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Dax reagiert nervös auf Ukraine-Konflikt

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Die Spannung am Parkett lässt sich beinahe greifen: Neben Pandemiegeschehen, Lieferkettenproblematik und Inflationsentwicklung ist mit dem Ukraine-Konflikt inzwischen ein weiteres Thema auf dem Tisch, das die Anleger beunruhigt und die Kurse nervös zucken lässt.

Dax: Einmal unter 15.000 und zurück

So ging es für den Dax am Montag auf Talfahrt, der Kursrutsch führte sogar bis unter die psychologisch wichtige Schwelle von 15.000 Punkten. Hintergrund war die immer offensivere Kriegsrhetorik aus Washington sowie zunehmende russische Truppenbewegungen entlang der Grenze zur Ukraine.

Beschwichtigende Töne und zaghafte Signale der Entspannung sorgten am Dienstag zwar für eine Gegenbewegung: Im frühen Handel übersprang der Leitindex die 15.000er-Marke wieder. Doch angesichts der Dynamik des Geschehens kann das lediglich als Momentaufnahme gelten.

Berichtsaison kann Inflationssorgen nicht abwenden

Die Nerven der Anleger liegen ohnehin seit Wochen blank: Die galoppierende Inflation erreicht einen Höchststand nach dem anderen. In den USA lag sie zuletzt bei 7 Prozent, in der Eurozone bei mehr als 5 Prozent. Beide Werte markieren jeweils die höchste Teuerungsrate seit mehreren Jahrzehnten.

Die laufende Berichtsaison fällt zwar bisher überwiegend positiv aus, doch das verhilft eher Einzelwerten zu besseren Tagen, während die Stimmung am Gesamtmarkt düster bleibt. Immer mehr Ökonomen warnen vor den Auswirkungen der Inflationsentwicklung und halten weitere Preisanstiege – vor allem für Energie und Lebensmittel – für wahrscheinlich, es droht eine Kettenreaktion.

EZB zögert mit Zinswende

Während die US-Notenbank Federal Reserve dem nun durch Leitzinsanhebungen und eine insgesamt straffere Geldpolitik zu begegnen versucht, lässt sich die Europäische Zentralbank weiterhin Zeit. Zwar schließt auch EZB-Chefin Christine Lagarde eine Zinswende im laufenden Jahr nicht mehr kategorisch aus, doch beim Tempo drückt die Französin auf die Bremse.

Ausgebremst werden indes auch viele Industriekonzerne aufgrund der anhaltenden Lieferkettenproblematik. Engpässe bei Rohmaterial und Komponenten verschärfen die Situation zusätzlich, trotz guter Geschäftszahlen blicken viele Unternehmen daher zurückhaltend auf die ersten Monate des Kalenderjahres.

Anleger setzen wieder vermehrt auf Gold

Für Anleger bedeutet das einmal mehr, dass starke Nerven gefragt sind. Kursschwankungen auszuhalten und Papiere nicht im freien Fall mit hohen Verlusten abzustoßen, sondern günstige Gelegenheiten zum Einstieg oder Zukauf zu nutzen lauten die Tugenden der Stunde.

Angesichts der aufgeregten Gesamtlage fällt es vielen jedoch schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren. Bemerkbar macht sich das nicht nur bei den Kursverlusten an den Aktienmärkten, sondern auch am Goldmarkt: Das Edelmetall, das seit jeher als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten angesteuert wird, legte zuletzt zu auf rund 1.850 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit 8 Monaten.

Der Dax dagegen befindet sich bei aller Volatilität in diesem noch jungen Jahr auf Talfahrt: Seit Anfang Januar notiert der Leitindex gut 4 Prozent im Minus.