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DPA-Nachrichten

Das Derivat und seine Funktion

Ein Derivat ist ein Finanzinstrument, dessen Preis sich von einem Kurs eines anderen Basiswertes beispielsweise einer Aktie, ein Index oder ein Rohstoff, ableitet. Derivate gibt es in einer Vielzahl unterschiedlicher Formen, die je nach Ausgestaltung risikomindernd wirken können, wie z. B. bei einem Discount-Zertifikat, oder wie im Falle von Hebelprodukten hohe Renditechancen bei gleichzeitig erhöhtem Risiko ermöglichen.

Hebelprodukte: eine Sorte von Derivaten

Durch geringfügigen finanziellen Einsatz können mithilfe von Derivaten mit verhältnismäßig großen Gewinnen erzielt werden. Die dafür verantwortlichen Produkte gliedern sich in unterschiedliche Gruppen auf, die bekanntesten sind:

Diese Derivate werden auch Hebelprodukte genannt. Der Hebeleffekt bezeichnet die Möglichkeit, dass anhand der Derivate weit mehr Kapital an den Märkten bewegt werden kann, als letztendlich selbst für dieses Produkt aufgebracht werden muss.

Vor- und Nachteile von Derivaten und Hebelprodukten

Hebelprodukte haben sowohl positive als auch negative Eigenschaften. Sie bieten theoretisch die Möglichkeit, rasch viel Geld zu verdienen, jedoch mit dem gleichzeitigen Risiko eines hohen finanziellen Verlustes. Bei manchen Produkten kann es durch starke Kurseinbrüche zur Nachschusspflicht des Privatanlegers kommen, wenn dieser nicht früh genug auf eine negative Entwicklung reagiert hat.

Nachschusspflichtige Hebelprodukte

  • CFDs
  • FOREX-Kontrakte (= Devisenmarkt)
  • Optionen, die „short“ gehalten werden (Verkäufer hat die Pflicht zur Lieferung des Instruments zum vorher festgelegten Preis oder zum Kauf zum vorher festgelegten Preis )

Hebelprodukte ohne Nachschusspflicht

  • So gut wie alle Hebel-Zertifikate für Privatanleger in der BRD
  • Optionsscheine (siehe Beispiel Grundstückserwerb)
  • Optionen, die „long“ gehalten werden (Käufer hat das Recht zum Kauf)

Beachten die Anleger jedoch grundlegende Regeln und informieren sie sich vorab. Nur so ist es ihnen möglich, mit Derivaten Kapital zu erwirtschaften.

Gewinne erzielen mit Derivaten

Ein Beispiel verdeutlicht, wie sich mit Derivaten Gewinne erzielen lassen.

Herr Müller schätzt die Aussichten für die Siemens-Aktie gut ein. Statt sie zu einem Preis von 70 Euro an der Börse zu kaufen, macht er ein Optionsgeschäft.

Die Option sichert ihm das Recht, in 12 Monaten die Siemens-Aktie zu einem Preis von 80 Euro zu kaufen. Dieses Recht gibt es nicht kostenlos – er zahlt dafür 5 Euro, die sogenannten Optionsprämie.

Binnen besagter 12 Monate steigt der Kurs der Siemens-Aktie auf 95 Euro. Hätte er vor einem Jahr die Siemens-Aktie zu 70 Euro gekauft und nun zu 90 Euro verkauft, hätte er eine Rendite von 35,7 % gemacht (95/70-1)*100. Mit der Option kann er heute die Aktie zu 80 Euro beziehen und direkt wieder zu 95 Euro verkaufen.

Das macht einen Gewinn von 15 Euro, von der man noch die eingesetzte Optionsprämie von 5 Euro abziehen muss. Damit verbleiben als Reingewinn des Geschäftes 10 Euro. Allerdings betrug der Kapitaleinsatz nur 5 Euro, so dass das Geschäft eine Rendite von 200 % brachte.

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