindestens ein Jahr im Bestand gehalten und erst danach veräußert wurde. Unterhalb eines Jahres mussten Anleger damals noch die sogenannte Spekulationssteuer zahlen.

Ungerecht finden sie gerade die Parteien links der Mitte deshalb, weil die Abgeltungssteuer dafür sorgt, dass Einkommen aus Kapital geringer besteuert wird als Arbeitseinkommen.

Ihre These: So werden die Reichen bevorzugt, die einfach ihr Geld für sich arbeiten lassen. Und der arbeitende Mann muss von seinem Einkommen einen höheren Betrag abführen.

Grundsätzlich ein ehrenwerter Gedanke, Kapitalvermögen genauso zu behandeln wie Arbeitseinkommen, doch Daniel Eckert, Finanzredakteur der Welt, gibt in einem Essay nicht zu Unrecht zu bedenken, dass es längst keine klare Zweiteilung mehr gibt zwischen Kapitalanlegern und bürgerlicher Mittelschicht.

Natürlich investiert auch die arbeitende Bevölkerung heutzutage in Aktien und würde dann – zusätzlich zu den Steuern auf den Lohn – auch noch für Kapitalgewinne tiefer in die Steuertasche greifen müssen. Ob das soziale Gerechtigkeit ist, sei dahingestellt.

Wie kommt man um die Abgeltungssteuer herum?

Grundsätzlich ist klar: Wer die Steuer umgeht, macht sich strafbar. Ein fragwürdiges Schlupfloch, das aber noch in diesem Jahr Dank des internationalen Informationsaustausches geschlossen sein dürfte, ist die Option, sein Geld in Steueroasen anzulegen.

Die deutschen Steuerbehörden sind ab Herbst nämlich genauestens darüber informiert, wo die Deutschen ihr Geld liegen haben.

Genau dies ist auch der Grund, warum Schäuble diese „Besserbehandlung“ der Kapitaleinkünfte nicht mehr hinnehmen möchte – sollte die Abgeltungssteuer doch vor allem auch verhindern, dass zahlreiche Deutsche ihr Geld ins Ausland schaffen.

Sparer-Pauschbetrag als Ausweg

Dennoch gibt es eine Möglichkeit, nicht seine kompletten Gewinne aus Kapital versteuern zu müssen, und zwar mithilfe des sogenannten Sparer-Pauschbetrags. Dieser ermöglicht es Anlegern, bis zu 801 Euro steuerfrei zu bekommen – jährlich.

Dabei handelt es sich um einen gesetzlichen Freibetrag, der allen Steuerzahlern ausnahmslos zusteht. Für verheiratete Paare gilt der doppelte Wert von 1602 Euro.

Wichtig ist aber, dass Sie diesen Sparer-Pauschbetrag zwingend bei Ihrer Bank einrichten lassen, sonst gilt er nicht und die Abgeltungssteuer greift bereits ab dem ersten Euro. Mit dem Pauschbetrag lässt sich also bares Geld sparen.

Einkommensteuererklärung lohnt sich immer

Bei Einkünften aus Kapitalvermögen ist es deshalb auch immer sinnvoll, eine Einkommensteuererklärung abzugeben und dort die Günstigerprüfung zu beantragen.

Dadurch überprüft das Finanzamt automatisch, mit welcher Variante Sie mehr Geld sparen.

Welche Möglichkeiten Privatanleger darüber hinaus noch haben, hat das Finanzportal kredite.org in seinem kompakten E-Book „100 nützliche Steuertipps“ zusammengefasst. Darin zu finden sind unter anderem Hinweise für Selbstständige und Angestellte, für Familien und den großen Bereich Bauen und Wohnen.

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