Politischer Nonsens
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 3. Mai 2010, 13:00 Uhr
ENL5462
ich hoffe, Sie hatten ein ähnlich schönes Wochenende wie ich und konnten die Zeit sinnvoll nutzen.
Staatsversagen auf kleinem Niveau
Ursprünglich wollte ich mal wieder etwas Abwechslung in den Alltag bringen und mit einigen Freunden an einer Schifffahrt der städtischen "Weißen Flotte" über die Ruhr teilnehmen, bei der ein paar Snacks und Getränke serviert werden sollten. Zwei Tage lang habe ich versucht, Karten zu erwerben. Die Vorverkaufsstelle sollte laut Flyer werktags von 9 bis 18 Uhr geöffnet haben. An beiden Tagen war diese jedoch geschlossen. Über die dort am Fenster angebrachte Telefonnummer konnte man mir aber keine Auskunft geben. Zwischen der städtischen Betriebsgesellschaft, die für die Schifffahrt verantwortlich ist und einer ebenfalls städtischen Stadtmarketing- und Touristik-Gesellschaft, die solche Veranstaltungen organisiert, hat man mich hin und her verwiesen. Letztlich wurde die Veranstaltung abgesagt, da nicht genug Karten verkauft werden konnten.
Ähhhmmm, sollte mich das wundern, wenn noch nicht mal diejenigen, die Karten haben wollten, welche bekommen haben? Staatsversagen auf kleinem Niveau.
Politischer Nonsens
Ein weiteres Ärgernis sind die aktuellen politischen Diskussionen, die sich natürlich im Zuge des Landtags-Wahlkampfes in NRW wieder zuspitzen. Lassen Sie sich bitte nicht in die Irre führen. Entschuldigen Sie, wenn ich heute ein wenig politisch werde, aber es fällt doch in den Diskussionen mit meinen Mitmenschen auf, dass reißerische Äußerungen unserer Politiker und das Wettern gegen die gegnerischen Parteien allzu oft ungeprüft aufgeschnappt und von den Bürgern als gegeben hingenommen werden.
Hierzu einige Beispiele:
Steuersenkungs-Irrsinn
Da lese ich Schlagzeilen wie Kraft will Steuersenkungs-Irrsinn" stoppen. Die SPD beklagt sich auf der einen Seite, dass die FDP nur" noch für Entlastungen in Höhe von 16 Milliarden Euro sorgen möchte und bemängelt auf der anderen Seite, dass für solche Summen das Geld nicht da ist.
Na was denn nun? Sind nur noch" 16 Milliarden nun zu wenig oder aufgrund klammer Kassen zu viel? Und ist unser aktuelles Steuersystem nicht der eigentliche Irrsinn und sollte schleunigst vereinfacht werden?
Aus meiner Sicht steht die Opposition hier für Stillstand. Sollten nicht, statt die Steuereinnahmen zu belassen oder gar zu erhöhen, die Ausgaben durch Entbürokratisierung endlich mal gesenkt werden?
Da redet die SPD bei Steuersenkungen sogar vom Verschleudern von Milliarden". Höre ich richtig? Ich kann sicher besser mit meinem hart verdienten Geld umgehen als alle Regierungen bisher, egal welcher Couleur. Staatsversagen war schon immer größer. Selbst eine simple Schifffahrt ist eine unüberwindbare Hürde für unsere Bürokraten. Von Verschleudern" kann bei einer Steuererleichterung also sicher nicht die Rede sein.
Koalitions-Gerede
Ein weiteres Beispiel:
Herr Gabriel bezeichnet die Linke als "weder regierungsfähig noch regierungswillig". Dennoch will Frau Kraft keine eindeutige Haltung gegen eine Koalition mit den Linken einnehmen. Unglaublich dieses Gerede.
Griechenland-Problematik
Auf die Griechenland-Problematik bin ich ja bereits eingegangen. Da wird der aktuellen Regierung Untätigkeit vorgeworfen, ohne zu erwähnen, dass es nicht verpflichtend Sache der Deutschen ist, einem anderen Land finanziell zu helfen. Es handelt sich um eine freiwillige Maßnahme. Und bei diesen Maßnahmen darf nicht das einzelne Land im Fokus stehen, sondern die europäische Gemeinschaft und der Erhalt einer stabilen Währung. Letztlich geht es darum, mit den Geldern unserer Steuerzahler auch unsere eigene Volkswirtschaft zu schützen und nicht die irgendeines anderen Landes.
Zudem gibt es Regeln im diplomatischen Miteinander zwischen den Staaten. So kann Deutschland nicht ohne ein Hilfeersuchen der Griechen einfach ein paar Milliarden überweisen. Zudem erfordert ein solches Vorgehen ein Gesetzgebungsverfahren und benötigt nun mal ein paar Tage Zeit. Ich vermisse (wie immer) Aussagen, was die Opposition anders oder besser gemacht hätte.
Herr Gabriel fordert auch die Einbeziehung der Banken in die Rettung, diese hätten sich ja schließlich an den Spekulationen beteiligt. Herr Gabriel vergisst dabei wohl, dass dies alles im Rahmen des Zulässigen geschah. Die Frage ist doch, was man den Banken also rein juristisch vorwerfen will (mal ganz abgesehen davon, dass ich natürlich moralisch ebenfalls Bedenken gegen solche Spekulationen habe). Gegen den Euro und gegen Staaten zu zocken ist nun mal legal. Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat. Da kann ich nicht einfach jemanden in Haftung nehmen, ohne rechtliche Grundlage. Zumal die Banken, im Fall der Fälle, bereits in der Haftung sind, da sie große Bestände an griechischen Anleihen in ihren Portfolios haben und somit bei einem Forderungsausfall schon mit im sinkenden Boot sitzen.
Wir dürfen vor allem nicht vergessen, dass der Großteil der griechischen Haushalts-Probleme hausgemacht sind.
Leichtgläubigkeit
Ich will mit diesem Beitrag keine Stimmung für oder gegen eine bestimmte Partei machen. Sie merken jedoch, dass mich dieses massentaugliche inhaltlose Gefasel und dieses Wettern gegen die politischen Gegner ohne konstruktive Verbesserungsvorschläge schlicht und ergreifend nervt. Es wird alles kaputt geredet, selbst wenn es sich durchaus um sinnvolles handelt, nur um den Wähler bewusst zu täuschen und aufzuhetzen.
Noch mehr bin ich aber von den Menschen enttäuscht, die sich davon einlullen lassen und Dinge nicht hinterfragen. Ich hoffe Sie gehören nicht dazu und machen sich ein eigenes Bild mit Hilfe von seriösen, unabhängigen und vor allem vollständigen Quellen. Denn durch das bewusste Weglassen von Informationen lässt sich auch sehr gut ein anderes Bild der Wahrheit aufzeigen.
Wählen gehen
Sie werden feststellen, dass gar nicht alles so schlecht ist, wie es in den Medien und von den Politikern dargestellt wird. Und wenn doch, wehren Sie sich, in dem Sie zumindest zur Wahl gehen.
Wie ich eingangs erwähnte, hatte ich ja trotz all der Aufregung ein schönes Wochenende. Man muss halt alles mal in Relation bringen und die richtigen Prioritäten setzen können.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von HJD (03.05. 2010 14:28 Uhr):
Das Schlußwort war eine richtige Besinnung ! auf die "richtigen" (?)Prioritäten setzen . Und das heißt für diesen Newsletter : Elliot Waves definieren ! Jeder Leser wird hier wohl erwachsen genug sein , sein eigenes politisches Profil zu finden. Ansonsten empfiehlt sich der Wahlomat .... falls noch Zweifel vorhanden sind ... meine Zeit ist mir für solche Agitationen auch zu schade ...
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 09:50 Uhr):
Guten Morgen, HJD! Keine Sorge, solche Ausflüge in die Welt der Politik werden eine Seltenheit bleiben. Vielen Dank für Ihre offene Kritik Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 09:50 Uhr):
- Kommentar von K R Hahmann (03.05. 2010 14:44 Uhr):
Artikel ist sehr gut, aber wird ebensoviel bewirken wie das Umfallen eines Sack Reis in -- irgendwo auf der Welt. Es ist eben traurig, dass der Bürger eigentlich gar keine Möglichkeit hat seinen"Volksvertreter" auf die Füße zu treten. denn nach der Wahl ist vor der Wahl, gleichgültig wer die nächsten Jahre seine Machtgeilheit befriedigen darf - nach des Wählers Votum.
Antworten - Kommentar von Franz Josef Vollmer (03.05. 2010 14:57 Uhr):
Hallo ! So sehr ich Ihren Sachverstand hinsichtlich der Markt Analyse und Prognose schätze, so sehr halte ich Ihre politische Kommentierung der Landespolitiker in NRW für zu plakativ und einseitig. Das muss ich und will ich doch nicht haben, wenn ich die Meinung eines Finanzspezialisten lesen möchte. Ich würde es sehr begrüßen, wenn Sie sich weiter so erfolgreich ausschließlich auf Ihrem Feld bewegen und uns Ihren Rat mitteilen. Danke und schon jetzt eine für Sie erfolgreiche Wahl in NRW. MfG F-J Vollmer
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 09:55 Uhr):
Hallo Herr Vollmer, vielen Dank für Ihre warmen Worte bzgl. der Marktanalysen. Auch wenn ich mich für Politik ähnlich stark interessiere, wie für die Börse (es hängt ja auch ein Stück weit zusammen), werden derartige Ausflüge selten bleiben. Mit freundlichen Grüßen Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 09:55 Uhr):
- Kommentar von thorath (03.05. 2010 15:32 Uhr):
hallo, ich habe nicht viel zu sagen, aber eine frage interessiert mich, alle texteschreiber kritisieren immer, das andere keine lösungsvorschläge haben. wie wäre es denn, wenn diese texteschreiber selber mal lösungsvorschläge anbieten würden, thorath
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 10:02 Uhr):
Hallo Thorath! In meinem Beitrag vom 26.04.2010 habe ich z. B. angegeben, dass ich die aktuelle Lösung zur Griechenland-Problmatik für die sinnvollste halte. Ich habe auch für diverse andere Themen Lösungsvorschläge. So halte ich zum Beispiel eine Mindestqualifikation für jeden Minister in BWL und VWL für notwendig. Das Thema Politik soll jedoch im Wave-Daily eher Seltenheits-Charakter haben. Ich werde meine Meinungen aber ab und an kund tun. Mit freundlichen Grüßen Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 10:02 Uhr):
- Kommentar von Bildt (03.05. 2010 16:43 Uhr):
Sehr geehrter Herr Weisenhaupt, sehr passend haben Sie zum Abschluss Ihres sehr gut kommentierten Artikels meinen oft verwendeten Satz gebracht:" Durch Weglassen von Erklärungen in Anschuldigungen entstehen glatte Lügen". Leider ist es schwierig, Ihren Kommentar allen Bürgern zugänglich zu machen. Mit freundlichen Grüßen M. Bildt
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 10:05 Uhr):
Guten Morgen! Vielen Dank für Ihre netten Worte. Da verzeihe ich Ihnen doch auch, dass Sie meinen Namen falsch geschrieben haben ;o) Mit freundlichen Grüßen Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 10:05 Uhr):
ENL5462
- Kommentar von KONRADADENAUER (03.05. 2010 20:15 Uhr):
Mein Gott, was sind Sie für ein politisch unbedarfter Daherschwätzer, der dann auch noch neunmalklug belehrend auftritt. Sie sind doch politisch angepasst bis zum geht nicht mehr und dann auch noch in einer quasi-aufmüpferischen Attitüde...
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 12:26 Uhr):
Guten Tag ! Auch zu Ihrem Kommentar würde ich gerne Stellung nehmen. Ich erkenne jedoch nicht, was Sie mir konkret vorwerfen. Gerne kann ich auf einige Punkte aus meinem Beitrag näher eingehen, wenn sich hieraus Fragen ergeben haben. Belehren hingegen wollte ich hier niemanden, nur ein wenig die Augen öffnen. Mit freundlichen Grüßen Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 12:26 Uhr):
- Kommentar von Bildt (04.05. 2010 10:58 Uhr):
Sehr geehrter Herr Weisenhaus, zu unseren Steuern: Da wird den Bürgern das Wort `Steuerschenkung`eingebläut. Das Gegenteil ist der Fall: Die Steuern sind vom Bürger eingezahlt worden und sollen gut verwendet werden. Diese werden aber immer höher, da sie Jahr für Jahr für immer größere Wohltaten und Vergeudungen ausgegeben werden und nie reichen. Es sind keine Geschenke, wenn die Politiker endlich wirtschaftlich handeln und uns unser Geld (Steuern) angemessen zurück geben. Mit freundlichen Grüßen M. Bildt
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 12:32 Uhr):
Guten Tag ! Ganz meine Meinung. Das liegt in meinen Augen jedoch vor allem daran, dass das soziale System mehr und mehr zu einem "All-Inklusive-Urlaub" wird. Die Menschen müssen erkennen, dass alle staatlichen Leistungen Geld kosten. Hier muss genau geprüft werden, was es alles noch "umsonst" geben kann. Ich denke da insbesondere an die überdurchschnittlich hohe Anzahl an Arztbesuchen in Deutschland. Aber auch für fahlässige Verschwendung von Steuergeldern sollte es aus meiner Sicht einen Amtsankläger geben. Steuerverschwendung muss arbeitsrechtliche Konsequenzen haben können. Mit freundlichen Grüßen Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 12:32 Uhr):
- Kommentar von Ursula Holm (04.05. 2010 12:32 Uhr):
Mit erschließt sich der Sinn Ihrer tagesakuellen Texte nicht ... "Täglich Profiwissen zur Chartanalyse mittels Elliott-Wellen-Theorie" ... ! Des Weiteren finde ich es nicht OK, dass Sie kritische Beiträge von mir nicht freigeben. Sie selber haben geschrieben, dass Sie einen Austausch mit den Lesern wünschen!
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 16:51 Uhr):
Guten Tag Frau Holm, grundsätzlich erfolgt die Moderation der Kommentare nicht durch mich persönlich, sondern durch den Verlag. Wird die Veröffentlichung eines Kommentares jedoch von dort abgelehnt, so bekomme ich eine entsprechende Information und kann den Kommentar dann dennoch freigeben lassen. So habe ich gerade heute noch einen ziemlich kritischen und auch unsachlichen Kommentar (Kommentar von KONRADADENAUER, siehe weiter oben) trotz Ablehnung durch den Verlag freigeben lassen. Sie sehen, ich stelle mich auch gerne kritischen Meinungen. Dennoch ist es wünschenswert, wenn die Kommentare meiner Leser stets sachblich bleiben. Insofern hatte ich Sie gebeten, mir eine E-Mail zukommen zu lassen mit einem von Ihnen erstellten Chart. Ich möchte diese Aufforderung gerne hiermit wiederholen. Senden Sie mir einen Chart zu, so wie sie den DAX aktuell zählen würden. Wir können uns dann gerne darüber fachlich austauschen. Es hilft aber weder mir, noch Ihnen, noch den anderen Lesern, wenn sie lediglich auf eine mögliche falsche Zählung hinweisen. Sie haben zudem angegeben, dass sich Ihnen der Sinn meiner tagesaktuellen Texte nicht erschließt. Diesen kann ich Ihnen gerne kurz erläutern. So möchte ich meine Leser in erster Linie auf unterhaltende Weise informieren. Ich möchte ihnen die Grundlagen der Elliott-Wellen-Theorie näher bringen und diese anhand von aktuellen Beispielen unterlegen. So soll ein Interesse für die Thematik geweckt werden. Unter den Lesern finden sich viele Profis, so dass auch ein fachlicher Austausch stattfinden soll, der allen Lesern zu Gute kommen kann. Hierzu gibt es die Kommentar-Funktion auf den Websites des Investors Verlag. Bedenken Sie bitte, dass es sich bei den KOSTENLOSEN Newslettern um einen Service des Investors Verlag handelt, für den große Anstrengungen unternommen werden, um Ihnen diesen Dienst auch zukünftig KOSTENLOS anbieten zu können. Es steht jedem Leser frei, diesen Dienst zu nutzen und sich ebenso daran sinnvoll und für alle Leser hilfreich zu beteiligen. Es muss sich auch jeder im Klaren darüber sein, dass ich nicht mit jedem Beitrag den Geschmack aller Leser treffen kann. Ich möchte Sie also hiermit einladen, sich weiterhin an diesem Dienst zu erfreuen. Teilen Sie mir auch weiterhin Ihre Anregungen und Wünsche mit und äußern Sie ebenso Ihre Kritik. Sie sollten dabei jedoch sachlich bleiben und KONSTRUKTIVE Beiträge leisten. Mit freundlichen Grüßen Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (04.05. 2010 16:51 Uhr):
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