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Griechenland-Krise: Kein Ende in Sicht

So richtig ist der Schock bis heute noch nicht überwunden. Schließlich stand ja auch allerhand auf dem Spiel. Die Rede ist von der Griechenland-Krise, die leicht den EU-Austritt der Hellenen – den so genannten Grexit – hätte bedeuten können.

Und das hätten zweifellos schwerwiegende Folgen für die Gemeinschaft und insbesondere ein enormer Vertrauensverlust der Einheitswährung, des Euro, bedeutet. Das macht die Griechenland-Krise zu einer Komponente der Euro-Krise.

Auch wenn die Aufregung groß war, an den Beginn der Griechenland-Krise erinnern sich nur noch wenige. Alles begann damit, dass der damalige Premierminister Georgos Papandreo im Frühjahr 2010 erklären musste, seinem Land drohe die Zahlungsunfähigkeit.

Die Griechenland-Krise – wie es überhaupt so weit kommen konnte

Ursache Nummer 1 der Griechenland-Krise ist die Unzuverlässigkeit der Finanzpolitik des südeuropäischen Staates. Während seine Vorgänger-Regierung das Staatsdefizit noch mit „nur“ 6 % angegeben hatte, musste Papandreo 13 % einräumen.

Dabei war es wohl auch nicht das erste Mal, dass die Griechen Ihre Daten mithilfe „kreativer“ Buchführung aufgehübscht hatten. Schließlich hatte Athen – obschon Kritiker von heftigen Zweifeln geplagt wurden – bei der Aufnahme in die Euro-Zone im Jahr 2000 ein Defizit von unter 2 % angegeben.

Zur wenig soliden Haushaltspolitik kommt eine schon beinahe sprichwörtliche Vetternwirtschaft. Über Jahrzehnte hinweg hatten konservative wie sozialistische Regierungen ihre Anhänger ohne Rücksicht auf Kompetenz mit Ämtern und Pöstchen versorgt.

Dadurch blähten die Griechen ihre Behörden auf, was die staatlichen Abläufe verteuerte und der Effizienz schadete. Zusätzlich existiert in Griechenland eine beträchtliche Korruption einhergehend mit einer gewaltigen Schattenwirtschaft. Nach Meinung führender Ökonomen laufen in Griechenland fast 25 % der Wirtschaftleistung an den Finanzbehörden vorbei.

Auch nicht weit her ist es mit der Schlagkräftigkeit des hellenischen Fiskus. In dem südeuropäischen Land wird Steuerhinterziehung als Volkssport betrachtet. Anfang 2015 wurden die Steuerschulden griechischer Unternehmen und Bürger auf 76 Mrd. € beziffert.

Schließlich fällt auch die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft ins Gewicht. Das Land produziert schlicht zu wenige Güter, die vom Ausland benötigt werden. Daher überstiegen über Jahrzehnte hinweg die Importe die Exporte. Und das ermöglichte nur ein immer weiterwachsender Schuldenberg.

Welche Kosten entstanden durch die Griechenland-Krise?

Um den griechischen Staat vor der Insolvenz zu bewahren wurden bisher insgesamt 3 Hilfspakete geschnürt. Im 1. Schritt wurden 2010 vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und den Euro-Partnern insgesamt 73 Mrd. € überwiesen.

Das 2. Hilfspaket war mit 142,9 Mrd. € vom europäischen Rettungsschirm (EFSF) und dem IWF ausgestattet. Durch das 3. Hilfspaket sollen insgesamt 86 Mrd. € nach Griechenland fließen. Ob die ebenfalls installierten Überwachungsfunktionen der EU greifen und unter dem Strich Griechenland auf eine solide wirtschaftliche gehievt werden kann, ist noch völlig offen.

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