Bereits seit mehr als 100 Jahren werden "Seltene Erden" verarbeitet, ursprünglich zur Herstellung von Leuchtmänteln für Gaslampen. Das ist heute etwas moderner geworden, inzwischen sind sie unverzichtbar für alle Energiesparlampen. Nachdem immer mehr Staaten die ineffizienten Glühlampen ächten, steigt der Bedarf für die Energiesparlampen massiv. Nur ein Punkt, der Seltene Erden als Geldanlage interessant macht.
Inzwischen werden ständig neue Anwendungen erforscht, bei denen Metalle der "Seltenen Erden" verwendet werden. Weitere wichtige Einsatzgebiete sind Bildschirme, Telekommunikation, Elektronikindustrie, Supraleitung, Mikrosystemtechnik und Spezialgläser. Europium sorgt z.B. dafür, dass moderne Bildschirme rote Farbe darstellen können. China setzt einige Lanthanide auch als Dünger und Futterzusatz ein. Damit konnte eine Produktionssteigerung von rund 10% erzielt werden.
Für moderne Dauermagneten sind "Seltene Erden" ein wichtiger Bestandteil. Eingesetzt werden diese z.B. in Windkraftanlagen für Elektromotoren oder Generatoren. Als Bestandteil der Dauermagneten bewirken die Seltenen Erden", dass magnetisiertes Eisen seine Eigenschaften langfristig behält. Der Bedarf wächst hier rapide, nachdem auch vor unseren Küsten immer mehr Windparks entstehen.
Durch Elektro- und Hybridfahrzeuge explodiert die Nachfrage nach Seltenen Erden
Der größte Anteil der Verarbeitung wird in Zukunft jedoch für Hybrid- bzw. Elektrofahrzeuge erwartet. Pro Fahrzeug werden 20 - 40 kg Seltenerdmetalle benötigt. Sie sorgen dafür, dass die Batterien, Magnete und Motoren wesentlich leistungsfähiger und leichter werden. Und dieser Markt wächst rasant, wie wir inzwischen wissen: Toyota will möglicherweise bereits in einigen Jahren nur noch Fahrzeuge mit Hybridantrieb anbieten, andere Hersteller ziehen nach.
Schwierige Förderbedingungen machen Seltene Erden rar und damit automatisch interessant für die Geldanlage
Das Problem an der Förderung der "Seltenen Erden" ist, dass es nur wenige zu aktuellen Preisen ökonomisch abbaubare Vorkommen gibt. Die Produktion kann teilweise sehr teuer sein, da viele Vorkommen in Verbindung mit stark strahlendem Thorium (oder Uran) auftreten, das kostspielig abgeschieden werden muss. Die größte bekannte Lagerstätte für "Seltene Erden" liegt in der Mongolei.
Obwohl es auch andere bedeutende Lagerstätten (wie Nolans von Arafura) gibt, ist China seit Jahren der wichtigste Produzent dieser wichtigen Metalle. Rund 97% aller derzeit geförderten "Seltenen Erden" stammen aus chinesischer Produktion. Gleichzeitig schränkt China jedoch immer mehr den Export ein, denn man hat die strategische Bedeutung erkannt. Deng Xiaping sagte einmal den treffenden Satz: "Was das Erdöl für den Nahen Osten, sind die "Seltenen Erden" für China."
China schränkt den Export von Seltenen Erden zunehmend ein
Für die nächsten sechs Jahre soll der Export daher auf 35.000 Tonnen "Seltene Erden" beschränkt werden. Das reicht bei aktuellem Bedarf gerade einmal für den Verbrauch Japans! Angesichts der ständig wachsenden Bedeutung der "Seltenen Erden" für moderne Hochleistungstechnologien macht das andere Länder zunehmend nervös. Erste Staaten überlegen, strategische Reserven dieser wichtigen Stoffe anzulegen.
Angesichts dieser Aussichten ist es kein Wunder, dass sich nicht nur Industrie und Staaten zunehmend für diese Hightech-Metalle interessieren, sondern auch immer mehr Anleger.