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Thor Industries-Aktie: Pandemie-Schub lässt deutlich nach

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Während der klassische Tourismus während der Pandemie massive Bremsspuren verzeichnete, profitierte vor allem die Caravan-Branche vom explodierenden Camping-Boom. Wer ein Wohnmobil kaufen wollte, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen. Von diesem Trend profitierte auch der US-Konzern Thor Industries, einer der führenden Konzerne auf diesem Markt.

Doch die gerade präsentierten Geschäftszahlen zeigen deutlich, dass auch Thor Industries nicht immun ist gegen die nachlassende Konsumbereitschaft. Die Wachstumsdynamik der Vorquartale lässt deutlich nach.

Weltweit führend bei Freizeitmobilen

Thor Industries entstand 1980 durch die Übernahme des Wohnwagenbauers Airstream durch Wade Thompson und Peter Orthwein. Daraus entstand durch Expansion und Akquisitionen der weltgrößte Hersteller von Reisemobilen. Mit der Übernahme der Erwin Hymer Group im Jahr 2019 wurde auch der europäische Markt erschlossen.

Der größte Umsatzanteil wird mit Wohnwagen in Nordamerika erzielt, die zuletzt 42,4% zu den gesamten Konzernerlösen beigetragen haben. Der Rest wird mit Wohnmobilen und dem Europageschäft erwirtschaftet.

Starkes Wachstum während der Pandemie

In den letzten Jahren zeigte der Camping-Spezialist enorme Zuwachsraten. Von 2020 bis 2022 (Anm.: das Geschäftsjahr endete im Juli) kletterten die Umsätze von 8,16 bis 16,31 Milliarden Dollar in die Höhe. Zeitgleich vervielfachte sich der Nettogewinn von 223 Millionen Dollar auf 1,13 Milliarden Dollar. Allerdings war ein Teil des Wachstums auch durch die Übernahme der Tiffin Group angetrieben worden.

In Nordamerika komplett unterschiedliche Entwicklung

Im abgelaufenen Quartal zeigte Thor Industries auf Konzernebene einen Umsatzrückgang um 21,5% auf 3,11 Milliarden Dollar, konnte damit aber die Analystenschätzungen um 250 Millionen Dollar übertreffen. Dabei war die Geschäftsentwicklung komplett konträr: Während der Umsatz mit Wohnwagen in Nordamerika um 41,2% auf 1,31 Milliarden Dollar einknickte, entwickelte sich die Nachfrage bei Wohnmobilen stark positiv. Mit Wohnmobilen erzielte Thor Industries in Nordamerika ein Umsatzplus von 21,5% auf 1,12 Milliarden Dollar.

Geschäft in Europa weiter durch Lieferengpässe belastet

In Europa litten die Wohnmobilumsätze unter den anhaltenden Lieferengpässe bei Fahrgestellen und dem starken Wechselkurs. Unter dem Strich schmolzen die Umsätze um 20,3% auf 504,3 Millionen Dollar zusammen. Allerdings konnte die Bruttomarge um 3 Prozentpunkte verbesserte werden. Grund waren vor allem höhere Verkaufspreise und ein besserer Produktmix

Thor Industries mit Gewinneinbruch

Unter dem Strich sackte der Nettogewinn deutlich von 244 auf 136 Millionen Dollar ab. Je Aktie blieb ein Gewinn von 2,53 Dollar übrig. Das lag deutlich (76 Cent) über den Schätzungen der Wallstreet-Banker (Quelle: Seekingalpha).

Thor Industries mit kontinuierlicher Dividendenpolitik

Die Anleger lässt das Unternehmen über steigende Ausschüttungen an der Unternehmensentwicklung teilhaben. Zuletzt wurde die Dividende zum 13ten Mal in Folge erhöht. Die Quartalsdividende beträgt nun 45 Cent je Aktie (vs. 43 Cent vorher). Aufs Jahr gerechnet winken Anleger entsprechend 1,80 Dollar je Aktie, was einer Dividendenrendite (Dividende im Verhältnis zum Aktienkurs) von 2,3% entspricht.

Für das laufende Geschäftsjahr (Anm.: geht bei Thor Industries bis Juli 2022) zeigt sich der Konzern weiter zuversichtlich. Firmenboss Robert Martin erwartet einen Umsatz zwischen 11,5 und 12,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn soll zwischen 7,40 und 8,70 Dollar je Aktie liegen. Damit handelt die Aktie momentan mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis zwischen 8,6 und 10.