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Wann ist ein KGV eigentlich hoch?

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Dass eine Aktie über- oder unterbewertet ist, hört man an der Börse oft. Doch was ist eigentlich ein normaler Wert? Für Aktien gibt es dutzende Bewertungsmaßstäbe. Eines der einfachsten Maßstäbe ist das KGV – das Kurs-Gewinn-Verhältnis.

 

KGV Aktien
KGV – das Kurs-zu-Gewinn-Verhältnis – ist das optimale Mittel zur schnellen Übersicht von Aktienverhältnissen. © Adobe Stock - mushkamy

 

Da das KGV im Handumdrehen berechnet ist, können Sie binnen Sekunden eine erste Einschätzung über eine Aktie treffen. Das KGV ist nichts anderes als der Kurs der Aktie geteilt durch den Jahresgewinn des Unternehmens pro Aktie. Den Gewinn pro Aktien finden Sie in den Bilanzen und Quartalsergebnissen.

Unternehmensgewinne sind die einzige Rechtfertigung für Aktienkurse

Letztendlich sind die Unternehmensgewinne das einzige, was einen Aktienkurs rechtfertigt. Kurz- und mittelfristig spielen Erwartungen mit Sicherheit eine große Rolle bei Aktienkursen. Doch Erwartungen müssen früher oder später auch durch reale Ergebnisse gerechtfertigt werden – und das ist dann der Unternehmensgewinn. Der Gewinn, den ein Unternehmen erzielt, bekommt der Aktionär auf zwei Arten ausgezahlt. Entweder als zu versteuernde Dividende oder aber als erst einmal nicht zu versteuernden Kursgewinn in der Aktie.

Mit dem KGV können Sie also feststellen, wie hoch Ihre rechnerische Rendite mit einer Aktie sein wird – vorausgesetzt, die Unternehmensgewinne bleiben konstant. Macht das Unternehmen pro Aktie 10 Euro Gewinn und kostet die Aktie 100 Euro, dann beträgt das KGV 10. In 10 Jahren mit unveränderten Gewinnen hat das Unternehmen also seinen aktuellen Aktienkurs selbst verdient.

Das KGV von Aktien müssen Sie immer in Relation zu den KGV von Alternativen betrachten

KGV von 10 galten bis vor einigen Jahren noch als normal. Das ist heutzutage nicht mehr so, wenngleich das geänderte Renditeniveau noch nicht von allen Anlegern erkannt wurde. Denn vor einigen Jahren galten Renditen von 5 % bei zehnjährigen festverzinslichen Anlagen auch noch als normal. Ein KGV von 10 bei Aktien bedeutete also doppelte Rendite im Vergleich zu den sichereren festverzinslichen Anlagen, gleichzeitig aber auch ein höheres Risiko.

Inzwischen gibt es für zehnjährige Anleihen aber nicht mehr 5 % Rendite pro Jahr, sondern teilweise weniger als 0,25 %. Die Bundesrepublik Deutschland zahlt weniger als 0,25 % für zehnjährige Anleihen, große DAX-Unternehmen etwas mehr als 1%. Der Vergleichsmaßstab für das KGV hat sich also im Zuge von Finanz- und Eurokrise ganz massiv verschoben.

Das KGV 10-jähriger deutscher Staatsanleihen beträgt 400!

Berechnen wir doch einmal das kalkulatorische KGV einer zehnjährigen deutschen Staatsanleihe. Bei 0,25 % Rendite pro Jahr müssten Sie so eine Anleihe also 400 Jahre im Depot behalten, damit die Anleihe durch ihre Zinsen ihren eigenen Wert „verdient“ hat. Das KGV beträgt demnach 400.

An der Börse muss jede Anlage stets vor dem Hintergrund betrachtet werden, welche Alternativen es denn gibt. Wer eine Aktie kauft, kann kein Gold mehr erwerben. Wer Gold erwirbt, kann keine Anleihe mehr zeichnen. Und wer eine Anleihe zeichnet, kann keine Immobilie mehr kaufen.

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Risikoadjustiert sollte es keine Rendite-Unterschiede geben

In einer perfekten Welt ist die risiko-adjustierte Rendite aller Anlage-Alternativen identisch. Gold bringt zwar eine höhere Rendite als die Immobilie, ist aber auch riskanter. Anleihen bringen weniger als Aktien, dafür ist die Rendite verlässlicher.

Wenn Sie also ein KGV bei einer Aktie betrachten, dann müssen Sie auch immer schauen, welches Rendite-Niveau denn bei den Anlage-Alternativen herrscht. Bei deutschen Staatsanleihen zehnjähriger Laufzeit beträgt das KGV wie gesagt 400. Bei Immobilien in deutschen Top-Lagen beträgt das KGV 40 bis 100. Sie müssten eine Wohnung 40 bis 100 Jahre vermieten, damit die Mieterträge den Kaufpreis wieder eingespielt haben.

KGV von 40 oder 100 im DAX? Warum nicht?

Sie sehen bereits, dass die rechnerischen KGVs der typischen Aktien-Alternativen in den vergangenen Jahren in die Höhe schossen. Die KGVs deutscher Aktien stiegen hingegen nur sehr moderat. Im DAX haben wir es trotz des jüngsten Höhenflugs nur mit einem KGV von 16,6 zu tun. Das entspricht einer Rendite von 6 % (100/16,6)! Denn mit den Aktienkursen stiegen auch die Gewinne der Unternehmen.

Wäre also ein KGV von 40 im DAX unangemessen hoch? Also bei unveränderten Gewinnen 140 % Kursgewinn im DAX? Ich meine nein, auch ein KGV von 40 wäre noch immer attraktiv im Vergleich zur Rendite von deutschen Staatsanleihen. Ein KGV von 40 entspräche einer Rendite von 2,5 % – und das ist zehnmal so hoch wie die Rendite zehnjähriger Staatspapiere. Selbst ein KGV von 100 – also 500 % Kursgewinn im DAX – wäre verglichen mit den Alternativen noch in Ordnung, wenngleich ebenso grenzwertig wie die Mini-Rendite bei Anleihen.

Können wir also damit rechnen, dass der DAX in absehbarer Zeit auf 72.000 Punkte steigt? Gerechtfertigt wäre es – wir werden es aber wohl so schnell nicht erleben. Denn vielen Anlegern sind noch immer 0,25 % als sicher definierte Rendite immer noch lieber als 1 % unsichere Rendite bei Aktien.

 


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