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Mini Futures: Kein Rollrisiko

Mini Futures zählen zu den Hebel Zertifikaten. Das bedeutet: Anleger investieren den Bruchteil der Gesamtsumme eines Basiswerts, partizipieren aber an dessen Kursentwicklung in vollem Umfang. Dadurch entsteht ein Hebeleffekt.

Interessenten sollten berücksichtigen, dass dieser Effekt in beide Richtungen wirkt. Ansteigende und fallende Kurse werden gleichermaßen vervielfacht. Anleger handeln Mini Futures sowohl short als auch long, spekulieren also auf sinkende oder steigende Kurse.

Funktionsweise des Mini Futures

Mini Futures ähneln Turbo- oder Knock-out-Zertifikaten stark. Sie verfügen über eine unbegrenzte Laufzeit. Anders ausgedrückt: Sie weisen eine Open-End-Struktur auf. Basiswert können beispielsweise Aktien oder Indizes sein.

Grundlegende Merkmale von Mini Futures sind das Finanzierungslevel, Knock-out-Barriere genannt, und das Stop-Loss-Limit. Liegt eine Aktie beispielsweise aktuell bei 40 Euro und das Finanzierungslevel liegt bei 30 Euro, besitzt der Mini Future einen Wert von 10 Euro. Fällt der Kurs unter 30 Euro Punkte, ist das Mini Future wertlos und der Anleger verliert seinen gesamten Einsatz.

Mini-Futures verfügen über ein Stopp-Loss-Limit, dies ist aber kein muss. Dieses läge im Beispiel bei 31 Euro. Fällt der Kurs darunter, wird der Handel mit dem Mini-Future eingestellt. Der Anleger hält den Restwert des Mini-Futures (1 Euro) gutgeschrieben. Zwar hat der Anleger einen großen Verlust erlitten, den Totalverlust konnte er jedoch vermeiden.

Vor- und Nachteile eines Mini Futures

Auch wenn Mini Futures viele Gemeinsamkeiten mit anderen Futures aufweisen, gibt es einen zentralen Unterschied: Da es sich um Wertpapiere handelt, besteht für Anleger keine Nachschusspflicht. Das Risiko hoher Nachzahlungen bei Kursschwankungen entfällt. Gleichzeitig kann durch den geringeren Kapitaleinsatz ein höherer Hebeleffekt entstehen. Nachteile des Mini Futures:

  • Die Knock-out-Barriere verhindert auf der einen Seite, dass Anleger große Summen verlieren können. Allerdings bewirkt sie ebenso, dass das gesamte Kapital in dem Moment verloren ist, in dem der Wert des Mini Futures unter die vorab definierte Barriere fällt. Im Gegensatz besteht bei Optionen beispielsweise die Möglichkeit, dass sie sich bis zum Verfallsdatum positiv entwickeln.
  • Da der Hebeleffekt in beide Richtungen wirkt, kann man die Knock-out-Barriere bei Mini Futures schnell erreichen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.

Anhebung des Finanzierungslevels und der Stop-Loss-Marke

Bei Mini-Futures erfolgt eine täglich Anpassung des Finanzierungslevels. Auch wenn es nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, steckt in der Struktur des Mini-Futures ein Kredit.

Im obigen Beispiel kostete eine Aktie 40 Euro, für den Mini-Future musste der Anleger 10 Euro bezahlen. Die fehlenden 30 Euro sind Kredit seitens des Emittenten. Dieser reicht die Zinskosten an den Anleger weiter. Dies geschieht dahingehend, dass die Zinskosten auf den Finanzierungslevel aufgeschlagen werden. Am nächsten Tag stünde dieser beispielsweise bei 30,05 Euro. Dies bedeutet folgendes: Sofern sich der Kurs des Basiswertes nicht verändert hat, sinkt der Anteil des Anlegers an dem Basiswert. Der Kurs des Mini-Futures liegt bei 9,95.

Auch der Stopp-Loss wird täglich angepasst, da sonst das Finanzierungslevel das Stopp-Loss-Niveau einholen würde. Bei Mini-Futures-Short verhält es sich anders. Dort erhält der Anleger die Zinsen. Ändert sich der Basiswert nicht, erhöht der höhere Finanzierungslevel den Anteil am Basiswert für den Anleger.

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