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  immer wieder waren die letzten Jahre im Rahmen der Krise Aufforderungen zu lesen, dass Anleger doch in "Sachwerte" investieren sollten. Prinzipiell ist hiergegen natürlich nichts einzuwenden in Zeiten weltweiter Kaufkraftabwertungen im Bereich der ungedeckten Papiergeldwährungen. Das Problem liegt viel mehr darin, was eigentlich ein "Sachwert" bzw. vernünftiger Sachwert eigentlich sein soll.

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News und Hintergründe zu Fonds

Wissen zu Fonds

Ganz allgemein ist es bei der Geldanlage wichtig, das Risiko zu verringern, indem man das zur Verfügung stehende Kapital in verschiedene Anlagemöglichkeiten investiert. Diversifikation ist eine der fundamentalen Grundregeln für eine erfolgreiche Geldanlage. Doch Kleinanleger stehen in diesem Punkt vor einem Problem:

Wollen sie zum Beispiel in Anleihen und/oder Aktien investieren, dann müssen sie ihr Depot diversifizieren, um das Risiko überschaubar zu halten. Mindestens sieben verschiedene, sorgfältig ausgewählte und aufeinander abgestimmte Titel sollte ein nach wissenschaftlichen Kriterien zusammengestelltes Depot enthalten. Darüber hinaus muss ein Anleger die Börsen im Auge behalten und – falls notwendig – Wertpapiere kaufen oder verkaufen. Selbst wenn ein Kleinanleger den Zeitaufwand für ein eigenständig gemanagtes Depot nicht scheut, muss er sich eines klar machen: Diversifikation und schnelle Reaktion auf den Markt verursachen Kosten, denn für jede Transaktion werden Gebühren fällig, die die Rendite empfindlich schmälern.

Die Grundfrage lautet also: Wie kann man die Chancen einer breit diversifizierten Geldanlage nutzen, ohne dass sich die Rendite durch unverhältnismäßige Nebenkosten reduziert?

 

Was ist ein Investmentfonds

Die Antwort lautet: mit Investmentfonds. Der Begriff definiert sich selbst: Das Wort Fonds stammt aus dem Französischen und bedeutet Gelder oder Kapital. Investmentfonds sammeln also Kapital, um es zu investieren. Ein Fonds ist sozusagen ein Topf, in den viele Anleger gemeinsam Geld einzahlen. Das in diesem Topf steckende Kapital wird von dem Anbieter des jeweiligen Fonds – einer so genannten Kapitalanlagegesellschaft (KAG) oder Investmentgesellschaft – verwaltet und in Vermögenswerten wie zum Beispiel Aktien angelegt.

Jeder Anleger erhält entsprechend der Höhe seiner Investition einen Anteil des Fonds. Diese Fondsanteile werden auch als Investment- Zertifikate bezeichnet. Weil viele Anleger gemeinsam ihr Geld in »einen Topf« stecken und so dem Fonds große finanzielle Ressourcen zur Verfügung stellen, können Investmentgesellschaften auf dem Markt der Kapitalanlagen als Großinvestoren agieren.

 

Vorteile von Investmentfonds

Das hat viele Vorteile. Zum Beispiel erhalten Großinvestoren immer wesentlich höhere Zinsen bei der Geldanlage als Kleinanleger. Aber das Wichtigste ist: Ein Großinvestor besitzt genügend Geldmittel, um seine Anlagen sehr breit zu diversifizieren und professionell zu managen. Das steigert die Chancen auf hohe Renditen und mindert das Verlustrisiko.

Die Vorteile, die aus der Position der Investmentgesellschaft als Großinvestor resultieren, kommen den Besitzern der Investment- Zertifikate des Fonds zugute. Sie profitieren von Möglichkeiten, die ihnen als einzelnen Anlegern niemals zugänglich wären. Jeweils entsprechend der Höhe ihres Anteils sind die Besitzer der Investment- Zertifikate an den Gewinnen – allerdings auch an den etwaigen Verlusten – beteiligt, die die Kapitalanlagegesellschaft mit dem investierten Geld der Anleger erzielt.

 

Unterschiedliche Anlagemöglichkeiten bei Fonds

Die meisten Menschen verbinden mit der Bezeichnung Investmentfonds lediglich Aktienfonds und gehen davon aus, dass diese beiden Begriffe bedeutungsgleich seien. Tatsächlich gibt es unter dem Oberbegriff Investmentfonds sehr unterschiedliche Anlagemöglichkeiten. Fonds investieren zum Beispiel Kapital in Anleihen ( Rentenfonds), Aktien ( Aktienfonds), Immobilien ( Immobilienfonds) oder in eine Kombination aus Termingeldern und verschiedenen Formen von Anleihen mit kurzen Laufzeiten ( Geldmarktfonds).

Neben dieser wichtigsten und geläufigsten Form der Unterscheidung von Fonds nach den jeweiligen Vermögenswerten, in die sie investieren, unterscheidet man Fonds zusätzlich anhand folgender Merkmale:

Fonds, in die jeder Anleger investieren kann, bezeichnet man als so genannte Publikumsfonds. Den Gegensatz dazu bilden Spezialfonds, deren Anteile nicht öffentlich angeboten werden, da sie nur Großinvestoren wie Banken oder öffentlichen Einrichtungen offen stehen.

Weiterhin unterteilt man Investmentfonds in so genannte geschlossene (Closed-End-Fund) und offene Fonds (Open-End-Fund).

 

Geschlossene und offene Fonds

Geschlossene Fonds werden nach Ablauf einer bestimmten Frist und/oder mit dem Erreichen einer bestimmten Einzahlungssumme geschlossen, das bedeutet, die Zahl der Anleger ist begrenzt. Ab einem bestimmten Stichtag können keine weiteren Anleger in den Topf einzahlen beziehungsweise Fondsanteile erwerben. Geschlossene Fonds sind aus meiner Sicht für Kleinanleger meist ungeeignet. In der Regel sind sie auf die speziellen Bedürfnisse sehr vermögender Anleger zugeschnitten; darüber hinaus unterliegen geschlossene Fonds nicht den strengen Vorgaben des Gesetzes über Kapitalanlagegesellschaften (siehe unten). Ihre Anbieter operieren auf dem so genannten grauen Kapitalmarkt und unterliegen keiner »seriösen« Kontrollinstanz. Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass alle Anbieter geschlossener Fonds graue beziehungsweise schwarze Schafe sind; trotzdem finden sich auf diesem Markt zahlreiche dubiose Angebote mit hohen und für die meisten Anleger kaum einschätzbaren Verlustrisiken. Deshalb werde ich mich in diesem Kapitel auf die Beschreibung der unterschiedlichen Anlagemöglichkeiten in offenen Publikumsfonds beschränken.

Das Kennzeichen offener Fonds ist, dass sie beliebig viele Investment- Zertifikate herausgeben dürfen und gleichzeitig gesetzlich verpflichtet sind, diese jederzeit gegen Zahlung eines Rücknahmepreises an den Anleger zurückzunehmen. Die Zahl und die Identität der in den Fonds investierenden Anleger wechseln daher permanent.

Die Verpflichtung der Kapitalanlagegesellschaft, die von ihr herausgegebenen Investment- Zertifikate jederzeit zurückzunehmen, ist ein großer Vorteil der Geldanlage in Fonds. Der Anleger bleibt flexibel, da der Zugriff auf sein investiertes Kapital immer möglich ist. Fondsanteile sind also eine Geldanlage mit hoher Liquidität. Um Anleger, die ihre Investment-Zertifikate zurückgeben möchten, jederzeit auszahlen zu können, muss die Kapitalanlagegesellschaft eine genügend hohe Bargeldreserve vorhalten und kann daher niemals die gesamten zur Verfügung stehenden Anlegergelder in Aktien, Immobilien, Anleihen oder andere Vermögenswerte investieren.

 

Der Rücknahmepreis bei Fonds

Der Rücknahmepreis, den ein Anleger erhält, wenn er sein Investment-Zertifikat zurückgibt, ist kein Festbetrag, sondern unterliegt Schwankungen. Aus diesem Grund bezeichnet man ihn manchmal auch als Kurswert, obwohl diese Bezeichnung irreführend ist, da Fondsanteile in der Regel nicht an der Börse notiert werden.

Die Schwankungen (Fachausdruck: Volatilität) des Rücknahmepreises ergeben sich aus den Wertsteigerungen oder -verlusten der Anlagen, in die der Fonds investiert.

Fondsgesellschaften errechnen täglich den aktuellen Wert ihrer Investment- Zertifikate und veröffentlichen ihn in der Tagespresse, im Internet oder in anderen Medien. Der Rücknahmepreis eines einzelnen Investment-Zertifikates ergibt sich aus folgender Rechnung:

Rücknahmepreis = (Aktueller Wert der Fondsanlagen + Bargeldreserve) / Anzahl der ausgegebenen Investment- Zertifikate

Kapitalanlagegesellschaften sind keine Wohltätigkeitsorganisationen, sondern wollen im eigenen Interesse Profite erzielen. Hinter den meisten deutschen Kapitalanlagegesellschaften stehen Banken oder Versicherungen; es gibt aber auch Kapitalanlagegesellschaften, deren Gründung auf Privatpersonen zurückgeht. Ein Beispiel dafür ist die amerikanische Investmentgesellschaft Franklin Templeton Investments, die im Jahre 1940 von Sir John Templeton gegründet wurde und heute zu den größten Investmentgesellschaften weltweit zählt.

 

Der Ausgabeaufschlag

Die Profite der Kapitalanlagegesellschaften speisen sich aus Gebühren, die sie den Käufern und Besitzern ihrer Investment- Zertifikate berechnen. Deshalb ist unter anderem der Rücknahmepreis eines Investment-Zertifikates fast immer ein wenig niedriger als der Ausgabepreis, denn die meisten Kapitalanlagegesellschaften verkaufen ihre Investment- Zertifikate zu einem Preis, der sich aus dem Rücknahmepreis plus einem so genannten Ausgabeaufschlag (auch als Agio bezeichnet) zusammensetzt. Je nach Anbieter und Art des Fonds ist diese Gebühr unterschiedlich hoch. Bei Aktienfonds beträgt der Ausgabeaufschlag in der Regel fünf bis sechs Prozent des Rücknahmepreises, bei Rentenfonds 2,5 bis vier Prozent. Beträgt der aktuelle Rücknahmepreis für das Investment- Zertifikat eines Aktienfonds zum Beispiel 100 Euro, dann ergibt sich bei einem Ausgabeaufschlag von fünf Prozent ein Ausgabepreis von 105 Euro.

Anleger sollten beachten, dass der im Verkaufsprospekt eines Fonds angegebene Ausgabeaufschlag keine unveränderliche Größe, sondern einen Maximalwert darstellt. Direktbanken oder Fondsplattformen im Internet bieten bei vielen Fonds Rabatte von bis zu 50 Prozent auf den Ausgabeaufschlag.

Es gibt auch Fonds, die vollständig auf den Ausgabeaufschlag verzichten. Dies ist nicht unbedingt ein Vorteil, denn diese so genannten No-Load-Fonds berechnen den Anlegern entweder eine höhere Verwaltungsgebühr oder weisen bei den aufgelisteten Kosten zusätzliche Positionen, wie zum Beispiel eine Vertriebsprovision, aus. Ab einer bestimmten Haltedauer der Anteile ist der Erwerb eines Investment- Zertifikats mit Ausgabeaufschlag meistens günstiger. Als Faustregel gilt: Bei einem Ausgabeaufschlag von fünf Prozent sollte die Haltedauer des Investment-Zertifikates mindestens fünf Jahre betragen. Bei einem kürzeren Zeitraum kann es günstiger sein, in einen Fonds zu investieren, der keinen Ausgabeaufschlag, sondern eine höhere jährlich zu zahlende Verwaltungsgebühr oder eine zusätzliche – ebenfalls jedes Jahr anfallende – Vertriebsprovision verlangt.

 

Verwaltungsgebühren bei Fonds

Die laufenden Verwaltungsgebühren sind je nach Fonds sehr unterschiedlich. Aus der Verwaltungsgebühr zahlt die Kapitalanlagegesellschaft unter anderem das Honorar des Managers, der das Depot des Fonds zusammenstellt und betreut. Bei einem aktiv gemanagten Aktien- oder Rentenfonds ist der Arbeitsaufwand des Fondsmanagers verhältnismäßig hoch, daher finden sich in diesem Sektor Verwaltungsgebühren, die sich auf bis zu zwei Prozent der Investitionssumme des Anlegers belaufen können.

Am unteren Ende der Gebührenskala liegen zum Beispiel so genannte Index- und Geldmarktfonds. Das Management dieser Investmentfonds ist weniger aufwändig, daher liegen die dem Anleger in Rechnung gestellten Verwaltungsgebühren zwischen 0,1 Prozent ( Geldmarktfonds) und 0,5 Prozent ( Indexfonds).

Manche Kapitalanlagegesellschaften berechnen den Besitzern ihrer Investment- Zertifikate zusätzlich noch eine Erfolgs-/Gewinnbeteiligung. Diese Gebühr fällt zum Beispiel immer dann an, wenn es dem Fondsmanager gelingt, ein bestimmtes, vorher festgelegtes Ergebnis zu erzielen. Auch über diese eventuell anfallende zusätzliche Gebühr und die Bedingungen, unter denen sie zu zahlen ist, muss der Anleger vor dem Erwerb des Investment-Zertifikates informiert werden.

Neben Ausgabeaufschlag, Verwaltungsgebühr und etwaiger Erfolgsbeteiligung fallen zusätzlich Kosten für das Bankdepot an, denn der Anleger kann Investment- Zertifikate nicht in der eigenen Schreibtischschublade verwahren. Sie müssen – wie die meisten Wertpapiere – im Depot einer Bank verwaltet werden. Inzwischen bieten Discountbroker oder Fondsplattformen im Internet den Anlegern günstige Alternativen für den Erwerb von Fondsanteilen. Bei ihnen erhält man häufig nicht nur einen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, sondern zusätzlich auch die Möglichkeit, ein kostenloses Depot zu führen. Anleger können so viel Geld sparen, müssen allerdings bei der Auswahl eines Investmentfonds auf die Beratung und Betreuung durch einen Wertpapierspezialisten verzichten.

Grundsätzlich muss sich der Anleger vor dem Erwerb eines Investment-Zertifikates sehr sorgfältig über die anfallenden Nebenkosten informieren. Dabei sollte er sich darüber im Klaren sein, dass die Nebenkosten die Rendite eines Investmentfonds unmittelbar schmälern. Die in den Verkaufsprospekten und Beispielrechnungen der Kapitalanlagegesellschaften ausgewiesene Rendite ist zumeist brutto zu verstehen. Um die tatsächliche Rendite zu berechnen, muss der Anleger die Nebenkosten miteinbeziehen. Ein Fonds lohnt sich erst, wenn der mit dem Investment- Zertifikat erzielte Gewinn höher ist als die anfallenden Nebenkosten.

 

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