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Biontech macht weiter Milliarden mit Impfstoff

Inhaltsverzeichnis

In der öffentlichen Wahrnehmung ist die Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten deutlich in den Hintergrund gerückt. Der Krieg in der Ukraine dominiert die Schlagzeilen. Die Entwicklung der Inzidenzen, die auf das weiterhin hohe Infektionsgeschehen hindeuten, wird dagegen kaum noch diskutiert.

Pandemie noch längst nicht vorbei

Das liegt nicht zuletzt daran, dass ein Großteil der Schutzmaßnahmen im Frühjahr ausgelaufen ist und ersatzlos gestrichen wurde – an Inzidenzen im drei- bis vierstelligen Bereich hat man sich inzwischen gewöhnt.

Hinzu kommt, dass die seit dem Winter vorherrschende Omikron-Variante des Virus zwar deutlich ansteckender ist, zugleich aber häufiger mit relativ mildem Krankheitsverlauf einhergeht. Die Infektionszahlen sind zwar sprunghaft angestiegen, die Sterberate aber nicht in gleichem Maße, was der Pandemie in den Augen vieler ein Stück weit den Schrecken nimmt. Durch die mehrfache Impfung, die bei einem Großteil der Bevölkerung in Europa inzwischen erfolgt ist, besteht zudem ein gewisser Schutz.

Biontech arbeitet an verbessertem Impfstoff

Der könnte aber noch besser sein: Denn die bislang in der Europäischen Union zugelassenen und verfügbaren Impfstoffe basieren auf dem ursprünglichen Virustyp. Die vielfältigen Varianten und Mutationen, die seither im Umlauf waren und sind, werden nicht zielgenau bekämpft.

Hier will Biontech nun nachsteuern. Das Mainzer Unternehmen, das im Dezember 2020 als erstes Unternehmen weltweit eine Zulassung für einen Corona-Impfstoff erhalten hat, testet derzeit ein Vakzin, das auf eine Subvariante von Omikron angepasst ist. Noch im August könnte eine klinische Studie zu einem weiteren, auf andere Subtypen spezifizierten Impfstoff beginnen.

Milliardenumsätze im ersten Halbjahr

Zudem ist man in Vorbereitung einer „zweiten Generation“ des Impfstoffs, der besser und länger als der bisherige Impfstoff vor einer Infektion schützen soll. Wann genau dieses verbesserte Vakzin verfügbar sein wird, ist jedoch noch unklar.

Dennoch profitiert Biontech nach wie vor stark von seinem ursprünglichen Impfstoff, der weiterhin weltweit zum Einsatz kommt und millionenfach verabreicht wird. Die Mainzer erzielten im ersten Halbjahr 2022 einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro und einen Gewinn von 5,4 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr strebt Biontech einen Umsatz in einer Spanne zwischen 13 Milliarden Euro und 17 Milliarden Euro an. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch fast 19 Milliarden Euro Umsatz erzielt.

Biontech-Erfolg soll mRNA-Technologie zum Durchbruch verhelfen

Biontech ist bislang das einzige deutsche Unternehmen, das – gemeinsam mit seinem US-Partner Pfizer – einen Impfstoff gegen das Coronavirus erfolgreich entwickelt und vermarktet hat. Er basiert, ebenso wie das Vakzin des US-Herstellers Moderna, auf der neuartigen mRNA-Technologie, die künftig auch in anderen Medizinfeldern zum Einsatz kommen soll, etwa in der Krebstherapie.

Der Tübinger Konkurrent Curevac war mit seinem Impfstoff im vergangenen Sommer gescheitert, nachdem die Ergebnisse der klinischen Studien deutlich schlechter ausgefallen waren als erhofft. Kurz nach Beginn der Pandemie hatte die Bundesregierung Milliarden in mehrere Biotechnologiefirmen gesteckt, um die Impfstoffforschung voranzutreiben.

Rechtsstreit mit Curevac weitet sich aus

Inzwischen hat Curevac Biontech verklagt wegen einer angeblichen Verletzung von Patenten. Biontech und Pfizer halten dagegen: Sie haben ihrerseits Klage vor einem US-Gericht in Massachusetts eingereicht, um feststellen zu lassen, dass die Patente von Curevac eben nicht verletzt werden.

Die Verfahren stehen noch ganz am Anfang, Ausgang offen. Am Ende könnte es um Milliardensummen gehen. Zumindest Biontech kann es sich leisten. Der Rechtsstreit dürfte es in den kommenden Monaten immer wieder in die Schlagzeilen schaffen.

Infektionsschutz in Deutschland – neuer Flickenteppich im Herbst?

Auch mit steigendem Interesse an der Pandemie ist ab dem Herbst zu rechnen: Wenn sich das Leben wieder vermehrt in die Innenräume verlagert, könnten neue Beschränkungen die Konsequenz sein. Weil sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach mit dem FDP-geführten Justizministerium jedoch kaum auf eine gemeinsame Kompromisslinie verständigen konnte, obliegt die Interpretation einmal mehr vor allem den Bundesländern.

Der nächste Flickenteppich mit Blick auf Corona-Schutzmaßnahmen scheint damit bereits vorprogrammiert zu sein.