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Aktien: Wie lange sollte man Wertpapiere halten?

Jedem Neueinsteiger an den Börsen wird es wieder und wieder gepredigt: Für die Geldanlage eignet sich nur Kapital, welches nicht kurzfristig wieder benötigt wird. Doch wie lange sollte man Aktien halten? Und ab welchem Jahr halten sich Risiko und Chancen die Waage?

Aktien für ein Jahr: Reine Spekulation

Was kann Ihnen passieren, wenn Sie Ihr Geld ein Jahr lang in Aktien anlegen? Sehen wir uns das aus historischer Sicht an, damit es greifbar wird. Wir verwenden den S&P 500 Index und legen das Geld jeweils zu Jahresbeginn in jedem der vergangenen 50 Jahre an. Was wäre nach zwölf Monaten daraus geworden im besten und im schlechtesten Fall?

Im besten Fall plus 52,6 Prozent.

Im schlechtesten Fall minus 26,5 Prozent.

Lässt sich der Kursverfall vorhersehen? Im Normalfall nicht. Wie man Spekulationsblasen frühzeitig erkennt, werde ich im Verlauf des Artikels noch anschneiden, aber Kursrückgänge bis zu 30 Prozent sind unabhängig davon immer drin und meist unvorhersehbar.

Übrigens, für Liebhaber von Statistiken: Experten haben auch errechnet, wie wahrscheinlich es ist, innerhalb eines Jahres mit Aktien mehr zu verdienen als mit Anleihen: 60,7 Prozent. Das bedeutet: Die Chancen, dass Sie mit Aktien auch schon nach einem Jahr mehr verdienen, sind gut, nur kann es weh tun, falls man Pech hat und das falsche Jahr erwischt.

Ach ja, wie ist der Vergleich bei den „sicheren“ US-Staatsanleihen (Restlaufzeit 20 Jahre) ausgefallen?

Bestes Jahr: plus 40,4 Prozent. Wow, das hätte man ihnen nicht zugetraut. Es war ein Ausnahmejahr Anfang der 80er, als die Zinsen von zweistelliger Höhe nach unten rasselten.

Schlechtestes Jahr: minus 9,2 Prozent. Da macht man ein langes Gesicht, das ist die Folge stark steigender Zinsen. Man sieht, Verluste sind auch in Anleihen möglich, übrigens sogar über Fünf-Jahres-Perioden. Möchte man Verluste völlig verhindern, muss man auf Anleihen mit kurzer Laufzeit ausweichen, die langfristig aber auch erheblich unter fünf Prozent jährlich bringen.

5 Jahre: Für mutige Geldanleger

Wer ja zu Aktien sagt, ist kurzfristigen Schwankungen ausgeliefert. Warum treten solche Schwankungen auf? Wie viel kann man maximal verlieren, das heißt, wie tief können die Aktien gegenüber vorher erreichten Höchstkursen fallen? Ab welcher Anlagedauer kann man davon ausgehen, dass der Vorteil des langfristigen Aufwärtstrends den Nachteil kurzfristigen Schwankens überwiegt?

Bei der Geldanlage nennt man den Zeitraum bis zwei Jahre kurzfristig, ab zehn Jahren spricht man von langfristig, dazwischen von mittelfristig. Es scheiden sich die Geister, ob man bei einer Haltedauer von fünf Jahren auf Aktien setzen sollte. Manche Vermögensberater meinen ja, andere raten strikt davon ab. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung.

Ergebnisse aus der Praxis helfen dabei. Das Geld zu Jahresanfang für eine Dauer von fünf Jahren im S&P 500 anlegen: Was hätte das im besten und im schlechtesten Fall in den zurückliegenden 50 Jahren gebracht?

Im besten Fall plus 28,5 Prozent pro Jahr.

Im schlechtesten Fall minus 2,4 Prozent pro Jahr.

Die Wahrscheinlichkeit, mit Aktien besser zu liegen als mit Anleihen, beträgt 67,3 Prozent. Hier gibt es kein klares Bild. In den zurückliegenden 50 Jahren hätte man in drei Fünf-Jahres-Perioden einen geringen Verlust erlitten, die restlichen 43 Perioden wären alle positiv gewesen. Die Chancen, besser als mit Anleihen abzuschneiden, waren gut, aber nicht völlig überzeugend. Mit Pech konnte man Geld verlieren. Aber es bleibt Geschmackssache: Den schlechtesten Ergebnissen mit geringen Verlusten stehen auch einzelne, ganz ausgezeichnete Halteperioden gegenüber.

10 Jahre plus: Die vorsichtige Variante

Hier ist das Bild klar. Behielt man die Aktien mindestens zehn Jahre, gab es in den vergangenen 50 Jahren nie Verluste. Daraus leitet sich auch die Empfehlung ab: Aktienanlage ab einer Halteperiode von zehn Jahren; S&P 500, jeweils zum Jahresanfang investiert, für eine Zeitdauer von zehn Jahren innerhalb der letzten 50 Jahre.

Der beste Fall: plus 19,1 Prozent pro Jahr.

Der schlechteste Fall: plus 1,2 Prozent pro Jahr.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man bei zehn Jahren mit Aktien besser lag als mit Anleihen: 70,2 Prozent.

Trotzdem: Das tatsächliche Ergebnis kann noch recht stark vom langfristigen Durchschnitt von neun Prozent abweichen.

 


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