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Recursion Pharma Aktie – alles oder nichts?

Recursion Pharma Aktie – alles oder nichts?
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Inhaltsverzeichnis

Mit den Aktien von Recursion Pharma können Anleger richtig reich werden oder alles verlieren. Was steckt hinter diesem heißen Reifen?

Uni-Spin-Off vor knapp zehn Jahren

Recursion Pharmaceuticals wurde im Jahr 2013 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Salt Lake City, US-Bundesstaat Utah. Letztlich handelt es sich bei dem Unternehmen um ein Spin-Off der Universität Utah.

Der Firmenname deutet auf ein reinrassiges Biotech-Unternehmen hin. Aber bei genauerem Hinsehen liegt die Betonung wahrscheinlich eher auf Tech wie „Technologie“. Denn KI, sogenannte künstliche Intelligenz also, spielt beim Geschäftsmodell von Recursion Pharma die entscheidende Rolle.

Die Mischung also aus Medizinforschung und KI-basierten Instrumenten, eben jene Forschung zu erleichtern, macht das Unternehmen äußerst interessant, wenn nicht gar attraktiv. Zugleich, wie das halt bei Technologie Aktien so ist, müssen Investoren – besser: auch hart gesottene Spekulanten – enorm gute Nerven haben. Für alle, die diese haben oder überzeugt sind, diese zu haben, hier schon mal die WKN. Sie lautet: A3CM1C.

Was macht Recursion Pharma eigentlich?

Um diese Frage auch nur ansatzweise zu beantworten, bedarf es sicherlich nicht nur einer einzigen dickleibigen Ausarbeitung. Deshalb können die wenigen Erklärungssätze lediglich einen Eindruck davon vermitteln, was hinter dem Geschäftsmodell – welches auch für Laien durchaus plausibel klingt – steckt. Also…

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Medizin unglaubliche Fortschritte gemacht. In dieser Zeit wurden scheinbar unzählige Medikamente entwickelt, die bei früher als unheilbar geltenden Krankheiten helfen oder diese kurieren. Alles beginnt in der Regel mit einem Geistesblitz eines einzelnen Wissenschaftlers oder eines Teams, an die sich bisweilen lange Jahre mühevoller Forschung anschließen.

Und dann beginnen erst die klinischen Studien – die Nagelprobe schlechthin vor der Zulassung, die den großen Geldsegen verspricht. Eben diesen Geldsegen für das Unternehmen und auch für dessen Aktionäre, die an Ideen und Visionen geglaubt und darin zig Millionen investiert haben.

Das kann funktionieren, muss aber nicht. Denn Statistiken besagen, dass die Misserfolgsquote bei der Arzneimittelentwicklung sage und schreibe 90 Prozent beträgt. Jene Misserfolgsquote deutlich zu senken, dies ist der Kern des Geschäftsmodells von Recursion Pharma.

Riesiger Datenspeicher für die KI

Forschung ohne konkrete Hypothese – darauf läuft das Geschäftsmodell der US-Amerikaner aus dem Mormonenstaat Utah hinaus. Recursion hat eine Software entwickelt, die nahezu 15 Petabyte biologischer und chemischer Bilder erzeugt. Mithilfe dieser Datenbank kann eine KI Woche für Woche mehr als zwei Millionen medizinischer Experimente durchführen. Um eine Vorstellung dieser Menge zu bekommen: Daten im Volumen von 1 Petabyte könnten auf rund 500 Milliarden Blatt Papier gedruckt werden.

Eine faszinierende Idee also, die Recursion Pharma da entwickelt hat. Deshalb bestehen bereits Kooperationen mit den Pharma-Multis Roche und Bayer. Falls dies alles aufgeht, müsste die Aktie von Recursion Pharmaceuticals eine Goldgrube sein – wenn nicht mehr.

Aktienkurs auf Berg- und Talfahrt

Wer in Biotech-Unternehmen investiert, zumal in den Anfangsjahren, muss starke Nerven haben, extrem starke Nerven. Bei den KI-Pillenforschern aus Utah ist und war dies nicht anders. Die Performance der Aktie ist geradezu exemplarisch für eine Firma dieser Art.

Nach dem Börsengang im April vorigen Jahres sprang die Aktie auf nahezu 43 US-Dollar. Um danach in den Kurs-Orkus zu verschwinden. Momentan beträgt der Kurs noch nicht einmal 8 US-Dollar. Auf Jahressicht fuhren Anleger einen Verlust von knapp 80 Prozent ein. Zweifellos sehr schmerzlich.

Doch die Kehrseite der Medaille: So billig war die Aktie noch nie. Ob sie auch preiswert ist, wird sich noch herausstellen. Das Geschäftsmodell bzw. die Idee und die Vision, die dahinterstecken, scheinen aber überzeugend. Wer als Spekulant etwas Geld übrighat, kann jetzt einsteigen. Selbstverständlich immer in dem Bewusstsein, dass sich die Investition auch als teurer Flop herausstellen kann.