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US-Finanzkrise: Ursachen und Auswirkungen

2011 kam eine Kommission des US-Kongresses zu dem Urteil: „Die Finanzkrise war vermeidbar“. Die Ursachen der US Finanz- und Wirtschaftskrise der  Jahre 2007 bis 2010 seien ein riesiges Versagen von Regierung und Finanzaufsicht sowie ein verunglücktes Risikomanagement der Banken gewesen.

Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen? In erster Linie wird als Auslöser der Finanzkrise das Platzen der so genannten Immobilienblase in den Vereinigten Staaten betrachtet.

US-Finanzkrise: Wie kam es zum Platzen der Immobilienblase?

Als Reaktion auf das Platzen der Internet-Blase im Jahr 2000 und um dem darauf folgenden wirtschaftlichen Abschwung entgegenzuwirken flutete die US-amerikanische Notenbank den Markt mit billigem Geld. Dadurch waren die Banken in der Lage, viele Kredite zu vergeben.

Für den Erwerb einer Immobilie erhielten nun immer mehr Amerikaner Kredite – selbst solche mit einem geringen Einkommen. Sogar dann, wenn kein Arbeitsplatz und auch sonst keine weiteren Sicherheiten vorhanden waren.

Zu diesem Zeitpunkt war für die Hausbesitzer noch alles in Ordnung. Solange die Preise für Immobilien kletterten, konnten die Bankkunden auch mit neuen Darlehen ihren alten Hypothekenverpflichtungen nachkommen.

Vielfach waren die Menschen sich nicht bewusst, dass sie bei ihren Krediten einen flexiblen Zinssatz vereinbart hatten, der zunächst tief angesetzt war und im Verlauf mehr und mehr anstieg. Als die US-amerikanischen Leitzinsen wieder zulegten, kamen die Immobilienpreise unter Druck. Der Traum vom eigenen Haus löste sich damit schnell in Luft auf.

Viele Amerikaner konnten schon Ende 2006 ihre Hypotheken-Raten nicht mehr bedienen. Auf diese Weise mussten viele Immobilien zwangsversteigert werden.

Wie sich die Finanzkrise zur Bankenkrise ausweitete

Als Folge davon gingen die Banken in der Praxis immer größere Risiken ein. Durch den erhöhten Einsatz von Fremdkapital wollten sie immer höhere Gewinne erzielen. Mithilfe von neu geschaffenen Finanzprodukten, die Anlegern auf der ganzen Erde empfohlen wurden, verteilten sich die Risiken kaum noch überschaubar. Kaum ein Finanzinstitut mehr wusste nun noch, welche Papiere sich in seinen Büchern befanden.

Und auch gegenseitig vertrauten sich die Banken nicht mehr und gewährten sich keine Kredite mehr. Dadurch gerieten die globalen Finanzströme ins Stocken. Die Ereignisse überschlugen sich, nachdem am 15. September des Jahres 2008 die Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz angemeldet hatte. Weltweit brachen die Börsenkurse zusammen.

Folgen der US-Finanzkrise

Schon Ende des Jahres 2008 wurde deutlich, dass neben den USA auch Deutschland und andere Industrieländer in eine der größten Rezessionen nach dem 2. Weltkrieg gerieten. Der globale Konsum rutschte in den Keller.

Die deutsche Wirtschaft traf es besonders hart, da diese extrem exportorientiert ist. Aber nicht nur hierzulande wurde mithilfe von Konjunkturprogrammen versucht, die Folgen der Wirtschaftskrise abzuschwächen.

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