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Porr baut auch 2023 auf Großprojekte

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Der international tätige österreichische Baukonzern Porr hat in den ersten neun Monaten des Jahres gute Geschäfte gemacht und blickt trotz der gesamtwirtschaftlichen Turbulenzen zuversichtlich in die nähere Zukunft – wie ein leicht erhöhter Ausblick beweist.

Umsatzsteigerung dank hohen Auftragsbestands

In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2022 konnte Porr seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,5 Prozent auf 4,15 Milliarden Euro steigern. Die Produktionsleistung (die Leistungen aller Gesellschaften sowie Arbeitsgemeinschaften entsprechend der Höhe der Beteiligung von Porr) erhöhte sich um 9,4 Prozent auf 4,53 Milliarden Euro.

Beim Auftragsbestand vermeldete der Wiener Konzern ein leichtes Plus von 1,1 Prozent auf 7,86 Milliarden Euro, wogegen der Auftragseingang um 4,5 Prozent auf 4,62 Milliarden Euro sank. 83 Prozent des Auftragsbestands beziehen sich auf Projekte im Tiefbau sowie im gewerblichen Hochbau. Sowohl bei der Produktionsleistung als auch beim Auftragsbestand wurden nicht nur die Vorjahreswerte übertroffen, sondern auch die Zahlen aus dem letzten Vor-Corona-Jahr 2019.

Wachstum in allen Märkten

Den größten Anteil an der Produktionsleistung hat nach den ersten neun Monaten des Jahres nach wie vor der Heimatmarkt Österreich/Schweiz mit einem Anstieg im Vorjahresvergleich um 12,7 Prozent auf 2,47 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand sank allerdings um 4,7 Prozent. Im Segment Deutschland ging die Produktionsleistung um 4,5 Prozent auf 623 Millionen Euro nach oben, auch der Auftragsbestand stieg um 4,9 Prozent.

In Polen gelang lediglich ein leichtes Plus von 1,7 Prozent auf 534 Millionen Euro Produktionsleistung bei einem stabilen Auftragsbestand. Die größte Wachstumsdynamik weist die Region Zentral- und Osteuropa (vor allem Tschechien, Slowakei und Rumänien) auf, wo die Produktionsleistung um über ein Fünftel auf 447 Millionen Euro in die Höhe ging und ein Plus von 14,2 Prozent beim Auftragsbestand weiteres Wachstum andeutet.

Starke Gewinnentwicklung, höherer Ausblick

In den ersten drei Quartalen gelang Porr beim operativen Gewinn (EBT) eine Steigerung um mehr als ein Drittel (35,4 Prozent) auf 57,5 Millionen Euro. Das Periodenergebnis lag mit 43,4 Millionen Euro sogar um 65 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Dank einer zentralisierten Beschaffung und eines frühzeitig adaptierten Angebotsmanagements habe man sowohl Inflation als auch Lieferkettenprobleme bislang weitgehend schadlos überstanden. Die gestiegenen Preise habe man zudem zu einem Großteil an die Auftraggeber weiterreichen können.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2022 geht das Management nun von einer Produktionsleistung in Höhe von etwa 6 Milliarden Euro aus, nachdem man bei Vorlage des Halbjahresberichts noch mit 5,7 bis 5,9 Milliarden Euro gerechnet hatte. Das Ergebnis vor Steuern soll die Marke von 100 Millionen Euro übertreffen.

Für 2023 wird auch angesichts des hohen Auftragsbestands mit einigen Großprojekten eine weitere Steigerung anvisiert, zudem rechnet das Management mittelfristig mit einem europaweiten Ende der Preisspirale. Die Porr-Aktie zeigt sich im deutschen Vormittagshandel unbeeindruckt von den guten Quartalszahlen und liegt bei knapp 12,20 Euro gut 2 Prozent im Minus.