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Droht uns jetzt eine Lohn-Preis-Spirale? Was bedeutet das für die Börsen?

Inhaltsverzeichnis

Im Rahmen seines BWL-Studiums schreibt mein Neffe gerade an seiner Bachelor-Arbeit. Der Titel: „Vermögensbildung – Relevanz von Dividenden-Aktien in Zeiten hoher Inflation.“ Das klingt zwar etwas sperrig, könnte aber aktueller nicht sein.

Importierte Inflation belastet Deutschland besonders

In seiner Bachelor-Arbeit führt er verschiedene Ursachen von Inflation auf. Eine für Deutschland wesentliche Ursache der hohen Inflation ist die importierte Inflation. Als rohstoffarmes Land ist Deutschland auf viele Rohstoffe angewiesen, die in US-Dollar notieren. Durch die Zinserhöhungen der US-Notenbank wird der US-Dollar gegenüber anderen Währungen aufgewertet. Durch den schwachen Euro werden die Rohstoffe noch teurer.

Einseitiger Energiemix schöpft Kaufkraft und Vermögen ab

Das bedeutet: Für eine gleichbleibende Energiemenge müssen die Verbraucher und Unternehmen mehr Geld aufbringen. Damit wird eindeutig Vermögen und Kaufkraft abgeschöpft. Wenn man rechtzeitig mehr in erneuerbare Energie investiert hätte, würde der Energiemix jetzt ganz anders aussehen. Man hätte unabhängig vom US-Dollar und von Russland mehr Energie zur Verfügung, die im eigenen Land produziert worden wäre. Dieser – überwiegend politisch gewollte – einseitige Energiemix fällt uns jetzt auf die Füße. 

Ausgerechnet Beamte wollen 10,5% mehr Lohn

Eine weitere Ursache einer hohen Inflation, die mein Neffe in seiner Bachelor-Arbeit untersucht, ist die Lohn-Preis-Spirale. Gemeint ist damit ein ungünstiger Pendel-Effekt zwischen Lohn- und Preissteigerungen.  Und genau das zeichnet sich in Deutschland ab. Ausgerechnet die für den öffentlichen Dienst zuständigen beiden Gewerkschaften verdi und der Deutsche Beamten Bund wollen für rund 2,7 Millionen Beschäftigen vom Bund und den Gemeinden 10,5% mehr Lohn.

In der Spitze geht es sogar um bis zu 25% Lohnsteigerung

Doch es wird noch besser. Da sich die Gewerkschaftsforderungen auf mindestens 500 € pro Monat belaufen, ergäbe für die unteren Lohngruppen sogar ein Plus von bis zu 25%. Auch wenn die Gewerkschaften ihre Forderungen nicht vollständig umsetzen können, zeichnen sich hohe Lohnforderungen auch in der Chemie-, Metall- und Elektroindustrie ab.

Jüngste Tarifabschlüsse schon jetzt über dem 20-Jahres-Durchschnitt

Die Analysten von Commerzbank Research haben errechnet, dass die jüngsten Tarifsteigerungen schon jetzt deutlich über dem Durchschnitt der letzten 20 Jahre liegen. Die Volkswirte der Commerzbank ziehen einen eindeutigen Schluss: „Damit ist es so gut wie sicher, dass die Lohnkosten der Unternehmen im kommenden Jahr deutlich stärker zulegen werden als in den vergangenen 20 Jahren. Natürlich werden die Unternehmen versuchen, diese höheren Kosten an ihre Kunden weiterzugeben.“ Und damit ist auch klar, dass die Gefahr einer dauerhaft hohen Inflation weiter steigen wird. 

Dividendenrenditen von bis zu 12% statt unverschämter Lohnforderungen

Fazit: Die EZB steht derzeit unter massivem Druck, die Zinsen deutlich zu erhöhen. Damit werden die Finanzierungen für Unternehmen und Kredite Verbraucher noch teuer. Schon jetzt können Sie diesen Effekt am Immobilienmarkt erkennen. Auch auf die Börsen hat das einen negativen Effekt – besonders auf die Unternehmen, die noch Verluste haben und in hohem Maße auf Fremdfinanzierungen angewiesen sind. Aber für Beamte habe ich noch einen Tipp zum Schluss: Eine Lohnforderung von 10,5% klingt in dieser angespannten Situation schon frech. Für meine Leser ist das aber normal. Denn sie haben Aktien mit Dividendenrenditen von bis 12 % im Depot.