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Mayr-Melnhof Karton – wachstumsstarke Pappe-Heimer

Inhaltsverzeichnis

Der österreichische Kartonhersteller Mayr-Melnhof ist in den ersten neun Monaten spürbar gewachsen. Die Aktie dürfte Potenzial haben, so scheint es jedenfalls.

Lukrative Nische

Kartons und Verpackungen – zweifellos gibt es Spannenderes als das. Wobei langweilig nicht per se schlecht ist. Im Gegenteil, die Produktion von Pappe kann ziemlich profitabel sein.

Dies dokumentiert die im Jahr 1950 gegründete Mayr-Melnhof Karton eindrucksvoll. Auch wenn die Aktie (WKN: 890447) kein Überflieger ist und das Unternehmen mit Künstlicher Intelligenz wohl nicht allzu viel zu tun hat, bieten sich die Papiere doch als solides Langfristinvestment an.

Starke Zuwächse bei Umsatz und Gewinn

In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres lieferten die österreichischen Pappe-Heimer deutlich mehr ab als im Vergleichszeitraum des Jahres 2021. So stiegen die Umsatzerlöse um nahezu 64 Prozent auf 3,45 Milliarden Euro. Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) legte überproportional um knapp 110 Prozent auf gut 590 Millionen Euro zu.

Noch stärker stieg das Betriebsergebnis – nämlich um 155 Prozent auf 452,2 Millionen Euro. Unter dem Strich betrug der Gewinn je Aktie 15,67 Euro nach 6,37 Euro im Vorjahreszeitraum.

Ehrlicherweise ist hier zu berücksichtigen, dass die „Einbeziehung der Anfang August 2021 erworbenen Karton- und Papierwerke MM Kwidzyl und MM Kotkamills besonderen Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung hatte“, so Mayr-Melnhof Vorstandschef Peter Oswald.

Wo kommt die Fantasie her für die Karton-Firma?

Nun ja, es gibt einiges Altbekannte, das im derzeitigen Aktienkurs bereits enthalten scheint. Etwa die Tatsache, dass die Österreicher vom geradezu explosionsartigen Wachstum des Online-Handels profitieren. Wissen wir, also abgehakt.

Hinlänglich bekannt ist auch, dass MM potente Kunden, um nicht zu sagen Global Player, aus dem Konsumbereich hat. Dazu zählen etwa der italienische Nudelhersteller Barilla, Doktor Oetker, Kellogg‘s und Nestlé. Obwohl sich die Konsumenten angesichts der hohen Inflationsrate derzeit eher zurückhalten und dies wohl auch noch weiter tun werden, scheint gerade dieser Kundenbereich eine sichere Bank. Denn die Unternehmen decken nicht zuletzt den Bereich der Grundversorgung ab.

Nach meiner Meinung resultiert die Wachstumsfantasie größtenteils aus der Übernahme der Essentra Packaging. Dank dieses Take Overs hat Mayr-Melnhof das Zeug zum weltweit führenden Anbieter von Arzneimittelverpackungen – Essentra hat 21 Produktionsorte in zehn Ländern, unter anderem in den USA und Puerto Rico.

Und was macht die MM Aktie?

Der der Kursverlauf seit Jahresbeginn 2022 ist alles andere als berauschend. Vom historischen Hoch bei rund 193 Euro zu Beginn des Jahres stürzten die Papiere bis in den Bereich von gut 120 Euro Ende September. Seitdem hat sich die Aktie wieder spürbar erholt und notiert derzeit bei 150 Euro.

In der 10-Jahres-Bilanz steht alles in allem ein Gewinn von gut 90 Prozent, was ein solider Wertzuwachs ist. Der Analystenkonsens schätzt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 14 für das laufende Geschäftsjahr und von rund 13 für das kommende Jahr. Die Bewertung scheint fair, wenn nicht gar günstig, glaube ich. Deshalb können auch konservative Investoren auf dem derzeitigen Kursniveau zugreifen und sich einige Stücke ins Depot legen. Wobei schnelle Gewinne wohl nicht zu erwarten sind.