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Zoom – Anleger haben den Chat verlassen …

Inhaltsverzeichnis

In einem schwachen Börsenumfeld sorgt der Videokonferenz-Anbieter Zoom Video Communications für weitere Ernüchterung. Das Wachstum lässt nach, und das Unternehmen nimmt den Ausblick zurück.

Gebremstes Wachstumstempo

In dem am 31. Juli 2022 beendeten zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2023 hat der kalifornische NASDAQ-100-Konzern seinen Umsatz im Vorjahresvergleich trotz der nachlassenden Corona-Beschränkungen um 8 Prozent auf fast genau 1,1 Milliarden US-Dollar gesteigert. Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von etwa 1,12 Milliarden Dollar gerechnet.

Besonders gut lief das noch junge Unternehmenssegment Zoom Phone (Sprachtelefonie), das mehrere Meilensteine erreichte und eine Rekordzahl an Lizenzen verkaufte. Es ist zwar das fünfte Quartal in Folge, in dem Zoom die Milliarden-Dollar-Marke knackt, allerdings lag das Wachstum im ersten Quartal mit 12 Prozent noch deutlich höher. Der Rückgang wird u.a. mit dem starken Dollar und einem schwächeren Online-Geschäft begründet.

Umsatzzuwächse regional unterschiedlich

In Amerika gelang gegenüber dem Vorjahresquartal immerhin eine Umsatzsteigerung um 12 Prozent auf 763 Millionen Dollar, im Bereich Asien-Pazifik ging es um 10 Prozent auf 149 Millionen Dollar nach oben. Einen Rückgang in Höhe von 8 Prozent auf 187 Millionen Dollar musste Zoom hingegen in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika verkraften.

Der Anteil der Region Amerika am Gesamtumsatz ist damit um 2,7 Prozent auf 69,4 Prozent gestiegen, während Europa, Mittlerer Osten und Afrika um 3 Prozent auf 17 Prozent zurückgefallen sind und sich Asien-Pazifik minimal auf 13,6 Prozent verbesserte.

Gewinneinbruch und niedrigere Prognose

Kam Zoom ein Jahr zuvor noch auf einen Gewinn von etwa 317 Millionen Dollar, stehen in diesem Quartal auch wegen deutlich gestiegener Marketingkosten nur noch 45,7 Millionen Dollar zu Buche. Das Ergebnis je Aktie brach nach der amerikanischen GAAP-Bilanzierung um 86 Prozent auf 15 Cent ein, nach der bereinigten Non-GAAP-Berechnung sieht es mit einem Rückgang von 23 Prozent auf 1,05 Dollar erheblich besser aus. Hier wird sogar die durchschnittliche Prognose der Branchenexperten übertroffen, die mit 94 Cent gerechnet hatten.

Verhaltener Ausblick

Für das gesamte Geschäftsjahr 2023 (bis 31. Januar 2023) geht das Zoom-Management nur noch von einem Umsatz von knapp 4,4 Milliarden Dollar aus anstelle der bisher in Aussicht gestellten gut 4,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie (non-GAAP) soll knapp 3,70 Dollar erreichen, was ebenfalls leicht unter dem bislang angestrebten Wert liegt. Die meisten Analysten hat diese Korrektur nach unten überrascht.

Die Investoren reagieren verschreckt auf den schwächeren Ausblick und lassen die Zoom-Aktie im deutschen Vormittagshandel phasenweise um mehr als 10 Prozent auf einen Wert von etwa 88 Euro abstürzen.