General Mills – Mampf und Moneten

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Der US-amerikanische Lebensmittelkonzern General Mills sorgt für positive Nachrichten und überrascht mit Quartalszahlen, die insgesamt stärker ausfallen als gedacht.

Steigender Umsatz trotz schwächeren internationalen Geschäfts

Im am 28. August 2022 beendeten ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023 konnte der im nördlichen US-Bundesstaat Minnesota beheimatete Konzern General Mills – der zu den weltweit größten Lebensmittelherstellern zählt – seinen Umsatz um 4 Prozent auf 4,7 Milliarden US-Dollar erhöhen. Damit wurden die durchschnittlichen Erwartungen der Branchenanalysten, die bei 4,72 Milliarden Dollar lagen, fast genau getroffen. Das organische Wachstum betrug sogar 10 Prozent, obwohl sich ein freiwilliger Rückruf bei der beliebten Speiseeis-Marke Häagen-Dazs negativ auswirkte.

Der wichtigste Unternehmensbereich, die nordamerikanischen Einzelhandelsgeschäfte, steigerte seinen Umsatz im Vorjahresvergleich um 10 Prozent auf 2,99 Milliarden Dollar. Um 19 Prozent nach oben auf 579,9 Millionen Dollar ging es – auch als Folge der Übernahme von Tyson Foods im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 – für das Haustierfutter-Segment (das organische Wachstum lag hier bei 14 Prozent). Der Bereich North America Foodservice verbesserte sich sogar um 21 Prozent auf 496,4 Millionen Dollar.

Im internationalen Geschäft musste General Mills hingegen einen Umsatzeinbruch um 30 Prozent verbuchen, der mit einigen Veräußerungen (z.B. dem Rückzug aus dem europäischen Joghurt-Geschäft), dem Häagen-Dasz-Rückruf und ungünstigen Wechselkursen zusammenhängt. Bezogen auf das organische Wachstum betrug der Rückgang jedoch lediglich 2 Prozent.

Gewinnsteigerung dank US-Einzelhandel und Tierfutter

Beim Gewinn übertraf der S&P 500-Konzern General Mills im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023 die Prognosen der Experten deutlich. Während diese nur mit einem minimalen Anstieg beim bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie auf 1 Dollar rechneten, gelang in Wirklichkeit eine Steigerung um 12 Prozent auf 1,11 Dollar. Beim Betriebsergebnis ging es rasant um 29 Prozent nach oben auf 1,09 Milliarden Dollar, wozu neben Nettogewinnen aus Veräußerungen vor allem zwei Unternehmensbereiche beitrugen.

So erhöhte das nordamerikanische Einzelhandelsgeschäft seinen Gewinn um 20 Prozent auf 777,8 Millionen Dollar, während das Haustierfutter-Segment ein um 7 Prozent höheres Betriebsergebnis von 123,1 Millionen Dollar vermeldete. Dem stehen Verluste beim North America Foodservice (minus 25 Prozent auf 53,6 Millionen Dollar) und im internationalen Geschäft (minus 43 Prozent auf 34,8 Millionen Dollar) gegenüber.

Besserer Ausblick trotz Inflations- und Lieferkettensorgen

Obwohl das Management von General Mills weiterhin mit Lieferkettenproblemen rechnet und auch die hohe Inflation Sorgen bereitet, wird der Ausblick der Konzerns erhöht: Beim Umsatz soll wegen höherer Preise und starker Nachfrage nach Frühstücksflocken, Snacks und Tierfutter nun eine Steigerung um 6 bis 7 Prozent anstatt der bislang anvisierten 4 bis 5 Prozent gelingen.

Das währungsbereinigte Betriebsergebnis soll schlechtestenfalls stabil bleiben, kann sich aber auch um bis zu 3 Prozent verbessern – zuvor war das Management von einer Bewegung in der Spanne zwischen minus 2 und plus 1 Prozent ausgegangen. Auch beim Anstieg des währungsbereinigten verwässerten Gewinns je Aktie wurden die Erwartungen erhöht von 0 bis 3 Prozent auf 2 bis 5 Prozent.

Die Anleger reagieren erfreut auf die Quartalszahlen und den erhöhten Ausblick und schicken die General Mills-Aktie vor Beginn des US-Handels um über 3 Prozent in die Pluszone auf einen Kurs von knapp 78 Euro.