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Stimmrecht bei der Aktien-Hauptversammlung

Das Stimmrecht ist das bedeutendste Recht des Aktionärs. Der Inhaber von Stammaktien verfügt über das Recht zur Stimmabgabe auf der Hauptversammlung.

Damit nimmt er entsprechend seines Aktienanteils am Unternehmen auf wichtige Entscheidungen Einfluss. Wenn ein Aktionär mehrere Aktien des Unternehmens hält, beschränkt sich durch die Satzung das Stimmrecht auf eine Höchstgrenze.

Mehrere Möglichkeiten, zur Ausübung Ihres Stimmrechts

  • Sie nehmen an der Hauptversammlung teil und üben Ihr Stimmrecht aus.
  • Sie bevollmächtigen Ihre Depotbank schriftlich, für Sie das Stimmrecht auszuüben. Um zu verhindern, dass die Bank mit Ihrem Stimmrecht nur ihre eigenen Interessen stärker durchsetzt, können Sie Ihrer Bank eine Weisung erteilen, bei bestimmten Entscheidungen nach Ihren Vorgaben abzustimmen.
  • Sie beauftragen eine Vereinigung. Diese Vereinigungen beschäftigen sich mit der Agenda der Hauptversammlung. Sie können öffentlich Kritik üben und Klagen einreichen, wenn sie die Meinung vertreten, dass der Vorstand nicht die Interessen der Aktionäre wahrt oder Auskünfte unrechtmäßig verweigert.Die wichtigsten Aktionärsvereinigungen in Deutschland sind:
  • In der Einladung zur Hauptversammlung mit der Agenda befindet sich eine Antwortkarte, mit deren Hilfe man im Vorfeld sein Votum zu den Tagesordnungspunkten mittels stilisierten „ja“ oder „nein“-Antworten abgibt.
  • Für minderjährige Aktionäre üben die gesetzlichen Vertreter das Stimmrecht aus.
  • Aktionäre, über deren Entlastung abgestimmt wird, dürfen Ihr Stimmrecht weder für sich noch für andere durch Bevollmächtigung ausüben. Das verhindert einen Stimmrechtsmissbrauch.

Unterschied zum Stimmrecht bei börsennotierten Unternehmen

Bei börsennotierten Unternehmen wird die Ausübung des Stimmrechts von der Anmeldung der Aktionäre zur Hauptversammlung abhängig gemacht. Beantragen Sie bei Ihrer Bank Eintritts-/Stimmkarten für die Hauptversammlung, sperrt Ihre Depotbank die betreffenden Aktien in Ihrem Depot sieben Tage vor Beginn der Hauptversammlung.

Erst einen Tag nach der Hauptversammlung gibt die Bank die Aktien frei. Dies verhindert den vorherigen Verkauf von Aktien, über die auf der Hauptversammlung abstimmt wird.

Teilnahmerecht an der Hauptversammlung

Ein weiteres wichtiges Recht für Sie als Aktionär ist das Teilnahmerecht an der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft. Die Hauptversammlung gibt allen Aktionären die Möglichkeit, sich zu treffen und über wichtige Belange des Unternehmens abzustimmen. Es gibt ordentliche und außerordentliche Hauptversammlungen.

Die ordentliche Hauptversammlung findet einmal pro Jahr statt. Darüber hinaus kann die Aktiengesellschaft bei besonderen Anlässen außerordentliche Hauptversammlungen einberufen. Hierzu zählen Entscheidungen über Firmenübernahmen oder außerplanmäßige Kapitalerhöhungen.

Unternehmen müssen Fragen der Aktionäre beantworten

Auf der Hauptversammlung verfügen Sie als Aktionär über ein Auskunftsrecht. Das bedeutet, dass das Unternehmen Ihre Fragen wahrheitsgemäß und ausführlich beantwortet. Ihre Fragen reichen Sie vorher beim Unternehmen schriftlich ein.

Auf jeder Hauptversammlung gibt es verschiedene Tagesordnungspunkte, über die die Aktionäre entscheiden. Auf jeder Hauptversammlung gibt es obligatorische Tagesordnungspunkte, über die entschieden wird

Auf jeder Hauptversammlung gibt es obligatorische Tagesordnungspunkte, über die entschieden wird

JahresabschlussDer Vorstand stellt die Bilanz vor und gibt einen Ausblick für das nächste Geschäftsjahr. Die Aktionäre haben die Möglichkeit, Fragen zum Jahresabschluss zu stellen und sich Details ausführlicher erklären zu lassen.
Verwendung des BilanzgewinnsVon dem Bilanzgewinn verwendet die Aktiengesellschaft einen Teil für gesetzlich vorgeschriebene Rücklagen. Über den verbleibenden Teil entscheiden die Aktionäre auf der Hauptversammlung. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel den verbleibenden Bilanzgewinn als Dividende an die Aktionäre auszuschütten. Der Regelfall ist, dass der Vorstand die Verwendung des Bilanzgewinns und damit die Höhe der Dividende vorschlägt und die Aktionäre dies absegnen.
Entlastung des Vorstands und des AufsichtsratsWenn die Aktionäre Vorstand und Aufsichtsrat erneut Ihr Vertrauen aussprechen, werden diese entlastet. In Krisensituationen oder wenn Vorstand oder Aufsichtsrat schwere Fehler vorgeworfen werden, können die Aktionäre die Entlastung verweigern. Dieser Vertrauensentzug entfaltet eine Warnwirkung, speziell am Kapitalmarkt.
Wahl der AufsichtsratsmitgliederDer Aufsichtsrat hat die Aktiengesellschaft zu beraten und zu kontrollieren. Er beruft die Vorstandsmitglieder ein und kann sie entlassen. Die Hauptversammlung wählt alle vier Jahre die Aufsichtsratsmitglieder.

Neben diesen vier Hauptpunkten der Tagesordnung gibt es weitere Entscheidungspunkte. Dies ist zum Beispiel die Erhöhung des Grundkapitals. Die Hauptversammlung entscheidet auch über den Rückkauf von Aktien. Ein Aktienrückkauf des Unternehmens hat positive Auswirkungen auf den Aktienkurs und wirkt wie eine verdeckte Dividendenausschüttung.

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Über den Autor Investor Verlag

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