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Mercedes fährt voll auf Luxus ab: Das müssen Sie wissen!

Inhaltsverzeichnis

Ob Porsche, Lamborghini oder Ferrari: Haben Sie sich die jüngsten Absatzzahlen der Luxus-Automarken und vor allem deren Gewinnmargen angeschaut? Lamborghini etwa schloss das erste Halbjahr mit dem besten Ergebnis seiner Geschichte ab – sowohl beim Umsatz, Absatz als auch beim Profit.

Luxus-Autos: Kundschaft wenig beeindruckt von höheren Preisen

In normalen  Zeiten wäre das sicherlich kaum bemerkenswert. Doch die grassierende Inflation und die drohende Rezession sollten ja eigentlich zu einer Zurückhaltung der Verbraucher vor allem bei sehr teuren Anschaffungen führen, hatten zumindest viele Ökonomen in den letzten Monaten fast gebetsmühlenartig gewarnt.

Im Luxus-Segment aber zeigt sich eine deutlich andere Entwicklung. Die Kundschaft von Lamborghini und Co. ist schlicht und ergreifend so zahlungskräftig, dass die wirtschaftlichen Störfaktoren deren Kaufentscheidung kaum beeinflussen. Die Kundschaft legt also gerne ein paar Tausend Euro mehr auf den Tisch, um den begehrten Boliden ihr Eigen nennen zu können.

Mercedes-Benz: mit Opulenz zum Profit

Das gilt übrigens längst nicht nur für die Autobranche. Auch andere Luxus-Segmente wie Schmuck, Uhren, Marken-Klamotten oder Parfums zeigten sich zuletzt trotz der Konjunkturrisiken bärenstark.

Heute wollen wir uns aber auf die Autoindustrie konzentrieren und vor allem einen deutschen Konzern in den Mittelpunkt stellen, der vom Luxus-Hype in den nächsten Jahren überproportional profitieren will.

Sie werden es schon ahnen: Es geht um Mercedes-Benz. Auch bei den Stuttgartern hat sich in den letzten Monaten gezeigt, dass vor allem die sehr teuren Modelle nach wie vor auf hohe Begeisterung der Kunden stoßen. Gleichzeitig konnte man die Preise für S-Klasse und Co. so weit nach oben schrauben, dass die Gewinnmargen förmlich explodierten.

Anders sah es bei Einsteigermodellen wie der A- und B-Klasse aus. Hier waren die Kunden deutlich zurückhaltender. Mercedes jedenfalls will laut Medienberichten daraus nun Konsequenzen ziehen, die Sie als Anleger unbedingt kennen sollten. Denn für den Konzern und die Aktie ist das durchaus ein beachtlicher Paradigmenwechsel – der freilich nicht nur positive Aspekte hat.

Stuttgarter wollen offenbar neue Luxus-Strategie fahren

Schauen Sie: Laut Medienberichten wollen sich die Stuttgarter künftig komplett auf das Geschäft mit Luxus-Autos fokussieren. Dabei liege der Fokus auf Wachstum in den margenstarken Segmenten „Top End Luxury“ und „Core Luxury“. Zur ersten Kategorie gehören zum Beispiel AMG, Maybach, GLS, S-Klasse, G-Klasse und der Elektro-SUV EQS. Allein 75 Prozent der künftigen Investitionen sollen in diese beiden Segmente fließen.

Mercedes-Benz begründete das mit der weltweit wachsenden Anzahl an wohlhabenden Menschen. Man steige dadurch die Absatzchancen, nicht nur in Asien, sondern auch in Europa und den USA. Hinzu komme, dass die höherpreisigen Segmente im historischen Vergleich widerstandsfähiger und krisensicherer seien, so der Autobauer. Damit schütze man das Unternehmen und dessen Arbeitsplätze – auch in unsicheren Zeiten.

Einige der Einsteigermodelle sollen laut den Medienberichten hingegen komplett wegfallen. Demnach plant Mercedes perspektivisch die Einstellung etwa der A- und B-Klasse. Noch hat der Konzern hierzu keine offizielle Bestätigung veröffentlicht. Branchenkenner halten den Ausstieg aber für durchaus wahrscheinlich.

Mein Fazit für Sie: Risiko China

Mercedes-Benz hat die ganz großen Gewinne im Visier. Schaut man sich die jüngste Erfolgsbilanz des Luxus-Segments an, dürfte der Konzern hier den richtigen Riecher haben. Trotzdem hat das Ganze auch einen faden Beigeschmack.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer etwa kritisierte zuletzt die neue Strategie der Stuttgarter. Im Mittelpunkt: China. In kaum einem anderen Land nimmt die Zahl der Reichen und Superreichen so stark zu wie in der Volksrepublik. Um das volle Potenzial der Luxus-Offensive entfalten zu können, muss Mercedes also sein Engagement in China noch weiter intensivieren.

Das wiederum birgt laut Dudenhöffer ein hohes Risiko. So dürften sich die Stuttgarter in den nächsten Jahren noch abhängiger vom Wohlwollen der Kommunistischen Partei machen. Diese kann die Abhängigkeit hingegen nutzen, um in Handelskonflikten Druck auf den Westen auszuüben. Im schlimmsten Falle könnte Peking zum Beispiel Mercedes-Benz ausbooten und gar aus dem Land vertreiben. Das wäre für die Stuttgarter ein Desaster, das wohl schlimmer wäre als Corona und der Ukraine-Krieg zusammen.

Als Anleger sollten Sie dieses hohe Risiko unbedingt einpreisen, wenn Sie auf Aktien wie Mercedes-Benz setzen wollen. Der große Handelskonflikt mit China jedenfalls lässt sich laut vielen Experten kaum noch abwenden. Und die Autobranche könnte hier zu einem Spielball der Politik werden.

Übrigens: Was man ebenfalls nicht unterschätzen darf, sind die Auswirkungen auf die Reputation. Sollte Mercedes tatsächlich die günstigeren Modelle streichen, wären praktisch über Nacht viele Tausend Arbeitsplätze obsolet. Das wiederum birgt Konfliktpotenzial mit Betriebsräten und Gewerkschaften, die alles daran setzen würden, die Konzernführung in der Öffentlichkeit unter Druck zu setzen.