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Novartis – Dollar-Stärke drückt auf die Zahlen

Inhaltsverzeichnis

Der starke US-Dollar sorgt dafür, dass in den Quartalszahlen des Baseler Biotechnologie- und Pharmakonzerns Novartis viele Minuszahlen auftauchen. Zu konstanten Wechselkursen sieht es deutlich besser aus, weshalb der bisherige Ausblick bestätigt wird.

Umsatz leicht unter den Erwartungen

In dem am 30. September 2022 abgeschlossenen dritten Quartal des Geschäftsjahres 2022 verringerte sich der Umsatz von Novartis im Vorjahresvergleich um 4 Prozent auf gut 12,5 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit bis zu 12,9 Milliarden Dollar gerechnet. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) ergibt sich allerdings ein Umsatzplus von 4 Prozent.

Die beiden Unternehmensbereiche Innovative Medicines und Sandoz legten zu konstanten Wechselkursen ebenfalls jeweils um 4 Prozent zu. In absoluten Zahlen lief es für Innovative Medicines mit einem Minus von 3 Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar etwas besser, während die Generika-Sparte Sandoz im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Umsatzrückgang um 7 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar verbuchte.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2022 ging der Umsatz um 1 Prozent auf knapp 37,9 Milliarden Dollar zurück, zu konstanten Wechselkursen stand eine Verbesserung um 5 Prozent zu Buche. Im Segment Innovative Medicines verringerte sich der Umsatz ebenfalls um 1 Prozent (kWk: plus 5 Prozent), bei Sandoz um 3 Prozent (kWk: plus 6 Prozent). Bei Sandoz plant Novartis derweil eine Abspaltung, wie bereits Ende August bekanntgegeben wurde.

Solide Gewinn-Kennzahlen

Branchenexperten hatten im Vorfeld einen Kerngewinn je Aktie in Höhe von etwa 1,55 Dollar erwartet, der tatsächliche Wert liegt mit 1,58 Dollar knapp darüber. Das bedeutet dennoch einen Rückgang um 13 Cent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis sank um deutliche 33 Prozent auf knapp 2,2 Milliarden Dollar (kWk: minus 23 Prozent), was das Management vor allem mit höheren Wertminderungen und höheren Restrukturierungskosten begründet.

Der Reingewinn fiel um 43 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar (kWk: minus 33 Prozent), was auch mit dem Verkauf der Roche-Beteiligung Ende letzten Jahres zusammenhängt. Besser sieht es beim operativen Kernergebnis aus, das nur um 4 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar zurückgeht, zu konstanten Wechselkursen gar um 5 Prozent steigt.

Stabiler Ausblick, erhöhte Prognose

Das Management von Novartis bestätigt die bisherige Prognose für das Geschäftsjahr 2022 und erwartet sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Kernergebnis weiterhin ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Dazu soll nun allerdings Sandoz stärker beitragen, dessen Ausblick für das Umsatzwachstum vom niedrigen auf einen mittleren einstelligen Prozentbereich erhöht wird und für das operative Kernergebnis vom Vorjahresniveau auf ein Plus im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Das Analysehaus Jefferies hat nach den soliden Quartalszahlen seine Kaufempfehlung bestätigt, die Anleger zeigen sich insgesamt aber weitgehend unbeeindruckt. Nach anfänglichen leichten Verlusten liegt die Novartis-Aktie am Mittag um etwa ein halbes Prozent im Plus bei 78,40 Schweizer Franken.