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So funktioniert die Gewinn- und Verlustrechnung GuV

Bei der Gewinn- und Verlustrechnung geht es darum, eine Übersicht der Einnahmen und Ausgaben zu erstellen. Kaufleute müssen die GuV beim Jahresabschluss abgeben. Das ist laut §242 III HGB Pflicht. Sie zählt bei einem Unternehmen zum externen Rechnungswesen.

In dieser sogenannten Zeitraumrechnung listet die Buchhaltung alle Aufwendungen und Erträge des Unternehmens und erstellt somit eine Gewinn- und Verlustrechnung. Das letztliche Ergebnis gibt dann über den Erfolg der Rechnungsperiode Auskunft. Das muss nicht immer ein Jahr sein – viele Unternehmen machen diese Art der Bilanz einmal pro Monat.

Gebote und Verbote der GuV

Im Prinzip ist vor allem darauf zu achten, dass die Gliederung übersichtlich ist. Der Leser soll sofort erkennen können, welche Erlöse und Kosten das Unternehmen hatte. Ein konkretes Verbot gibt es, was das Verrechnen von einzelnen Beträge angeht. Denn es geht in der Übersicht um eine komplette Auflistung. Beträge aus Gewinnen und Verlusten dürfen demnach nicht miteinander verrechnet werden.

Personengesellschaften und Einzelkaufleute müssen sich nicht an diese Vorschriften halten. Oftmals sind diese Gliederungsformen aber Inhalt von Gesellschafterverträgen. Insofern kann es durchaus sinnvoll sein, die Vorgaben als Orientierungshilfe zu nutzen. Am Ende des Jahres ist eine derartige Bilanz hilfreich und informativ – auch für mögliche Anleger.

Zwei verschiedene Formen

Wer eine GuV macht, hat grundsätzlich zwei unterschiedliche Möglichkeiten, die Gewinn- und Verlustrechnung aufzustellen. Hier wird unterschieden zwischen Kontoform und Staffelform. Letztere wird bei Kapitalgesellschaften vorgeschrieben, damit sich nicht Gutschriften und Ausgänge vermischen. Eine zeitliche sortierte Auflistung wird in diesem Fall verboten.

Weiterhin wird Kapitalgesellschaften – sofern sie klein bis mittelgroß sind – angeboten, eine einfachere Aufstellung zu verwenden. Die Folge ist eine übersichtlichere Gliederung für KG und GmbH, die nicht bis ins letzte Details geht. Dabei werden die einzelnen Position bei der Staffelform untereinander sortiert und periodisch abgerechnet. Bei der Kontoform steht der Profit auf der Sollseite und der Verlust auf der Habenseite.

Wer frei wählen kann, ob seine Buchhaltung die Kontoform oder die Staffelform verwendet, sollte der gewählten Form treu bleiben. Dasselbe gilt für die Bezeichnung der einzelnen Posten und deren Reihenfolge. So können die Jahre besser miteinander verglichen werden.

Beispiel Staffelform

Erlöse (Einnahmen):

  • Bestandsveränderungen (wenn positiv)
  • Eigenleistungen
  • sonstige Erträge

Betriebserfolg (Einnahmen):

  • Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen
  • Zinserträge

Betriebsleistung (Kosten):

  • Bestandsveränderungen (wenn negativ)
  • Materialaufwand
  • Peronalaufwand
  • betriebliche Aufwendungen
  • Abschreibungen

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit:

  • außerordentliches Ergebnis (positiv oder negativ)
  • zu zahlende Steuern (negativ)

Jahresbilanz:

  • Bilanzgewinn- oder verlust

Beispiel Kontoform

EinnahmenKosten
UmsatzWareneinkauf, Miete, Personalkosten, Werbung
Zinsen und WertpapiereZinsen, Wertpapiere, GWG
EigenleistungenAbschreibungen, Werbung, Instandhaltung
Sonstige betriebliche ErträgeRückstellungen
Jahresergebnis GewinnJahresergebnis Verlust

Gesamtkostenverfahren oder Umsatzkostenverfahren

Bei der GuV gibt es zwei verschiedene Methoden, wie die Gewinn- und Verlustrechnung erstellt werden kann. Beim Gesamtkostenverfahren kommen alle Einnahmen und Ausgaben in die Gliederung. Dabei werden sie gegenübergestellt.

Im Gegensatz dazu werden beim Umsatzkostenverfahren nur Erlöse von verkauften Produkte aufgelistet und wiederum nur deren Kosten. Letztlich kommen beide Verfahren zum selben Resultat, jedoch können je nach verwendetem Verfahren unterschiedliche Faktoren analysiert werden.

Gewinn- und Verlustrechnung GuV für Anleger

Aus Anlegersicht sind derartige Übersichten extrem nützlich. Mit einem Blick wird hier gezeigt, wie das Unternehmen funktioniert. Schwachstellen können analysiert und starke Einnahmequellen identifiziert werden. Während Start-Ups viele Geldgeber mit einem Businessplan überreden wollen, zeigt die Gewinn- und Verlustrechnung eindeutig, ob das bisherige Geschäft funktioniert oder nicht.

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