Agrarrohstoffe
Das wirtschaftliche Comeback von Weizen & Co
Agrar-Rohstoffe: Weltweit steigende Nachfrage – beflügelt durch das Wachstum der Emerging Markets
Die weltweite Bevölkerung wächst. Während die Geburtenraten in den Industrienationen zwar nicht zunehmen, zeichnet sich dort immerhin eine demographische Entwicklung zugunsten einer wesentlich längeren Lebensdauer des Menschen ab. Doch die Lebenserwartung steigt auch in den Schwellenländern mit ihrer jungen Bevölkerung und den traditionell höheren Geburtenraten.
Dieser besondere Umstand ist auf das rasante Wirtschaftswachstum der Emerging Markets zurückzuführen. Einstige Entwicklungsländer haben inzwischen ein hohes Wohlstandsniveau erreicht. Mit diesem steigt aber auch die Nachfrage nach Luxusagrargütern, wie Gemüse, aber auch Orangensaft, Kakao oder Kaffee und der Fleischkonsum innerhalb einer Gesellschaft.
Prägnantestes Beispiel an dieser Stelle ist wie so oft China. Innerhalb der vergangenen 10 Jahre stieg der Fleischkonsum des Durchschnittschinesen um 25% auf 50 Kilogramm pro Verbraucher und Jahr.
Und nun bedenken Sie zudem, dass für die Produktion von 1 Kilogramm Fleisch über 8 Kilogramm Futtermittel, wie Heu und Getreide notwendig sind.
Agrarrohstoffe: Zahlreiche vernetzte Faktoren
Hier ist also eine ganze Reihe von Faktoren am Werk, die einander bedingen. Ein wachsendes Wohlstandsniveau forciert eine längere Lebenserwartung des Menschen und ein anhaltendes Weltbevölkerungswachstum, bedingt durch eine bessere Versorgungslage mit Agrarrohstoffen, woraus ein anhaltendes Nachfragewachstum nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen resultiert.
Doch die Emerging Markets sind noch lange nicht am Ende ihres Wachstums angelangt. Und immer mehr einstige Entwicklungsländer avancieren zu Schwellenländern. Doch auch die Nachfrage aus den Industrienationen zeigt ein kontinuierliches Wachstum auf.
Biokraftstoffindustrie forciert das Wachstum des Agrar-Rohstoffsektors
Brasilien fährt schon seit langem mit aus Zuckerrohr gewonnenem Ethanol. Ex-US-Präsident George W. Bush kündigte an Ziel sei es, die USA unabhängig von Rohölimporten aus dem Mittleren Osten zu stellen. Zu diesem Zweck schießen in den USA Ethanolbrennereien wie Pilze aus dem Boden. Diese gewinnen den Benzinersatz aus Zuckerrohr oder Mais.
Agrarrohstoffe als nachwachsende Energieträger sind auch in der EU der Renner. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der Biokraftstoffe an Benzin und Diesel auf 17% erhöht werden. Hier setzt man zu dem Zweck auf Raps oder Palmöl.
Dieser Wachstumsmarkt hat seit 2006 maßgeblich dazu beigetragen den Fokus der Anleger verstärkt auf den Agrarrohstoffsektor und dessen Gewinn-Möglichkeiten zu lenken.
Ganz abgesehen davon, dass die auf die langfristigen Ziele bezüglich der Nutzung von Biokraftstoffen ausgerichtete Subventionspolitik der EU und der USA, neben klimatisch ungünstigen Faktoren maßgeblich zu der Weizen-Verknappung des Jahres 2007 beigetragen hat. Sinkende Anbauflächen für Getreide zugunsten jener Agrarrohstoffe, welche in der Biokraftstoffindustrie genutzt werden, haben damit einen wesentlichen Anteil an steigenden Preisen.
Agrarrohstoffe: Weltweit stagniert die Anbaufläche für Getreide
Weltweit stehen dem Anbau von Getreide seit 30 Jahren fast konstant 750 Millionen Hektar zur Verfügung; trotz einer wachsenden Weltbevölkerung und steigender Nachfrage.
In China sinken sogar die landwirtschaftlichen Anbauflächen, weichen Industriestandorten und dem Ausbau an Infrastruktur und Immobilien. Peking beginnt langsam den zuvor vernachlässigten Agrarsektor wieder zu entdecken. Dies ist dringend erforderlich im Land mit der höchsten Bevölkerungsanzahl der Welt, mit überdurchschnittlichem Wirtschaftswachstum und steigendem Wohlstand. In einem Land, im dem die Bevölkerung schon jetzt ein stetes Nachfragewachstum nach Agrarrohstoffen generiert und in nicht allzu weiter Ferne den Verbrauch der Industriestaaten erreichen wird.
Vermutlich wären inzwischen schon wesentlich mehr Menschen vom Hunger betroffen, wenn der Anbau durch Forschung und Gentechnik nicht effizienter würde. Vor allem in den USA, wo ein Hektar Weizen inzwischen mit 2,8 Tonnen Ertrag 25 % mehr abwirft als noch vor 20 Jahren. Augenscheinlich reicht das aber inzwischen nicht mehr aus, denn gemäß der USDA überstieg seit Anfang des Jahrtausends die weltweite Weizenproduktion nur ein einziges Mal die Nachfrage.
Weltweite Wasserverknappung führt zu Produktionsrückgang von Agrarrohstoffen
Rohstoffguru Jim Rogers warnte bereits vor der Brisanz des weltweiten Wasserproblems. Denn der Rohstoff Trinkwasser ist ein knappes und lebensnotwendiges Gut. Während der Mensch nur etwa 1% aller weltweiten Wasservorräte unmittelbar nutzen kann, steigt die Nachfrage nach dem Rohstoff weltweit stetig an.
Dies ist eine unmittelbare Folge der steigenden Nachfrage nach Agrarrohstoffen, denn kein anderer Sektor verbraucht so viel Wasser wie der Agrarsektor.
Ackerbau und Viehzucht verschlingen Massen an Wasser.
Zum Vergleich: Im Jahre 2000 verbrauchte der Agrarsektor etwa 2600 Kubikkilometer an Wasser. Die Industrie dagegen war mit nur rund 400 Kubikkilometern noch richtig sparsam.
Jim Rogers übertreibt nicht, wenn er seine Meinung äußert, dass die Situation noch brisanter werden wird. Einen ersten Vorgeschmack auf die Auswirkungen der Wasserverknappung lieferte Australien. Aufgrund von anhaltender Dürre und sinkenden Grundwasserreservoir–Beständen musste in einigen Gegenden aufgrund der akuten Wasserverknappung bereits die landwirtschaftliche Produktion zurückgefahren werden.
Aktuelle Agrarrohstoffpreise inflationsbereinigt noch weit entfernt von ihren Höchstständen
Zwar haben sich die Getreidepreise seit 2006 deutlich verteuert. Der Preis für Weizen hat sich allein im Jahr 2007 fast verdoppelt, doch das Ende der Rallye ist noch lange nicht erreicht.
Denn abzüglich der Teuerungsrate kosten unsere Agrargüter laut unserer Bewertung gerade einmal so viel wie zu Anfang der 90er Jahre, als kein Hahn nach Rohstoffen, geschweige denn nach Agrargütern krähte.
Meine Empfehlung: Berücksichtigen Sie Agrarrohstoffe für Ihre Geldanlage
Um die Höchststände der 70er Jahre zu erreichen, könnten sich die Preise vom gegenwärtigen Level aus noch immer verdoppeln. Und damals hatten wir weder die Bioenergieindustrie, die zusätzliches Nachfragewachstum begründet, noch das Wohlstandswachstum der Asiaten. Daher dürften Sie mit den entsprechenden Aktien und Wertpapieren in den nächsten Jahren noch eine Menge Geld verdienen können…
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