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Stahl-Aktien: Kommt jetzt das große Comeback?

Inhaltsverzeichnis

Nach der Rallye im Jahr 2021 waren die letzten beiden Jahre für den wichtigen Werkstoff Stahl nicht gerade das Gelbe vom Ei. Im Chart sehen Sie die Entwicklung des Marktpreises für warmgewalzten Stahl (Hot-Rolled Coil Steel, Chart in USD pro Tonne, 5-Jahres-Chart, Stand: 10.04.2024, 11:00 Uhr):

Quelle: Trading Economics (https://tradingeconomics.com/commodity/hrc-steel)

Deutlich zu sehen sind die Korrektur nach der 2021er Rallye und die darauffolgende Achterbahnfahrt mit drei Zwischenhochs- und Tiefs. Verantwortlich für die beachtliche Volatilität des Stahlpreises ist vor allem das unsichere konjunkturelle Umfeld inklusive des hohen Zinsniveaus in vielen großen Volkswirtschaften. Interessant ist in diesem Kontext unter anderem der in China gehandelte Betonstahl, der ähnlich wie der oben gezeigte HRC-Stahl aktuell deutlich niedriger notiert als zur Hochzeit 2021. Der Grund: Die Immobilienkrise in China hat dazu geführt, dass der Bedarf an Betonstahl merklich zurückging.

Stahlnachfrage: Weltstahlverband erwartet Wachstum 2024 und 2025

Doch das Blatt könnte sich alsbald wenden: Inzwischen zeichnet sich beim Stahl – ähnlich wie bei anderen Werk- und Rohstoffen – nämlich ein nachhaltiger Turnaround ab, der die entsprechenden Aktien unterstützen dürfte.

Vor wenigen Tagen hat der Weltstahlverband (World Steel Association, Worldsteel) eine relativ starke Prognose zu 2024 und 2025 veröffentlicht. Die Organisation, die einen Großteil der wichtigsten globalen Stahlakteure vertritt, erwartet für 2024 ein Wachstum der Stahlnachfrage um +1,7 % auf 1,793 Milliarden Tonnen. 2025 soll der Bedarf dann noch einmal um +1,2 % zunehmen. Nach zwei Jahren des Rückgangs und der starken Marktvolatilität zeichnet Worldsteel nun also ein optimistisches Bild für den Sektor, der sich „auf einem Wachstumspfad“ einpendele.

Stahlnachfrage: China stagniert zunächst, Indien zündet Turbo

Für China erwartet der Dachverband für 2024 eine stabil bleibende Nachfrage im Vergleich zu 2023. Im letzten Jahr war die Nachfrage gegenüber 2022 hauptsächlich wegen der dortigen Immobilienkrise um -3,3 % gesunken. Die Organisation rechnet zwar weiterhin damit, dass der Rückgang der Immobilieninvestitionen anhalten wird. Beispielsweise bei den Infrastrukturinvestitionen soll es hingegen zu einem Wachstum kommen. Peking hatte diverse Stimuli etabliert, auch um konjunkturell förderliche Infrastrukturprojekte zu forcieren.

Interessant ist indes der Blick nach Indien. Das Land hat in den letzten Jahren hohe Wachstumsraten erzielt, die deutlich über denen aus China lagen. Ein Grund für die erfreuliche Konjunkturentwicklung in dem inzwischen bevölkerungsreichsten Staat der Welt ist die boomende Baubranche. Mit dem steigenden Wohlstand erhöht sich der Bedarf nach neuen Immobilien und das Bedürfnis, die Bewohneranzahl pro Wohneinheit zu verringern. In der Folge braucht Indien jede Menge Stahl. Bereits vor einigen Wochen hatten Indiens große Stahlkonzerne wie Tata und JSW umfangreiche Produktionserhöhungen angekündigt, teilweise um bis zu +40 %.

Und auch der Weltstahlverband sieht nun Indien als wichtigen Kompensator für die Schwächephasen anderer Volkswirtschaften. Konkret erwartet die Lobbygruppe eine Steigerung der indischen Stahlnachfrage zwischen 2024 und 2025 um +8 %. Heißt: Die Stahlnachfrage Indiens wird 2025 laut Prognose knapp 70 Millionen Tonnen höher liegen als 2020.

Und was ist mit Europa?

Hier sieht es laut Worldsteel ebenfalls gar nicht so schlecht aus. Demnach dürfte die Stahlnachfrage in Europa 2024 gar leicht zunehmen – allerdings auf einem niedrigen absoluten Niveau. So wird der Bedarf dieses Jahr nur +1,5 Mio. Tonnen über dem Corona-Tiefpunkt aus dem Jahr 2020 liegen. Für 2025 hingegen zeichnet der Verband ein deutlich positiveres Bild und erwartet ein Wachstum von +5,3 %, wohl auch bedingt durch wieder fallende Zinsen und Inflation sowie einer Erholung der Bautätigkeit.

Für die mittel- bis langfristige Zukunft rechnet der Verband indes mit deutlicher Unterstützung durch die Energiewende – allen voran durch die Windkraft. Laut einer von Worldsteel zitierten Studie wird sich die Stahlnachfrage nach neuen Windenergieanlagen bis 2030 im Vergleich zum Anfang der 20er Jahre auf rund 30 Millionen Tonnen verdreifachen. Damit wäre der Anteil der Stahlnachfrage für Windkraftanlagen auf globaler Ebene zwar relativ gering, in bestimmten Regionen wie Europa würde dieser Markt die Gesamtstahlnachfrage aber „recht spürbar“ stützen, so der Weltstahlverband.

Mein Fazit für Sie

Stahl ist und bleibt ein unverzichtbarer Werkstoff. Als Anleger können Sie über große Aktien wie Arcelor Mittal auf einen steigenden Stahlpreis setzen. Alternativ können Sie auch auf den wichtigen Stahlrohstoff Eisenerz setzen, dessen Wertigkeit stark mit der Stahlnachfrage zusammenhängt. Hier sind die drei größten Aktien die Bergbaugiganten Rio Tinto, BHP und Vale.