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Biontech schwächelt in Q3 – Jahresprognose angehoben

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Das ganz schnelle Wachstum ist vorbei: Im zurückliegenden Quartal musste das Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech im Vergleich zum Vorjahr deutliche Einbußen bei der Umsatz- und Gewinnentwicklung hinnehmen.

Biontech setzt Erfolgsgeschichte fort

Dennoch erzielte das Unternehmen erneut Milliardengewinne und schreibt damit seine Erfolgsgeschichte fort. Bis Ende 2020 kannte kaum jemand das Forscherteam um die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci. Dann aber kam der Durchbruch: Im Rennen um einen Impfstoff gegen Covid-19 erhielt Biontech im Dezember 2020 als erstes Unternehmen überhaupt eine Zulassung, seither kommt das Vakzin in zahlreichen Ländern rund um den Globus zum Einsatz und hat maßgeblich dazu beigetragen, die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Damit gelang nicht nur ein medizinischer, sondern für Biontech auch ein wirtschaftlicher Durchbruch. Nach jahrelangen Verlusten erzielten die Mainzer plötzlich Umsätze und Gewinne in Milliardenhöhe. Daran hat sich auch in diesem Jahr nichts geändert, trotz einer etwas rückläufigen Dynamik.

Erneut Milliardengewinne in Q3

So erzielte Biontech im Zeitraum von Juli bis Ende September einen Gewinn in Höhe von 1,8 Milliarden Euro, angeschoben nicht zuletzt durch die auf die Omikron-Variante angepasste neue Version des Impfstoffs Comirnaty. Der Umsatz belief sich auf knapp 3,5 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal waren es noch fast 6,1 Milliarden Euro gewesen, der Gewinn belief sich damals auf 3,2 Milliarden Euro.

Betrachtet man die ersten neun Monate des laufenden Jahres insgesamt, ergibt sich jedoch nur ein geringfügiger Umsatzrückgang von 13,44 Milliarden Euro bis Ende September 2021 gegenüber 13,03 Milliarden Euro im ersten Dreivierteljahr 2022.

Jahresprognose nach oben korrigiert

Für das Gesamtjahr hat Biontech seine Umsatzprognose nunmehr nach oben korrigiert und legt sich auf das obere Ende der bisherigen Zielspanne fest. War man zuvor noch von einem Jahresumsatz zwischen 13 und 17 Milliarden Euro ausgegangen, sieht man sich nun auf Kurs, Umsätze von 16 bis 17 Milliarden Euro zu erzielen.

Geplant ist zudem eine Ausweitung der internationalen Expansion. So soll etwa in Ruanda eine Produktionsstätte entstehen, um den afrikanischen Kontinent besser versorgen zu können. Der Corona-Impfstoff gilt indes nur als Zwischenschritt, um weitergehende Forschungen zu ermöglichen. Neben Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten plant Biontech langfristig auch die Entwicklung neuartiger Therapien gegen bestimmte Krebsarten.

Fokus von Anlegern und Analysten verschiebt sich

Dorthin wird sich nach Einschätzung von Analysten künftig auch der Fokus der Anleger verlagern. Da zum einen inzwischen zahlreiche Menschen weltweit gegen Covid-19 immunisiert sind und zum anderen neben Biontech auch weitere Hersteller Impfstoffe am Markt haben, ist die Geschäftsentwicklung in diesem Bereich stark abhängig vom weiteren Fortgang der Pandemie.

Die US-Großbank JP Morgan hat zuletzt im Oktober ihr Kursziel für die Biontech Aktie von 183 auf 132 Dollar abgesenkt und die Einstufung bei „neutral“ belassen. Zuletzt war das Papier für rund 160 Dollar zu haben.

Gegenwind droht zudem von juristischer Seite: Es laufen mehrere Klagen gegen Biontech, eingereicht von den Konkurrenten Moderna und Curevac, bei denen es um mögliche Patentverletzungen im Kontext des Covid-Impfstoffs auf Basis des neuartigen mRNA-Verfahrens geht.