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3 Gründe für die Januar-Rallye an den Börsen

3 Gründe für die Januar-Rallye an den Börsen
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Inhaltsverzeichnis

Um zu verstehen, ob die unterwarteten Kursanstiege im Januar gerechtfertigt sind, müssen wir zuerst verstehen, was ihr Ursprung ist: Ende 2022 kam es in den USA zu massiven steuerlichen Verkäufen von Verlustpositionen. Davon wurde vor allem der Hightech-Sektor betroffen. Denn die Hightech-Aktien waren der große Verlierer 2022.

Diese steuerlichen Verkäufe prügelten die Aktienmärkte nach unten. Doch dieser Belastungsfaktor endete mit dem Jahreswechsel. Die Weihnachtsrallye verschob sich also in den Januar. Mit den steigenden Kursen sprangen dann in 2023 die schlecht informierten neue Privatanleger in den Markt und investierten neues Kapital.

Woran können wir dies sehen? Schauen Sie sich einfach die Stars der vergangenen Woche an: Zukunftsaktien aus dem Hightech-Sektor (u.a. viele Aktien aus dem ARK-ETF). Tesla. Bitcoin. Die MEME-Aktien wie Bad, Bath and Beyond sowie die FAANG-Aktien. Alles Werte, die von den Reddit-Zombies in 2020 und 2021 geliebt wurden.

Jahresauftakt-Käufe und Trendfolge-Algorithmen treiben Börsen nach oben

Parallel kommen zwei weitere Dynamiken hinzu: An der Börse benutzen viele Hedge Fonds inzwischen Computer-basierte Trendfolge-Modelle. Die investieren long in die Sektoren, die gerade laufen oder short in die Sektoren, die fallen. Die kontinuierlichen Long-Käufe dieser Computerprogramme gaben den in den Indizes hoch gewichteten Hightech-Aktien weiteren Rückenwind.

Der dritte Punkt ist besonders wichtig. Denn er wird die Entwicklung der Aktienmärkte in 2023 entscheiden: Viele fundamental ausgerichtete Anleger traden aktuell auf ein Szenario, dass wir keine Rezession sehen werden. Dieser Trader und Investoren vertreten die Meinung: Wenn wir keine Rezession bekommen, haben wir die Tiefs im Aktienmarkt im Herbst 2022 gesehen.

Die Börse tradet jetzt auf ein Soft Landing der US-Wirtschaft ohne Rezession

In den Augen der Bullen unterstützten die neuen Kommentare von US-Notenbankern, dass der Zinserhöhungszyklus bald enden werde, und sinkende Inflationsdaten die These eines Soft Landing der US-Wirtschaft. Die Ertragssaison verläuft bisher weniger schlecht als die Bären befürchtet hatten. Das war zu erwarten. Denn die Analystenprognosen wurden im Vorfeld massiv gesenkt.

Da stehen wir nun. So wie Anfang Januar der Belastungsfaktor der steuerlichen Verkäufe wegfiel, werden nun die Käufe durch das frische Kapital der Reddit-Zombies zum Jahresauftakt auslaufen. Aber kommen nun die Anschlusskäufe von institutionellem Kapital? Bleiben diese Anschlusskäufe aus, bricht die Januar-Rallye in sich zusammen.

Fazit: Die computerbasierten Trendfolgemodelle werden sich immer nach dem Markt drehen. Die entscheidende Frage lautet also: Werden wir ein Soft Landing sehen oder nicht? Ich erwarte nicht, dass die Fed dieses Kunststück schaffen wird. Der Markt ist auf den Zinserhöhungszyklus fixiert. Aber das wahre Problem wird die Dauer der höheren Zinsen sein – und ich erwarte nicht, dass die Fed die Zinsen schnell wieder senken wird. Bei den aktuell hohen Börsenbewertungen haben wir mehr Risiken als Chancen im Aktienmarkt.