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Sanofi – Währungseffekte verhageln die Gewinne

Inhaltsverzeichnis

Der Pariser Pharmakonzern Sanofi hatte im zweiten Quartal stärker als erwartet mit negativen Währungseffekten zu kämpfen. Bereinigt gelang dennoch ein Wachstum bei Umsatz und Gewinn, der Ausblick wird leicht erhöht.

Währungsbereinigtes Umsatzplus in zwei von drei Regionen

Im am 30. Juni 2023 abgeschlossenen zweiten Quartal (Q2) des Geschäftsjahres 2023 verringerte sich der Umsatz von Sanofi im Vorjahresvergleich um 1,5 Prozent auf 9,97 Milliarden Euro. Währungsbereinigt ergab sich allerdings ein Plus von 3,3 Prozent. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 2,0 Prozent auf 20,19 Milliarden Euro (währungsbereinigt: plus 4,4 Prozent).

Am besten liefen die Geschäfte in der Region Rest of the World, wo sich der Umsatz währungsbereinigt um 8,5 Prozent auf 3,59 Milliarden Euro verbesserte. Auch in Europa wurde mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro ein solides Wachstum erzielt. Hingegen sank der Umsatz in den USA wegen der starken Konkurrenz durch Generika-Hersteller um 1,7 Prozent auf 3,92 Milliarden Euro.

Specialty Care und Impfungen als Wachstumstreiber

Von den vier Geschäftsbereichen lieferte in Q2 das Segment Specialty Care (Therapien für seltene Erkrankungen, neurologische, immunologische und onkologische Erkrankungen) die stärkste währungsbereinigte Performance ab mit einem Wachstum von 11,8 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Damit wuchs der Anteil des Bereichs am Gesamtumsatz des Konzerns im Vergleich zum Vorquartal von 41,9 auf 44,2 Prozent.

Primärer Wachstumstreiber war das höchst erfolgreiche Dermatitis- und Asthma-Medikament Dupixent, mit dem Sanofi einen höheren Umsatz erzielte als mit allen anderen Medikamenten des Segments zusammengerechnet (plus 34,2 Prozent auf 2,56 Milliarden Euro).

Eine hohe Nachfrage bestand auch nach den Impfungen des Geschäftsbereichs Vaccines, der seinen Umsatz um 9,1 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro erhöhte. Im Segment Consumer Healthcare (apothekenpflichtige Arzneimittel und Gesundheitslösungen für die Selbstmedikation) gab es wenig Veränderungen, währungsbereinigt ergab sich ein kleines Umsatzplus von 0,7 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro. Einen Rückgang um 7,3 Prozent auf 3,11 Milliarden Euro musste derweil der Unternehmensbereich General Medicines verkraften.

Gewinn im Bereich der Erwartungen

Die ungünstigen Währungseffekte wirkten sich auch auf die Gewinnzahlen von Sanofi aus. So stieg das Nettoeinkommen zum Vorjahr nur minimal um 0,3 Prozent auf 2,18 Milliarden Euro, die Marge von 21,5 auf 21,8 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn sank um 1,0 Prozent auf 2,73 Milliarden Euro, obwohl sich währungsbereinigt ein Zuwachs von 6,6 Prozent ergibt.

Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas schwächeren Wert von gut 2,6 Milliarden Euro gerechnet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie blieb dementsprechend mit 1,74 Euro stabil (Vorjahr: 1,73 Euro).

Ausblick leicht erhöht, Aktie im Minus

Das Management von Sanofi, das auch die Übernahme der US-Konsumentenmarke Qunol ankündigte, rechnet für das gesamte Geschäftsjahr 2023 mit einem noch stärkeren negativen Einfluss der Währungseffekte auf den bereinigten Gewinn je Aktie (6,5 bis 7,5 Prozent anstelle 5,5 bis 6,5 Prozent). Dennoch soll dieser nun währungsbereinigt im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen, nachdem bislang ein Plus im niedrigen einstelligen Prozentbereich angestrebt worden war. Ein Grund für die Anhebung ist, dass für die zweite Jahreshälfte noch einmal ein Umsatz von 400 Millionen Euro mit COVID-Impfungen erwartet wird. Die Sanofi-Aktie lief im bisherigen Jahr 2023 mit einem Kursplus von etwa 5 Prozent deutlich schwächer als der Markt, und die Quartalszahlen ändern daran zunächst nichts. Im deutschen Mittagshandel liegt die Aktie bei 95 Euro knapp drei Prozent im Minus.