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Suse – gute Zahlen, enttäuschender Ausblick

Suse – gute Zahlen, enttäuschender Ausblick
Dennis / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Hektisch auf und ab ging es mit der Börsennotierung des SDAX-Werts Suse nach der Bekanntgabe von Quartalsergebnissen. Welche Chancen hat die Aktie in nächster Zeit?

Cloud-Aktivitäten wuchsen am stärksten

So recht etwas anzufangen wussten die Anleger mit den Ergebnissen des Ende April abgeschlossenen 2. Quartals (Q2) des Geschäftsjahrs 2021/2022 nicht. Zunächst ging es mit dem Kurs des Linux-Spezialisten deutlich bergauf, dann steil um bis zu 11 % bergab – um schließlich im Nachmittagshandel bei einem nahezu unveränderten Kursniveau zu landen.

Was aber hat die Anleger so verunsichert? Positiv wurden die Quartalsergebnisse aufgenommen, negativ dagegen die Aussagen zur künftigen Geschäftsentwicklung. Aber der Reihe nach:

Das in Luxemburg ansässige Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Nürnberg hat, konnte in Q2 den Umsatz um 18 % und damit stärker als erwartet auf 161 Millionen Dollar (etwa 158 Millionen Euro) steigern. Besonders deutlich  ging es mit den Cloud-Aktivitäten nach oben, bei denen der Umsatz um 79 % auf 27 Millionen kletterte. Regional expandierte das US-Geschäft mit einem Plus von 34 % am meisten.

Fast ein Viertel mehr operativer Gewinn

Da die Kosten zwar immer noch kräftig stiegen, aber nicht mehr so stark wie im Vierteljahr zuvor, konnte der bereinigte operative Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) um 22 % auf knapp 59 Millionen Dollar gesteigert werden – auch das war besser als von Analysten prognostiziert worden war. Die guten Umsatz- und Ertragszahlen sowie ein deutlich verbesserter Auftragseingang rührten auch vom Verkauf teurerer Produkte und der Gewinnung neuer Kunden her,

Gestört hat Anleger jedoch die Anmerkungen von Firmenchefin Melissa di Donata zum Ausblick. Sie konstatierte, dass sich die Kunden aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten mehr Zeit bei der Auftragsvergabe lassen. Das gilt auch für den Hoffnungsträger Cloud-Geschäft, bei dem die Wachstumsraten nicht mehr so hoch wie bisher veranschlagt ausfallen sollen. Insgesamt allerdings zeigte sich Melissa di Donata zuversichtlich, in etwa die geplanten Ziele für das gesamte Geschäftsjahr zu erreichen.

Berg- und Talfahrt bei den Aktienkursen

Vorbörslich war es mit der Suse-Aktie noch deutlich nach oben gegangen, aber nach dem zweiten Blick auf die Ergebnisse knickte der Kurs kräftig ein und fiel zeitweise um mehr als 10 % unter die 19- Euro-Marke zurück. Anschließend erholte er sich wieder und notierte mit gut 21 Euro nahezu auf Vortagsniveau. Von der Analystenseite gab es einen positiven Kommentar mit einer „Kaufen“-Empfehlung von Jeffries. Das Kursziel wurde bei 31 Euro belassen. Das wäre in etwa das Niveau am Börsengang im Mai 2021, der zu 30 Euro erfolgt war. Seither ist die Aktie bis zum Jahresanfang 2022 zunächst steil auf 44 Euro geklettert – um in den folgenden sechs Monaten auf rund 20 Euro abzustürzen.