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Klagewelle gegen Biontech: Mainzer Shootingstar von allen Seiten unter Druck

Inhaltsverzeichnis

Am Anfang ging es ums große Ganze: Die Bekämpfung der Pandemie, eine weltumspannende Menschheitsaufgabe. Während für den Reiseverkehr die Grenzen geschlossen wurden, setzte die Ausnahmesituation an anderer Stelle ungeahnte grenzübergreifende Zusammenarbeit in Gang. Ein Impfstoff musste her, so schnell wie nur irgend möglich.

Streitigkeiten um Patentrechte nehmen Fahrt auf

Tatsächlich gelang die Entwicklung eines Vakzins in Rekordzeit, nicht zuletzt dank saftiger Finanzspritzen von staatlicher Seite. Das Mainzer Unternehmen Biontech erhielt gemeinsam mit seinem US-Partner, dem Pharmariesen Pfizer, als erstes die Zulassung in Europa, wenig später folgten Präparate anderer Hersteller. Darunter war mit Moderna auch ein weiterer Impfstoff, der auf der neuartigen mRNA-Technologie basierte – genau wie das Produkt von Biontech/Pfizer.

Angesichts des Schreckens der heftigen Krankheitsverläufe und zahlreichen Todesfälle in den ersten Monaten der Pandemie einerseits und getragen von der Euphorie des wissenschaftlichen Durchbruchs andererseits gerieten damals Dinge in den Hintergrund, die nunmehr umso prominenter aufs Tableau gehoben werden: Es geht um Geld, genauer gesagt, um Patentstreitigkeiten. Wer hat welches Patent zuerst angemeldet, wer muss wem wie viel dafür bezahlen? Um diese Fragen geht es im Kern bei gleich mehreren Klagen, die in den vergangenen Monaten gegen Biontech/Pfizer eingereicht wurden.

Erst Curevac, dann Moderna: Klagen gegen Biontech

Zuletzt wurde vor wenigen Wochen bekannt, dass Moderna Klage eingereicht hat. Begründung: Die für die Impfstoffentwicklung verwendeten mRNA-Technologien basierten auf Patenten, die Moderna zwischen 2010 und 2016 angemeldet habe.

Ebenfalls wegen Verletzung von Patentrechten hatte zuvor im Juli bereits das Tübinger Unternehmen Curevac den Konkurrenten Biontech verklagt. Auch hier geht es um die mRNA-Technologie, in die Forscher große Hoffnung setzen. Womöglich stehen medizinische Durchbrüche auch in anderen Therapiebereichen bevor. Unter anderem forscht man in Mainz bei Biontech bereits seit Längerem an neuen Ansätzen zur Krebstherapie mit Hilfe von mRNA.

mRNA: Erfolgspatent der Zukunft?

Das verdeutlicht, welches erhebliche Potenzial in den Patenten steckt – setzt sich die Technologie durch, dürften sie ein Vermögen wert sein. Kein Wunder also, dass vor allem Curevac versucht, auf diese Weise ein Stück vom Kuchen abzubekommen: Bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus waren die Tübinger im vergangenen Jahr an der letzten klinischen Studie gescheitert, die Ergebnisse fielen deutlich schlechter aus als erhofft. Während Präparate von Moderna und Biontech bereits weltweit millionenfach verabreicht werden, geht Curevac bislang leer aus – forscht aber nach eigenen Angaben weiter an einem Impfstoff der nächsten Generation.

Am Impfstoffmarkt haben sich in der Pandemie vor allem die Vakzine von Moderna und Biontech/Pfizer durchgesetzt, in Europa und den USA wird vorwiegend mit den mRNA-Impfstoffen gegen das Virus immunisiert. In Kürze sollen aktualisierte, auf Subtypen der derzeit vorherrschenden Omikron-Variante des Coronavirus angepasste Impfstoffe zur Verfügung stehen, eine vierte große Impfwelle ist für den bevorstehenden Herbst wohl zu erwarten. Zuletzt war die Nachfrage diesbezüglich wieder gestiegen.

Für Anleger gibt es klaren Verlierer

Aus Anlegersicht steht zumindest der bisherige Verlierer eindeutig fest: Vergleicht man die Kursentwicklung der vergangenen sechs Monate, liegen zwar alle vier Aktien deutlich im Minus. Den größten Verlust allerdings verbucht das Papier von Curevac, das im besagten Zeitraum seinen Wert nahezu halbiert hat und zuletzt keine 10 Euro mehr kostete.

Demgegenüber verbilligte sich die Biontech Aktie im zurückliegenden halben Jahr um knapp 15 Prozent, Anteilsscheine von Moderna gaben parallel um rund 20 Prozent nach. Pharmariese Pfizer notiert nach einem volatilen Halbjahr derzeit etwa 8 Prozent schwächer.