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Margin: So funktioniert die Sicherheitsleistung

Wenn Sie als Nicht-Clearing-Mitglied am Handel mit Futures teilnehmen möchten, müssen Sie ein Margin-Konto bei einem Clearing-Mitglied, z.B. einem Broker oder einer Bank, eröffnen.

Damit sichern sich die Clearing-Mitglieder gegen eine mögliche Nichterfüllung anderer Marktteilnehmer ab, denn die Clearing-Stelle der Terminbörse ist zentraler Kontrahent für jedes getätigte Geschäft.

Um sich selbst gegen die Zahlungsunfähigkeit eines Clearing-Mitgliedes zu schützen, werden von der Clearing-Stelle für jede offene Long- und Short-Position Sicherheitsleistungen in Form von Bargeld oder Wertpapieren gefordert.

Diese dienen dazu, die maximal zu erwartenden Verluste des folgenden Börsentages abzudecken. Die Clearing-Stelle muss diese Sicherheiten verlangen, da es sonst zu nicht kalkulierbaren Risiken und damit zu finanziellen Forderungen kommen kann, die nicht erfüllt werden könnten.

Sollte wirklich einer der beiden Vertragspartner ausfallen, gleicht die Clearing-Stelle dies physisch oder finanziell aus. So wird bei Termingeschäften jederzeit garantiert, dass auch bei Ausfall eines Vertragspartners alle Verpflichtungen erfüllt werden.

Die Höhe dieser „Initial- Margin“ wird von der Terminbörse nach dem „Risk-based-Margining-System“ festgelegt. Die Höhe der Sicherheitsleistung einer einzelnen Position wird nach der Art des „Worstcase- Szenario“ berechnet. Als Indikator für das Risiko dient der Terminbörse die historische Volatilität des jeweiligen Basiswertes.

Die Clearing-Mitglieder setzen für jedes Margin-Konto eine Untergrenze fest, die nicht unterschritten werden darf. Sollte diese Maintenance-Margin zu gering sein, werden Sie dazu verpflichtet, einen Nachschuss zu leisten, um Ihr Konto wieder aufzufüllen, auch Margin-Call genannt. Falls diese Aufforderung, nicht in kürzester Zeit befolgt wird, kann Ihre Bank oder Ihr Futures-Broker die offenen Positionen schließen.

Weiter unten sehen Sie die Margin wichtiger Aktienindex-Futures. Die festgelegten Beträge werden immer an die Volatilität des jeweiligen Marktes angepasst. Wichtig ist, auf die Margin zu achten, wenn Sie Positionen über Nacht halten. Aufgrund des deutlich höheren Risikos sind die geforderten Beträge doppelt so hoch.

Aktuelle Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite der jeweiligen Terminbörse oder Ihres Brokers.

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Variation- und Futures-Spread-Margin

Aktienindex-Futures werden nicht erst am Liefertag vollständig gegen Barausgleich abgerechnet. Dies hätte sonst zur Folge, dass die finanziellen Konsequenzen hoher Verluste eines Marktteilnehmers erst mit einer erheblichen Verzögerung zu Tage treten würden.

Um das daraus für die Clearing-Stelle entstehende erhöhte Risiko zu vermeiden, werden alle offenen Futures-Positionen im Anschluss an jeden Handelstag von der Terminbörse neu bewertet. Dieser Prozess wird als „Mark-to-Market“ bezeichnet.

Mit dieser Mark-to-Market-Bewertung werden die effektiven Gewinne und Verluste der Futures-Positionen, die durch die täglichen Marktschwankungen entstehen, ermittelt und dann über die Zahlung der so genannten „Variation-Margin“ abgerechnet. Die Gewinne werden dann dem Verrechnungskonto börsentäglich gutgeschrieben, die Verluste börsentäglich belastet, basierend auf dem Tagesschlusskurs des Futures („daily settlement price“).

Die Variation-Margin wird bei neuen Futures-Positionen wie folgt berechnet:

Variation-Margin

=

täglicher Abrechnungspreis des Futures (daily settlement price) –

Kauf- bzw. Verkaufspreis des Futures

Im folgenden Beispiel beträgt der tägliche Abrechnungspreis des S&P 500 E-Mini-Futures 1.253,00 Punkte und Sie kaufen 5 Kontrakte zum Kurs von 1.248 Punkten.

Der Kontraktwert des Abrechnungspreises liegt bei 313.250 USD – Abrechnungspreis × Indexmultiplikator × Kontraktanzahl (1.253 × 50 USD × 5).

Der Kontraktwert des Kaufs liegt bei 312.000 USD – Kaufkurs × Indexmultiplikator × Kontraktanzahl

(1.248 × 50 USD × 5).

Differenz = 1.250 USD

Sie erzielen einen Gewinn von 1.250 US-Dollar. Diese Variation-Margin wird damit Ihrem Handelskonto gutgeschrieben. Wäre aus dieser Rechnung ein Verlust entstanden, würde dieser Ihrem Konto belastet werden. Die „Variation-Margin“ stellt also keine Sicherheitsstellung dar, sondern ist eine im Nachhinein zu erbringende Ausgleichszahlung.

Futures-Spread-Margin

Als Spread-Positionen werden gegenläufige Long- und Short-Positionen in einem Future mit unterschiedlichen Fälligkeitsmonaten bezeichnet. Aufgrund der hohen Korrelation dieser Positionen sind die Spread-Margin-Sätze niedriger als die „Margin“, die für alle Non-Spread-Positionen (also eine Long- oder Short-Position) erhoben wird.

Die Hebelwirkung

Die im Verhältnis zum Kontraktwert der Futures-Position geringen Sicherheitsleistungen haben im Fall von Basiswertschwankungen eine starke Hebelwirkung zur Folge.

Beispiel: Wenn Sie als Anleger zehn Kontrakte des Dow Jones-Futures zum Kurs von 12.355 Punkten kaufen, müssen Sie dafür eine Intraday-Margin von ca. 17.500 USD hinterlegen. Diese Margin ergibt sich aus den 10 Kontrakten und der Initial-Margin von ca 1.750 USD

pro Kontrakt.

Der Kontraktwert der Position beträgt jedoch 617.750 USD. Dieser Kontraktwert errechnet sich aus den 10 Kontrakten, dem Indexmultiplikator und dem Futures-Kurs.

(10 x 5 USD x 12.355 = 617.750 USD)

Steigt dann der Futureskurs um 2 Prozent auf 12.602 Punkte, so verkörpern diese 10 Kontrakte einen Kontraktwert von 630.100 USD. Das bedeutet einen Gewinn für Sie als Anleger in Höhe von 12.350 USD; er ergibt sich aus der Differenz des neuen und des alten Kontraktwertes

(630.100 – 617.750 USD = 12.350 USD)

oder einfach aus der Differenz von Kauf- und Verkaufskurs multipliziert mit dem Indexmultiplikator

von 5 USD und der Kontraktanzahl.

Der Gewinn von 12.350 USD entspricht einer Wertsteigerung von ungefähr 70 Prozent, bezogen auf das ursprünglich „investierte“ Kapital in Form der Margin von ca. 17.500 USD. Schon bei relativ kleinen Bewegungen des Basiswertes können also die Gewinne einen hohen Prozentsatz des als Sicherheit hinterlegten Kapitals ausmachen. Sie erzielen

damit die so genannte Hebelwirkung.

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Über den Autor Kay Menzer

Kay Menzer ist bereits seit 1996 aktiver Aktieninvestor. In den Eurex und US-Futurehandel stieg er im Jahr 2003 ein.

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