Nemetschek-Aktie: Klettert das Papier in 2023?

Nemetschek-Aktie: Klettert das Papier in 2023?
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Das Papier des MDAX-Konzerns Nemetschek hat es wie so viele Aktien im Krisenjahr 2022 erwischt: Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, die Konjunktursorgen, die steigende Inflation und die Zinswende haben das Softwareunternehmen Nemetschek überproportional belastet. Dass Nemetschek als Tech-Unternehmen hauptsächlich in der konjunkturanfälligen Baubranche tätig ist, hat die Situation nicht vereinfacht.

Die Folge: Seit Jahresbeginn hat die Nemetschek-Aktie mehr als 50 Prozent verloren. Dabei sprechen die Zahlen eigentlich eine andere Sprache, denn das MDAX-Unternehmen überzeugt mit Umsatz- und Gewinnwachstum. Der Ausblick auf die kommenden Quartale ist ebenfalls positiv, so dass Nemetschek für mittel- und langfristig orientierte Anleger durchaus einen Blick wert sein kann.

Nemetschek mit guten Quartalszahlen und optimistischem Ausblick

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres hat der Softwarekonzern einen Umsatz von knapp 203 Millionen Euro erzielt – fast 20 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Das EBITDA lag mit knapp 63 Millionen Euro 15,7 Prozent über dem Wert von Q3 in 2021.

Unter dem Strich blieben dem Softwareentwickler und -anbieter für die Baubranche im dritten Quartal knapp 39 Millionen Euro (plus 13,3 Prozent). Umsatzseitig kam dem Unternehmen vor allem der schwache Euro entgegen, weshalb Nemetschek währungsbereinigt „nur“ knapp zwölf Prozent mehr Umsatz erzielt hat. Für das Gesamtjahr rechnet man weiterhin mit einem Umsatzwachstum zwischen 12 und 14 Prozent im Vergleich zu 2021. Die EBITDA-Marge soll in 2022 bei 32 bis 33 Prozent landen.

Nemetschek-Aktie mit einigen Risiken, aber auch mit vielen Chancen

Sollte die Konjunktur in 2023 deutlicher als befürchtet einbrechen und die Rezession stark belasten, wird das auch die Ziele und Aussichten von Nemetschek infrage stellen. Grundsätzlich überwiegen bei der Nemetschek-Aktie momentan jedoch wohl eher die Chancen als die Risiken. Zum einen hat das Papier im vergangenen Jahr deutlich verloren. Selbst, wenn man den Hype der Tech-Werte Ende 2021 unbeachtet lässt, lagen die Kurse von 2020 und 2021 über den aktuellen. Ein gewisses Aufholpotenzial ist also vorhanden.

Daneben überzeugt auch die Ausrichtung des Unternehmens: Gerade in der Baubranche gibt es im Bereich Digitalisierung Nachholbedarf, wovon Nemetschek profitieren wird. Daneben erzielt das MDAX-Unternehmen einen immer größeren Anteil der Umsätze an risikoärmeren Abo-Modellen bei Software, dem sogenannten Software as a Service (SaaS).

Nemetschek hat sich zudem in dem starken Wachstumsbereich der Gaming- und Filmindustrie (Software für 3D-Animationen etc.) positioniert und erreicht hier bereits heute die größten Zuwächse. Aufgrund der soliden Basis und der guten Wachstumsbedingungen sollten Langfrist-Anleger die Nemetschek-Aktie auf dem Zettel haben. 2023 könnte es für das Papier wieder nach oben gehen – wenn das konjunkturelle Umfeld mitspielt.