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Finanzkrise - wenn der Markt zusammenbricht

Finanzkrisen sind bei vielen Anlegern so beliebt wie Wurzelbehandlungen beim Zahnarzt. Sie treten oft dann auf, wenn nach einer deutlichen Boom-Phase einer Branche der Markt überhitzt und die Teilnehmer das Vertrauen verlieren.

So geschehen im Verlauf des so genannten Internet-Hypes im Jahr 2002 und im Zuge der US-Immobilienkrise 2008. Jedes Mal mussten zahlreiche Anleger hohe Verluste hinnehmen, viele Unternehmen gingen in die Pleite.

Finanzkrise 2008 als Beispiel für den wirtschaftlichen Kollaps

Die Folgen der US-Immobilienkrise mit ihrem Höhepunkt der Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers 2008 sind auch noch Jahre später spürbar. Viele Experten führen auch die Euro-Krise auf die damaligen Vorgänge zurück.

Die Finanzkrise 2008 war die unmittelbare Folge des Platzens einer „Immobilienblase“. In den Vereinigten Staaten stiegen die Immobilienpreise über viele Jahre hinweg immer weiter an. Dadurch wurden die Banken dazu verleitet, mehr und mehr Kredite zu niedrigen Zinsen an Immobilieneigentümer zu vergeben.

Als für alle ersichtlich wurde, dass wegen der überbordenden Nachfrage die Immobilien in immer stärkerem Umfang überbewertet wurden und deren Besitzer zunehmend in Rückzahlungsnot kamen, stiegen die Zinsen und sanken die Preise.

Von diesem Zeitpunkt an waren zahlreiche Hausbesitzer nicht mehr in der Lage, die steigenden Zinsen für ihre Hypotheken zu bedienen. Schließlich mussten viele von ihnen ihre Häuser den Banken überlassen. Die Banken ihrerseits versuchten, die Immobilien zu verkaufen. Dadurch gelangten mehr und mehr Häuser auf den Markt, was den Preisverfall weiter anheizte.

Wie auch deutsche Anleger in die Finanzkrise hineingezogen wurden

Ein weiterer, fataler Effekt des Immobilien- und Hypothekenbooms war, dass die Banken, die vorher großzügig Hypotheken gewährt hatten, ihre Forderungen gegenüber Kreditnehmern zu großen Teilen an internationale Anleger weiter reichten.

Dies geschah in Form von komplexen Finanzprodukten. Auch viele deutsche Anleger kauften diese derart konzipierten Zertifikate (Derivate) bei ihrer Hausbank, meist ohne sich die bestehenden Risiken bewusst zu machen.

Die Ausfälle von Rückzahlungen der US-Hypotheken nahmen nach dem Platzen der Blase zu. Die Verluste der Banken wurden wegen der immensen Verflechtung durch Derivate an viele Anleger weitergereicht. Dadurch vervielfachten sich die Gesamtverluste.

Hinzu kam, dass eine ganze Reihe dieser Zertifikate so verschachtelt und komplex waren, dass Käufer oft nicht genau wussten, über welches Guthaben sie genau verfügten. An den Märkten führte die fehlende Transparenz zu einer erheblichen Unsicherheit, die sich auf den Kreditfluss noch weiter negativ auswirkte.

Eine der gravierendsten Auswirkungen der US-Immobilienkrise war das gestiegene Mistrauen der Banken untereinander, das aus den Vereinigten Staaten auch nach Europa schwappte. Damit wurde aus dem Fehlverhalten der Finanzindustrie eines Landes ein weltweites Problem, das sogar die internationale Wirtschaft in Mitleidenschaft zog.

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